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Was lest ihr gerade und warum?


224 Antworten zu diesem Thema

#1 An Chiardhuibh

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Geschrieben: 13. September 2009, 15:41

Ich bin neugierig! Mit welchem Buch bringt ihr die tristen Herbsttage zu? Was lest ihr vorm Schlafengehen? Habt ihr das perfekte Buch für kurze Straßenbahnfahrten? Was kommt euch so zwischen die Finger und wie seid ihr dazu gekommen?



Ich trage im Moment "Montgomery" von Sibylle Lewitscharoff mit mir herum. Beschrieben wird das Leben, die Eigenheiten und Abgründe des Montgomery Cassini-Stahls, einem berühmten Filmproduzenten, der sich in seiner Wahlheimat Rom mit seinen Komplexen, traumatischen Kindeheitserfahrungen und dem Film seines Lebens über Joseph Süß Oppenheimer rumschlägt.

Aufmerksam geworden bin ich auf die Autorin durch ihr neuestes Buch "Aposteloff", in dem sie gnadenlos und mit unglaublicher Wortgewalt auf das Land ihres Vaters, Bulgarien, eindrischt (nicht minder wird auch der verstorbene Herr Papa mit sehr unterhaltsamen Hasstiraden bedacht) und das in diesem Jahr mit dem Leipziger Buchpreis ausgezeichnet wurde.
Ich neige dazu, sofort alles von einem Autor lesen zu wollen, wenn er mir gefällt und so bin ich nun bei "Montgomery" gelandet. Die Hälfte ist gelesen: im Gegensatz zu Aposteloff ist es keine Rundumabrechnung und entsprechend ruhiger. Hier bleibt noch Zeit der Geschichte zu folgen, die nach und nach das eigentümliche Wesen des Hauptcharakters offenlegt, und man eine Ahnung davon bekommt wie der Mann zu dem wurde, was er ist. Im Einband wurde allerdings noch eine Liebelei versprochen, die bisher nur angedeutet wurde. Ich bin gespannt.

So, Hörbuch! Ich habe vor einer Weile die von Harry Rowohlt übersetzte und vertonte Version einer wunderwunderbaren Kinderbuchreihe entdeckt. In mehreren Büchern beschreibt der englische Kinderbuchautor Philip Ardagh die Erlebnisse des jungen Eddie Dickens, der sich, im vorletzten Jahrhundert lebend, mit seinem verrückten Onkel Jack und der noch verrückteren Tante Maude und deren ausgestopftem Wiesel Malcom/Sally auseinandersetzen muss. Der Onkel zahlt prinzipiell alles mit Trockenfisch, während die Tante einen als Kuh dekorierten Umzugswagen als Wohnung auserkoren hat. Der erste Teile "Schlimmes Ende" beginnt damit, dass Eddie zu den beiden Verwandten ziehen soll um sich nicht mit der mysteriösen Krankheit seiner Eltern anzustecken. Diese sind gelb, wellig an den Rändern und riechen nach alten Wärmflaschen.
Das alles mag sehr albern klingen, aber das Alberne hat System und ist man erst einmal eingetaucht in die Welt der Dickensens, erscheint alles durchaus logisch.

Notgedrungen lesen muss ich außerdem: Handbuch der deutschen Grammatik. Dazu gibts nicht viel zu sagen, stinklangweilig, keine Ahnung was sich die Autoren dabei gedacht haben.

#2 Zilpzalp

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Geschrieben: 16. September 2009, 16:17

