Inhalte aufrufen


Klimagipfel in Kopenhagen - Die letzte Chance?


10 Antworten zu diesem Thema

#1 Sisko

    Newbie

  • Technik/Verein
  • PunktPunktPunkt
  • 1.450 Beiträge

Geschrieben: 08. Dezember 2009, 19:59

Vom 7. bis zum 18. Dezember findet in Kopenhagen die 15. Konferenz der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen statt. Diese Konferenz wird als letzte wirkliche Chance angesehen endlich im Umweltschutz durchzustarten. Am Ende soll ein Abkommen stehen welches das Kyoto-Protokoll 2012 erweitern soll.



Die Hoffnungen sind groß, da sich alle hochrangigen Politiker der Welt angekündigt haben. Und es wird vermutet, dass sie nur kommen, da ein Erfolg in Aussicht ist. Oder endet alles wieder mit großen leeren Worten?

Nützliche Dossiers:
http://klimagipfel.greenpeace.de/
http://klimagipfel.zdf.de/
http://www.spiegel.d...konferenz_2009/


#2 Tara

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 1.148 Beiträge

Geschrieben: 09. Dezember 2009, 15:11

Mir ist gestern schlagartig bewusst geworden, dass meine Tochter, wenn sie 91 Jahre alt wird, das Jahr 2100 erleben wird.

2100 klingt sehr fern in den Prognosen die alle 4-6 Grad Erwärmung vorhersagen. Und jetzt ist mir klar geworden, dass es mich persönlich, also meine Tochter betrifft. Die ich sonst immer vor jeder Gefahr beschützen möchte.

6 Grad...

Folgen der globalen Erwärmung

Ich glaub das muss ich erstmal verdauen ... irgendwie.

Bearbeitet von Tara, 09. Dezember 2009, 15:14,


#3 phriedrich

    Geek

  • Technik/Verein
  • PunktPunktPunkt
  • 1.419 Beiträge

Geschrieben: 09. Dezember 2009, 15:22

Beitrag anzeigenTara schrieb am 09. Dezember 2009, 15:11:

Mir ist gestern schlagartig bewusst geworden, dass meine Tochter, wenn sie 91 Jahre alt wird, das Jahr 2100 erleben wird.
Da die prognostizierte durchschnittliche Lebenserwartung für neugeborene Frauen schon bei über 85 Jahren liegt, nicht einmal besonders unwahrscheinlich.

#4 Tara

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 1.148 Beiträge

Geschrieben: 15. Dezember 2009, 12:11

http://www.lfu.bayer...chner/index.htm

Also ich komme auf 7,83. Wir haben mal versucht die besten Werte einzugeben und kommen trotzdem bei 4,05 Tonnen raus.

So oder so ist es wohl so, dass wir mit unserer jetzigen Lebensweise in diesem Land nie Klimaneutral leben werden können.

Interessant finde ich aber folgendes:

Zitat

Vegetarier und Frauen, die relativ wenig essen (rund 2000 Kilokalorien pro Tag) erweisen sich als praktizierende Klimaschützer. Sie verursachen mit ihrer Ernährung nur zwischen 0,65 und 0,98 Tonnen CO2 pro Jahr. Ein typischer Fleischesser kommt hingegen auf 1,82 Tonnen, schätzt das Bayerische Landesamt für Umwelt. Ursache ist unter anderem das klimaschädliche Methan, das beispielsweise bei der Rinderhaltung entsteht.

Die Differenz ist so groß, dass Vegetarier und Frauen locker einmal nach Mallorca und zurückfliegen können - ihre CO2-Bilanz wäre dann immer noch günstiger als die des Fleischessers.

Weniger Fleisch. Wäre auch gesünder. Und schon mal ein Anfang. Und vor allem nicht das teure Fleisch aus Brasilien und anderen weit entfernten Ländern zu Weihnachten. B) Aber die kann sich sowieso keiner leisten... jedenfalls wir nicht.

Bearbeitet von Tara, 15. Dezember 2009, 12:12,


#5 An Chiardhuibh

    Newbie

  • Moderatoren/Verein
  • PunktPunktPunkt
  • 1.023 Beiträge
  • Location:Leipzig

Geschrieben: 19. Dezember 2009, 16:37

Ich wollte bisher ja nicht in den allgemeinen Pessimismus was diese Konferenz angeht einstimmen. Immerhin sollte man ein solches Treffen nicht im Vorraus als zum scheitern verurteilt sehen. Zudem sah es für eine Weile doch so aus, als wären zumindest akzeptierbare Ergebnisse drin. Doch diese Blase scheint seit heute wohl endgültig geplatzt. Die Überschriften des Nachrichten-feeds lesen sich ungefähr so:

  • Kommentar zum Klimagipfel: das Personal passt nicht zur Aufgabe
  • Interview mit Klimaforscher: Ich bin maßlos enttäuscht
  • Klima-Kompromiss: Eine Ohrfeige fürs Weltklima
  • Kopenhagen: Empörung über Minimalkompromiss
Es wäre wohl naiv zu glauben, die Länder dieser Erde könnten von Eigeninteressen, vor allem finanzieller Art, absehen. Dass der Blick in die Zukunft allerdings so kurzsichtig sein könnte, hätte ich dann doch nicht geglaubt. Was ist mit der guten alten Vernunft, die dem Menschen doch bekanntlich dazu befähigt das richtige tun zu können? Ich kann irgendwie nicht glauben, dass dieses Treffen daran gescheitert sein soll, dass es die Vertreter der Staaten nicht fertig bringen sich auf zumindest grundlegende notwendige Maßnahmen zu einigen. Liegt es am Geld oder woran? Mag man den Medien glauben, ist Umweltschutz doch längst kein Nischenthema mehr, an zu wenig politischer Relevanz kann es doch nicht liegen. Ich habe das Gefühl etwas übersehen zu haben...

