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Grundschule....

Verfasst von silastischer waffenteufel, 08 Februar 2011 · 64 Ansichten

Seit ich denken kann, konnte ich die Menschen nicht leiden. So richtig klar wurde mir das im Grundschulalter als ich den Rest meiner Klasse als zu doof empfand. Daß ich mich für Kinder entschied, war nicht aus dem Grund einer plötzlich auftretenden Menschenliebe entsprungen, sondern lediglich der schwachen Hoffnung, mich eines Tages zumindest mit irgendwem vernünftig unterhalten zu können.
Bis zum Schulanfang schien der Plan aufzugehen.
Seither aber bin ich der festen Überzeugung, den Schulaustritt des Ersten entweder nicht mehr zu erleben oder aber zu diesem Zeitpunkt mindestens in einer Einrichtung mit netten Betreuern und Wänden aus Gummi zu hocken, mit dem linken Auge nervös zuckend und der rechten Hand an der Unterlippe spielend.
Ich hatte keine Ahnung, daß die Grundschule sich als das erweisen würde, was man sich im Normalfall unter seinen eigenen, persönlichen Vorhölle vorzustellen hat. Nicht nur, daß sich mit einem Schlag sämtliche Vorurteile und Haßgefühle von einst, die einem während der eigenen Schulzeit verfolgten, auf's Neue manifestieren, es kommen sogar noch welche in ungeahnter Intensität hinzu. Grundschullehrer sind fies, machtbesessen, haarspalterisch, pedantisch, unsympathisch und rechthaberisch. Und Humor haben sie auch keinen. Grundschüler sind fies, haarspalterisch, pedantisch, unsympathisch und rechthaberisch. Und was sie Humor nennen, ist zum Davonlaufen. Und als Eltern ist man der Arsch. Entweder ist man ein erziehungstechnischer Totalversager oder die olle Meckerkuh, je nachdem mit welcher von beiden Seiten man es zu tun hat. Dabei wird man nie gefragt, ob man das alles okay findet. Mein Biorhythmus ist seit 1,5 Jahren völlig im Arsch, mein Sohn kennt Flüche, von deren Existenz ich bis dato noch nichts wußte und verdammt nochmal, wenn über's Wochenende als Hausaufgabe 3 Deckblätter gestaltet werden sollen vom gestaltungsunfähigen Sohn einer völlig talentfreien Mutter, dann bin ich schlicht und ergreifend überfordert. Ich wußte ja, daß Basteln und Malen Kindern gut tun und ich da ziemliche Defizite aufweise (meine Erziehung demzufolge auch), ich wußte nicht, daß es genau darauf im kompletten Deutschunterricht der ersten Jahre ankommt. Auf so Kleinigkeiten wie klavierunterricht oder naturwissenschaftliche Experimente und das Sonnensystem, die wir hier durchgenommen hatten, kann man verzichten. Grünes Buntpapier ist wichtiger. Viel wichtiger übrigens.
Völlig gegenwärtig aber war mir meine Schulabneigung in einem konkreten Augenblick geworden, just in dem Moment in dem ich in den Mathematikhefter Klasse 2 sah: Ein rotumrandeter Rahmen, in dem ein Satz stand: "Summanden kann man vertauschen:"
Der Junge kann subtrahieren, addieren, beides auch schriftlich, multiplizieren und dividieren, völlig fehlerfrei. Kann ich auch. Und ich brauchte bis heute, bis heute, seit diesem scheiß rotumrandeten Satz seinerzeit nicht ein einziges Mal die Begriffe Summanden, Minuend und Subtrahend.




summa summarum ziemlich blöd alles :P :huh:
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