Hallo,ich lese gerade:"Maria ihm schmeckt`s nicht!" von Jan Weiler.
Das Buch ist vom Flohmarkt und da ichs schon immer mal lesen wollte "musste" ichs kaufen.
Kaum war ich wieder zu Hause habe ich drin rumgeblättert...und schon war ich auf Seite 30!
Das Buch ist sehr kurzweilig und amüsant zu lesen.(Ab und zu musste ich laut auflachen und möchte es deswegen nicht für Straßenbahnfahrten empfehlen:-)).Im Buch wird geschildert wie es ist,wenn man in eine italienische Großfamilie einheiratet.
Besonders der Schwiegerpapa ist herrlich dargestellt.Durch ihn erfährt man u.A.,wie sich Italienische Gastarbeiter in den 1960er
Jahren in Deutschland gefühlt haben müssen.
Ich bin der Meinung,Jan Weiler hat ein GUTE-LAUNE-BUCH geschrieben.
In den letzten 3Wochen habe ich noch folgende Bücher gelesen:Wladimir Kaminer"Salve Papa!"(Hat mich ,wie jedes Buch vom Autor,welche ich bis jetzt fast alle las,zum Schmunzeln gebracht);
Hildegard Buder-Monath,Jens Monath:"Mein Herz schlägt in Afrika-Eine Reise mit Henning Mankell".Das Buch erzählt,indem es von vielen menschlichen Begegnungen berichtet eindrucksvoll von den Problemen des Kontinents .Ich möchte es allen empfehlen,denen Afrika am Herzen liegt.;
Rahel Sazara:"Die glückliche Hand".Der Titel ist das erste Buch der neuen Reihe:Bibliothek der Thüringer Klassiker,
erschienen im Salier Verlag Leipzig und Hildburghausen.Die Autorin lebte von 1894-1936 und schildert ein Frauenschicksal vom Anfang des 20. Jahrhunderts.
Das hört sich erst mal banal an,aber man erfährt viel über diese Zeit und wie es war damals als Alleinerziehende ein Kind aufs Leben vorzubereiten.

Demnächst ist bei mir ein erneuter Gang in die Bibliothek geplant.
Bin mal gespannt,was mir dann so in die Hände fällt.

#3 T Lar

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Geschrieben: 16. September 2009, 17:45

Ich habe heute nach 2 Tagen Wartezeit (hibbel) endlich das nächste Buch der Amelia-Peabody-Serie von Elizabeth Peters bekommen - und kann es kaum erwarten, loszulegen!

Da ich absoluter Krimifan bin und mich für Geschichte, in diesem Fall Ausgrabungen in Ägypten, interessiere, bin ich seit dem ersten Buch der Reihe süchtig nach mehr. :D

Beschrieben werden die Abenteuer der "ebenso resoluten wie schrulligen" Engländerin Amelia Peabody Emerson und ihrer Familie, welche in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts beginnen und sich seitdem chronologisch fortsetzen.

Vordergründig geht es immer um irgendwelche Ausgrabungen des Ehemanns von Amelia, an denen sie als äußerst emanzipierte Frau stets beteiligt ist. Eigentlich dreht sich aber alles um die Leichen, über die Amelia von Ausgrabungssaison zu Ausgrabungssaison stolpert (und damit sind keine echten Mumien gemeint) - und die damit verbundenen Kriminalfälle: Schmuggel, Diebstahl, Mord, Rauschgifthandel, Spionage - für Jeden ist was dabei. ;)

Gewürzt wird das ganze mit den äußerst trockenen Kommentaren Amelias zu diversen Situationen ihres Umfeldes: weder ihre Familie, ihre (englischen und ägyptischen) Angestellten, die englischen Ägyptologen vor Ort oder daheim, noch Polizisten oder Politiker sind vor Amelias scharfem Verstand und ihrer äußerst scharfen Zunge sicher. Immer davon überzeugt, die einzige Person mit dem Überblick über die Gesamtsituation zu haben (und es sind einige haarsträubende dabei), begibt sich die mit einem Sonnenschirm bewaffnete Amelia todesmutig von einer Gefahr in die nächste - zum Schrecken von Ehemann und Familie...

#4 bogarnil limdal

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Geschrieben: 16. September 2009, 22:50

ich habe vor einer woche harry mulischs "die entdeckung des himmels" abgeschlossen und bin noch immer beeindruckt. das buch ist vollgestopft mit verrückten ideen, die mit abstand betrachtet ein logisches ganzes bilden. soviel heiterkeit und tiefgründigkeit habe ich selten zusammen gesehen. da prallen holocaust, studentenrevolte, niederländische provinzpolitik, astronomie, promiskuität, architekturstudien, sterbehilfedebatte, geometrie, kubanische revolution, bibelanalyse und abenteuerroman aufeinander ohne anzuecken. das buch ist mit viel witz geschrieben und trotzdem oft berührend.

ohne zuviel von der handlung verraten zu wollen: die menschheit entwickelte sich nicht nach dem wohlgefallen gottes, und so schickt sich die himmlische bürokratie an, die rückgabe der zehn gebote einzufädeln. dieser rahmen ist glücklicherweise nicht omnipräsent, der roman selbst spielt hauptsächlich auf der erde und läßt einen das fantastische drumherum oft genug vergessen. die zunächst drei hauptfiguren onno, max und ada begegnen sich "zufällig" und zwischen ihnen entspinnt sich ein kompliziertes, hindernisreiches beziehungsgeflecht. aus dieser menage à trois entspringt schließlich quinten, dessen vater nicht ganz geklärt ist. quinten ist vorherbestimmt, das testimonium zurückzubringen. das weiß nur niemand, auch er nicht.


