die frage ist, ob die wähler bereit sind. solche spekulationen im vorfeld können am wahltag der spd stimmen verschaffen, weil die wechselwähler, die jetzt in umfragen auf grün setzen, einem breiten spektrum angehören und es deswegen relevant wird, wie sie das wahlverhalten der anderen einschätzen. jetzt kann jeder davon ausgehen, daß grün sehr viele stimmen bekommt und die spd verhältnismäßig wenig. das kann dazu führen, daß sich wähler aus dem diffusen rot-grünen lager wieder zur spd umorientieren. deswegen versucht der grüne spitzenkandidat zu beschwichtigen ("Wir haben in Stuttgart derzeit Wichtigeres zu tun als Umfragen zu interpretieren") und signalisiert andererseits die spd die machbarkeit des szenarios.
ich halte das volkspartei-image für eine unterschätzte komponente. wenn man die leute auf der straße fragte, ob in thüringen eine große koalition regiert, würden die meisten sicher ja sagen, ganz einfach, weil spd und cdu/csu schon immer die beiden tragenden parteien war und der rest jeweils variable koalitionspartner mit spezieller themenausrichtung. als bei harald schmidt im vorfeld der bundestagswahl 2002 die tägliche "sonntagsfrage" im studiopublikum eine deutliche grüne mehrheit ergab, witzelte er, daß fischer selbstverständlich trotzdem schröder die kanzlerschaft überlasse. dahinter steckte nur zum teil der satirische seitenhieb auf das platzhirschverhältnis der politischen schwergewichte, sondern eben auch die verblüffung über das undenkbare, daß nämlich der kleine koalitionspartner auch mal der größere sein könnte.
Bundestagswahl 2009
Und der langweiligste Wahlkampf aller Zeiten ...
Eröffnet von Tara, 06.09.09, 09:41
62 Antworten zu diesem Thema
#62
Geschrieben: 15. Oktober 2010, 09:40
abwarten. mal sehen was passiert.
wie schon der spotti gesagt, nur die grünen und die linke(die SED-Austritte abgezogen) haben mitgliederzuwachs die letzten Jahrzehnte gehabt.
vielleicht zahlt es sich jetzt aus?
es liegt aber auch daran, dass die grünen in kaum einer regierung sind und 4 leute an der spitze haben, die sich nie öffentlich beharken. anders als die linke. das wirkt seriös. und das macht sie auch wählbar für die älteren leute des bürgerlichen lagers.
naja spekulieren können wir viel. aber wenn sie in baden-würtenberg den ministerpräsidenten stellen, dann ist es ein politisches erdbeben.
auch die anderen parteien wissen nicht, was sie davon halten sollen. das geht von "das wird sich wieder ändern"(SPD) bis hin zu nervösen angriffen "grüne fortschrittsfeindliche klientelpartei" (FDP).
wie schon der spotti gesagt, nur die grünen und die linke(die SED-Austritte abgezogen) haben mitgliederzuwachs die letzten Jahrzehnte gehabt.
vielleicht zahlt es sich jetzt aus?
es liegt aber auch daran, dass die grünen in kaum einer regierung sind und 4 leute an der spitze haben, die sich nie öffentlich beharken. anders als die linke. das wirkt seriös. und das macht sie auch wählbar für die älteren leute des bürgerlichen lagers.
naja spekulieren können wir viel. aber wenn sie in baden-würtenberg den ministerpräsidenten stellen, dann ist es ein politisches erdbeben.
auch die anderen parteien wissen nicht, was sie davon halten sollen. das geht von "das wird sich wieder ändern"(SPD) bis hin zu nervösen angriffen "grüne fortschrittsfeindliche klientelpartei" (FDP).
#63
Geschrieben: 15. Oktober 2010, 12:19
das politische erdbeben war bereits in thüringen spürbar, als die spd drittstärkste kraft hinter der linken wurde. allerdings dürfte das überholen der spd durch die grünen tatsächlich noch viel mehr umschmeißen, da die linke eben noch als "ostdeutsche volkspartei" wahrgenommen wird, insofern hast du recht. ich wünsche mir das eigentlich auch, ganz ohne ideologischen hintergrund, sondern schon wegen der bewegung im parteiensystem bzw. in den köpfen der wähler.
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