Wer heute ausser Glotze nichts vor hat, dem sei auf Arte um 21.00Uhr der Film "The Yes men" empfohlen.
Ich weiss nicht, ob es sich um die Fortsetzung ihre ersten oder den ersten Film selbst handelt. Auf jeden Fall werdet ihr mit den Jungs viel Spaß haben und sie setzen sich auch noch mit einem sehr ernsten Hintergrund auseinander.
Hier mal die Rezension zum ersten Film. Ich hoffe so, dass es eine Fortsetzung gibt.
The Yes Men
"The Yes Men" ist eine Michael-Moore-ähnliche Kinodokumentation über das Wirken der zwei Initiatoren einer -ja was eigentlich- selbsternannten Kommunikationsguerilla, einer Aktivistengruppe. Alles fing harmlos an als Andy Bichlbaum und Mike Bonanno als BLO (Barbie Liberation Organization) die Chips der Barbie- mit denen der GI-Joe-Puppen mit Begründung der sog. "Identitätskorrektur" vertauschten und danach eine satirische Webseite über G.W. Bush kreierten, die der offiziellen Homepage des Präsidenten zum Verwechseln ähnelte. Mit dieser bekamen sie speziell von der linkspolitischen Fraktion größte Anerkennung und Aufmerksamkeit. Sie nahmen das zum Anlass, sich einem größeren Gegner zu widmen, der World Trade Organization, und riefen die Website gatt.org (general agreement on tariffs and trade), eine gefälschte Seite der WTO, ins Leben. Was als simple Satire begann, zog nun weitere Kreise, da gatt.org tatsächlich von einigen etwas unaufmerksamen Lesern für die offizielle WTO-Website gehalten wurde und über jenen Kontakt dann deren Vertreter zu Konferenzen und Meetings eingeladen wurden. Bichlbaum und Bonanno ergriffen diese Chance und begannen nun, mit spektakulären Aktionen und hanebüchenen Forderungen die Ansichten der WTO vor dem interessierten Publikum zu veranschaulichen.
Meinung:
Was habe ich gelacht. Die Jungs sind echt gut. Wer hier eine Globalisierungskritik erwartet oder eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der WTO, wird enttäuscht werden, denn in der Tat ist bei diesem Film der Name Programm. Es geht um die Entstehung der Yes Men und ihre Methoden, die meines Erachtens nach die besten sind, einen Kampf zu führen: Aufklärung und Humor.
Da wird bewiesen, dass man auch als Normalsterblicher durchaus die Chance hat, für seine Ideale einzutreten, wenn man seinen Hintern hochbekommt und -wenn man clever genug ist- sogar noch Mitstreiter gewinnt. Man sieht, wie mit wenigen Mitteln viel erreicht wird und dass Kapitalismuskritik auch ohne radikale und gewalttätige Nebeneffekte möglich ist.
Natürlich gibt es keine tiefgreifenden grossen Erkenntnisse, alles ist bereits bekannt und - natürlich - wird auch oft genug zum weiten Schlag mit der polemischen Keule ausgeholt. Aber anders kennen wir es sowieso nicht vom Herren Moore, der dem Nachwuchs nun großzügig Platz macht und -wie sollte es anders sein - selbst noch ein paar kritische Worte im Film abgeben muss.
Allerdings war ich schon immer Fan von ihm und somit kam "The Yes Men" genau richtig für mich, die, da sie die Satire als Hauptwaffe nutzen, bei Weitem frischer und weniger belehrend und moralinsauer daherkommen als es Moore jemals schaffen könnte.
Letztlich ist das auch ihr Erfolg und was sie so sympathisch macht. Sie stellen keinen Universalanspruch an die Wahrheit, sie hinterfragen und enttarnen nur die Wahrheiten von anderen auf eine Art und Weise, die Spaß macht und nicht den Eindruck eines übermoralischen Oberlehrers vermittelt.
Termin
Tip: Heute Abend: The Yes Men
Eröffnet von silastischer waffenteufel, 15.09.09, 10:09
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