da ich niemals nur ein buch lese, habe ich zur zeit auch isaac asimovs "sämtliche robotergeschichten" in der zange. allerdings hat mich das bislang sehr enttäuscht. ich bin großer fan von stanislav lem und habe in diesem zusammenhang stets empfehlungen zu asimov gehört. leider fehlt letzterem in meinen augen die gabe, eine geschichte spannend zu erzählen. vielleicht liegt es ja an der übersetzung, aber die geschichten lesen sich eher wie intellektuelle skizzen. sämtliche charaktere sind flach und typenhaft angelegt. und die titel der kurzgeschichten nehmen oft die pointe vorweg. also empfehle ich stattdessen lieber stanislav lem: "die jagd" (kurzgeschichten). das hat mehr gelassenheit und authentizität.

um asimov aber nicht vollständig zu verschmähen, möchte ich noch anmerken, daß dieser durchaus humor hat. das kommt in seinen vorworten zur geltung und auch seine sachbücher sind verhältnismäßig locker und gelegentlich augenzwinkernd geschrieben. vielleicht bin ich auch deshalb so enttäuscht.

#5 An Chiardhuibh

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Geschrieben: 17. September 2009, 14:37

Beitrag anzeigenZilpzalp schrieb am 16. September 2009, 16:17:


Das Buch ist sehr kurzweilig und amüsant zu lesen.(Ab und zu musste ich laut auflachen und möchte es deswegen nicht für Straßenbahnfahrten empfehlen:-)).
[...]
In den letzten 3Wochen habe ich noch folgende Bücher gelesen:Wladimir Kaminer"Salve Papa!"(Hat mich ,wie jedes Buch vom Autor,welche ich bis jetzt fast alle las,zum Schmunzeln gebracht);


also ich hab wladimir kaminer meistens in der straßenbahn gelesen und ganz ungeniert gelacht. was muss, das muss :D

#6 T Lar

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Geschrieben: 21. September 2009, 20:42

Beitrag anzeigenbogarnil limdal schrieb am 16. September 2009, 22:50:

ich bin großer fan von stanislav lem und habe in diesem zusammenhang stets empfehlungen zu asimov gehört. leider fehlt letzterem in meinen augen die gabe, eine geschichte spannend zu erzählen. vielleicht liegt es ja an der übersetzung, aber die geschichten lesen sich eher wie intellektuelle skizzen. sämtliche charaktere sind flach und typenhaft angelegt. und die titel der kurzgeschichten nehmen oft die pointe vorweg. also empfehle ich stattdessen lieber stanislav lem: "die jagd" (kurzgeschichten). das hat mehr gelassenheit und authentizität.

Awwwwww, ich liebe Lem! Er und mein Vater sind überhaupt Schuld daran, daß ich mich für Science-Fiction-Literatur begeistere: alle Abenteuer vom Piloten Pirx, natürlich Ijon Tichy uuuuuuuuund als Lieblings-Lem-Buch schlechthin Gast im Weltraum *lechz* kann ich immer und immer wieder lesen, ohne daß es langweilig wird.

Zu Asimov fallen mir spontan auch nur seine netten kleinen Vorworte zu den diversen Anthologien in meinem Besitz ein...

#7 bogarnil limdal

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Geschrieben: 22. September 2009, 10:59

"gast im weltraum" kenne ich noch nicht. das setz ich gleich mal auf meine geheime bücherwunschliste. ich habe an romanen "das fiasko" gelesen (das lem als spätes pendant zum "gast im weltraum" verstanden wissen wollte) und "der flop". letzteres mit einem wahrhaft gespaltenen ijon tichy. :-)

mir ist übrigens bei asimov mittlerweile auch ein seltsam verstaubtes frauenbild aufgefallen. dummerweise sind die geschichten zwar öde erzählt, aber vom stoff her trotzdem spannend.

da ich jetzt "die entdeckung des himmels" ausgelesen habe, ist meine zweitlektüre nun die biographie des hitlerleibwächters rochus misch. mein mit 16 jahren in den krieg geschickt wordener großvater interessiert sich aus naheliegenden gründen sehr für die umstände des dritten reiches und hat sich u.a. dieses buch gekauft. nicht zuletzt, weil der autor aus der nähe meiner heimatstadt stammt und man sich da schon fragt, auf welch zufälligen pfaden sich lebenswege entwickeln. ein anscheinend sehr großes thema unter den kriegsveteranen, angesichts von schulfreunden, die rund um die welt verstreut starben, und wiederbegegnungen zwischen nachbarn irgendwo im kriegsgefangenenlager. um mitreden zu können, lese ich das jetzt auch. bin aber erst beim vorwort angelangt.

#8 Rennie

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Geschrieben: 25. September 2009, 21:43

hallo, ich lese gerade das Buch " Die Spur der Hebamme". Der erste Teil hat mir schon gut gefallen und jetzt will ich unbedingt wissen, wie es weiter geht. Ich lese gern Mittelalterromane, Biographien und Historische Bücher.

#9 An Chiardhuibh

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Geschrieben: 29. September 2009, 20:12

heute fiel mir beim ziellosen durchstreifen der immer leerer werdenden bibliotheksbücherregale tatsächlich ein neues buch von elke heidenreich in die hände! gut, es ist nicht von ihr allein, sondern wie schon "rudernde hunde" gemeinsam mit bernd schroeder geschrieben. "alte liebe" heißt es und wartet darauf umgehend verschlungen zu werden. wenn ich daran denke, wie viele unzählige male ich um die regale mit dem buchstaben "h" geschlichen bin!

#10 bogarnil limdal

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Geschrieben: 30. September 2009, 19:10

ich habe jetzt endlich einmal "wir" von jewgenij samjatin in die hände genommen. der roman ist die erste und wohl deswegen wichtigste der drei großen literarischen dystopien des 20. jahrhundert. mit orwells "1984" hat sie die tagebuchform und den bezug auf die sowjetunion gemeinsam, mit huxleys "schöne neue welt" die vergötterung der wissenschaft und des fortschritts. dennoch entwirft "wir" eine ganz andere schreckensvision als die beiden nachfolger. huxley zeichnet eine gesellschaft des überflusses und konsumzwanges, in der menschen in funktionale kategorien zerfallen. orwell zeichnet eine welt des mangels und der ideologischen spaltung, in der der mensch entweder als parteikader oder als pöbel letztendlich nur noch als material vorkommt. samjatins dystopie zeichnet hingegen eine welt, die sich ganz der (dogmatischen) vernunft verschrieben hat und sowohl absolute gleichheit als auch mathematische vollkommenheit anstrebt.

da ich das buch aber erst angefangen habe, kann ich noch nichts weiteres dazu sagen.

#11 Rennie

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Geschrieben: 01. Oktober 2009, 18:58

So, hab mein Buch " Die Spur der Hebamme " durch und mußte mich erstmal tierisch aufregen. :angry: Ich konnte vor lauter Rechtschreibefehler überhaupt nicht richtig lesen. :( Mal sehen was der dritte Teil mir sagen will. :rolleyes:

#12 bogarnil limdal

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Geschrieben: 01. Oktober 2009, 22:05

gehäufte rechtschreibfehler in büchern regen mich auch ziemlich auf. ich kann mich dann vor wut und pedanteriehysterie meistens nicht mehr auf den text konzentrieren. leider sparen verlage wohl bei massenkompatiblen stoffen gern am lektorat. das ist mir bislang vor allem bei bücherreihen und bei künstlerbiographien aufgefallen - "der fan wird es schon kaufen" wird da wohl die devise sein.

#13 Rennie

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Geschrieben: 24. Oktober 2009, 23:02

Nachdem der dritte Teil der Hebammenbücher eher nüchtern war, um nicht zu sagen total laaaangweilig... uuuaaaahhh
Ach mensch, ich les jetzt was ganz anderes.
Hab mir von meinem Opa ein Buch von Rochus Misch ausgeliehen.

#14 Libera

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Geschrieben: 25. Oktober 2009, 23:17

Was:
Hanni und Nanni geben nicht auf
Hanni und Nanni in tausend Nöten
Hanni und Nanni sindgroße Klasse
Lustige Streiche mit Hanni und Nanni

Warum:
Fieber!

#15 silastischer waffenteufel

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Geschrieben: 26. Oktober 2009, 08:37

Beitrag anzeigenRennie schrieb am 25. September 2009, 21:43:

hallo, ich lese gerade das Buch " Die Spur der Hebamme". Der erste Teil hat mir schon gut gefallen und jetzt will ich unbedingt wissen, wie es weiter geht. Ich lese gern Mittelalterromane, Biographien und Historische Bücher.

Ich hatte mir mal den hochgelobten "Medicus" zugelegt und fand ihn grausig. Total vorhersehbar und schlecht geschrieben. Seitdem lasse ich die Hände von sowas.
Der einzige historische Roman, der wirklich ein Geniestreich war, zumindest in meiner Beurteilung, ist Ecos "Name der Rose".
Hast Du denn irgendetwas vergleichbares, was Du dahingehend evtl. empfehlen kannst?

Ich lese derzeit in einigen Büchern nur herum. Nachdem ich "Die Vermessung der Welt" durch hatte und wirklich gut fand, was u.a. auch an meiner Schwäche für den Konjunktiv I liegt, las ich etwas in "Ruhm". Nebenbei las ich etwas in "The little prince", etwas im "Parfum" und im "Weiten Feld". Evtl. regen mich ja die ganzen 20-Jahre-Mauerfall-Jubiläumssendungen an, mir jetzt doch den Grass mal vorzuknöpfen.
Auf ihre große Zeit warten noch "Der Turm", "Die Wohlgesinnten" "Der Idiot" und "Schuld und Sühne", auf das ich mich wirklich freue. Aber die Zeit.....
Ansonsten ist immer noch der ewige Dauerbrenner "Ulysses", der so halbgelesen, immer mal wieder reingeschaut, vor sich hin dümpelt. Total empfehlenswert, wenn ihr mich fragt, aber nur, wenn man völlig gelangweilt ist und dieser Zustand sich auf absehbare nicht ändert.

#16 phriedrich

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Geschrieben: 26. Oktober 2009, 09:51

Von Eco auf der historischen Schiene noch empfehlenswert wären meiner Meinung nach „Die Insel des vorigen Tages” über eine Expedition im 17. Jahrhundert zur anderen Seite der Erde, bei der der 180ste Breitengrad gefunden werden soll. Mir hat auch „Baudolino” gefallen und ich hatte es in drei oder vier Tagen durch (viel Zugfahrt und ein langweiliger Lehrgang), aber das gefällt einigen wohl nicht so gut, weil es so ins fantastische abdriftet.

Ansonsten wäre im Genre der Historienschinken noch meine Empfehlung die dreizehnbändig (!) Serie „Fortune de France” von Robert Merle - beginnend mit dem gleichnamigen Buch – in der er über mehrere Generationen einer französische Adelsfamilie in der Renaissance schreibt. Extrem dicht, sehr verwoben, mit sehr viel Hintergrundwissen über die Zeit.

#17 silastischer waffenteufel

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Geschrieben: 26. Oktober 2009, 13:32

Beitrag anzeigenphriedrich schrieb am 26. Oktober 2009, 09:51:


Ansonsten wäre im Genre der Historienschinken noch meine Empfehlung die dreizehnbändig (!) Serie „Fortune de France” von Robert Merle - beginnend mit dem gleichnamigen Buch – in der er über mehrere Generationen einer französische Adelsfamilie in der Renaissance schreibt. Extrem dicht, sehr verwoben, mit sehr viel Hintergrundwissen über die Zeit.


Naja, Merle ist sicher nicht zu verachten, aber 13 Bände? Als berufstätige Mutter und Kleingartenbesitzerin ist das wohl absolut realitätsfremd. ;-)

Zitat

gehäufte rechtschreibfehler in büchern regen mich auch ziemlich auf. ich kann mich dann vor wut und pedanteriehysterie meistens nicht mehr auf den text konzentrieren. leider sparen verlage wohl bei massenkompatiblen stoffen gern am lektorat. das ist mir bislang vor allem bei bücherreihen und bei künstlerbiographien aufgefallen - "der fan wird es schon kaufen" wird da wohl die devise sein.

Geht mir auch so. Ich verreiße sogar schon ein Buch, wenn zuviele Wortwiederholungen auftauchen, was in etlichen Fällen auch einfach nur eine unglückliche Übersetzung sein kann. Ging mir so bei Gaimans "Niemalsland", obwohl mir im Nachhinein die Idee des Buches eigentlich ganz gut gefällt.
Geradezu schäumen könnte ich, wenn Fehler orthografisch-grammatischer Natur in Kinderbüchern auftreten. Aber offenbar ist das echt nur noch ein Problem weniger Leute.

#18 phriedrich

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Geschrieben: 26. Oktober 2009, 13:45

Beitrag anzeigensilastischer waffenteufel schrieb am 26. Oktober 2009, 13:32:

Naja, Merle ist sicher nicht zu verachten, aber 13 Bände? Als berufstätige Mutter und Kleingartenbesitzerin ist das wohl absolut realitätsfremd. ;-)
Der gute Mann hat fast dreißig Jahre gebraucht um das zu schreiben … da kann man sich ja auch beim etwas lesen Zeit lassen.

Das erste hatte ich meiner Mutter mal geschenkt und später mal ein weiteres und der Rest hat sich dann im Laufe der Jahre auch noch eingefunden. Also hat bestimmt 3 oder vielleicht gar 4 Jahre gedauert bis wir sie alle alle* durchhatten.

* sowohl alle Bände als auch alle Familienmitglieder ;-)

#19 An Chiardhuibh

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Geschrieben: 26. Oktober 2009, 14:05

Beitrag anzeigensilastischer waffenteufel schrieb am 26. Oktober 2009, 08:37:

Ich lese derzeit in einigen Büchern nur herum. Nachdem ich "Die Vermessung der Welt" durch hatte und wirklich gut fand, was u.a. auch an meiner Schwäche für den Konjunktiv I liegt, las ich etwas in "Ruhm".

Und wie findest du "Ruhm"?
Mir ging es nämlich sehr ähnlich: Die Vermessung der Welt fand ich herrlich und habe daraufhin auch Kehlmanns andere Bücher gelesen ("Beerholms Vorstellung" fand ich z.B. sehr gut) Mir hat besonders gefallen, dass er Wissenschaft und "das wirkliche Leben" zusammenbringt und manchmal auch die Grenzen zwischen Realität und Phantastischem verwischt. Ruhm habe ich als Hörbuch angefangen, aber bis heute nicht fertig gehört. Irgendwie sprechen mich die Geschichten nicht wirklich an, ich weiß auch nicht so recht warum. Neulich habe ich gelesen, dass "Ruhm" ein typisches Kritikerbuch sei: raffiniert zusammengpuzzelte Episoden, denen aber die Seele fehlt.
Hinzu kam dann noch, dass Kehlmann um den Erscheinungstermin rum wirklich überall herum gereicht wurde. Dadurch konnte ich ihn zwar auch mal live erleben, aber irgendwann reichts auch mal.

#20 silastischer waffenteufel

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Geschrieben: 26. Oktober 2009, 19:53

Beitrag anzeigenAn Chiardhuibh schrieb am 26. Oktober 2009, 14:05:

Und wie findest du "Ruhm"?
Mir ging es nämlich sehr ähnlich: Die Vermessung der Welt fand ich herrlich und habe daraufhin auch Kehlmanns andere Bücher gelesen ("Beerholms Vorstellung" fand ich z.B. sehr gut) Mir hat besonders gefallen, dass er Wissenschaft und "das wirkliche Leben" zusammenbringt und manchmal auch die Grenzen zwischen Realität und Phantastischem verwischt. Ruhm habe ich als Hörbuch angefangen, aber bis heute nicht fertig gehört. Irgendwie sprechen mich die Geschichten nicht wirklich an, ich weiß auch nicht so recht warum. Neulich habe ich gelesen, dass "Ruhm" ein typisches Kritikerbuch sei: raffiniert zusammengpuzzelte Episoden, denen aber die Seele fehlt.
Hinzu kam dann noch, dass Kehlmann um den Erscheinungstermin rum wirklich überall herum gereicht wurde. Dadurch konnte ich ihn zwar auch mal live erleben, aber irgendwann reichts auch mal.

Ja, das geht mir gerade ähnlich. Die ersten Geschichten habe ich interessiert gelesen, aber es kam nichts rüber. Selbst das Fragezeichen, was sich auftat, war keins, das ich unbedingt beantwortet haben wollte. Und so wurde es nach den ersten 3 Episoden beiseite gelegt, wo es immer noch herumlungert, ohne, dass ich mich darüber ärgere, es nicht weiterlesen zu können.





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