#6 Tara

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 1.148 Beiträge

Geschrieben: 19. Dezember 2009, 16:45

Du möchtest eine Antwort?

Wie wäre es hiermit:

Zitat

Prof. Dr. Manfred Milinski, Evolutionsbiologe, Max-Planck-Institut: "Also, wenn Sie einem Schimpansen die Wahl geben zwischen einer Banane jetzt und zehn Bananen in vier Stunden, dann nimmt er die Banane jetzt. Und das war sicher bei unseren Vorfahren auch so, wenn sie in irgendwas investieren mussten, von dem sie dann erst nach langer Zeit profitieren würden. Nur für das Klimaszenario sind diese Bauchregeln, nach denen wir uns gerne verhalten, schlecht. Weil da müssen wir ja etwas tun, was sich erst nach sehr, sehr langer Zeit positiv auswirkt. Und das müssen wir rational lösen."

Ganz interessant finde ich ja den Aspekt, dass wir, die einzelnen Bürger dieses Landes, uns noch so sehr anstrengen können, wir werden nie weniger als 2,5 Tonnen CO2 pro Jahr verursachen können. Ganz einfach weil unsere gesamte Gesellschaft erst umgestellt werden muss. Das ganze Konzept dieses Staates trägt zur Klimaerwärmung bei.

Test

#7 Tara

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 1.148 Beiträge

Geschrieben: 20. Dezember 2009, 19:39

Du hast Recht. SpiegelOnline zieht ja ganz schön vom Leder. Zu Recht.

Bearbeitet von Tara, 20. Dezember 2009, 19:40,


#8 An Chiardhuibh

    Newbie

  • Moderatoren/Verein
  • PunktPunktPunkt
  • 1.023 Beiträge
  • Location:Leipzig

Geschrieben: 20. Dezember 2009, 22:17

vielleicht war aber auch das ganze medientrara vor dem gipfel einfach zu viel. womöglich ist es gar nicht möglich gewesen diesem druck des weltrettens auch nur annähernd gerecht zu werden. angesichts der ergebnisse klingt das natürlich wie faule ausrede und schön reden, aber was passiert nun, da die konferenz als gescheitert angesehen wird? vermutlich erstmal nichts, außer lähmender schock und schuldzuschiebungen. vor allem erstmal weihnachten.
die erwartungen an einzelne länder sinken, weil ja bereits gemeinsam nichts erreicht wurde...

bogarnil hat mich drauf gebracht: warum warten wir eigentlich darauf, dass alle dabei sind und fangen nicht einfach an? dass es sich ökonomisch wie ökologisch für jedes land lohnen würde mehr in den umweltschutz zu stecken, ist doch eigentlich konsens. warum dann dieses: aber-der-macht-doch-auch-nicht-mit-gehabe? in der derzeitigen situation, wo ja alle gescheitert sind, wird es, wenn die katastrophe richtig da ist, müßig sein einen schuldigen zu finden. einfach einen anfang zu machen, setzte jedoch auch andere länder unter druck und würde vermutlich mehr erreichen, als nur rumzuheulen.

so wie es jetzt läuft, hat man den eindruck es ginge nicht wirklich um die sache, sondern um show. und das bringt auch keinem was.

#9 An Chiardhuibh

    Newbie

  • Moderatoren/Verein
  • PunktPunktPunkt
  • 1.023 Beiträge
  • Location:Leipzig

Geschrieben: 27. Dezember 2009, 16:07

es sind nun also ein paar tage nach ende der konferenz vergangen und alles, was man so zu lesen bekommt sind schlagzeilen wie diese:

Röttgen macht China und USA für gescheiterten Gipfel verantwortlich

wir wissen also, wen wir böse anzugucken haben, immerhin.

#10 An Chiardhuibh

    Newbie

  • Moderatoren/Verein
  • PunktPunktPunkt
  • 1.023 Beiträge
  • Location:Leipzig

Geschrieben: 28. Dezember 2009, 00:14

wie es aussieht zeigt röttgen nicht nur mit dem finger auf andere länder, sondern besinnt sich tatsächlich auf das wesentliche, wie folgende ankündigung verspricht:

Zitat

Bundesumweltminister Röttgen will, dass Deutschland am Klimaziel festhält, bis 2020 die CO2-Emissionen um 40 Prozent zu senken - auch nach dem erfolglosen Klimagipfel.
(quelle)

in diesem artikel steht auch, dass sich vertreter des wirtschaftsverbandes BDI gegen einen alleingang deutschlands aussprechen, was sich auch auf ihrer homepage lesen lässt.

Zitat

Eine einseitige Festlegung auf 30 Prozent lehnt die Industrie ab, wenn es kein globales Konzept gibt." Dabei müssten sich auch die größten Emittenten wie die USA und China zu vergleichbaren Minderungen verpflichten. Es sei die europäische Verantwortung, jetzt die nächsten Schritte zu gehen und gegenüber den anderen Staaten für gemeinsame Ziele zu werben, appellierte der BDI-Präsident an die EU-Umweltminister. „Unsere europäischen Kollegen haben uns mit Nachdruck von ihrer Sorge wissen lassen, eine zu ehrgeizige deutsche Position könne Europa Zugeständnisse abverlangen, die zu weit gehen.
(quelle)

schade, dass keine angaben dazu gemacht werden, was mit "zu weit gehen" gemeint ist, also welche schlimmen folgen für wen genau zu erwarten sind. es wird nur schwammig von "verlust von arbeitsplätzen" gesprochen, das a-wort als rechtfertigung für alles.. mir zeigt das lediglich, dass das gerede von seiten der wirtschaft, man habe ebenfalls das wohl der umwelt im blick, schlichtweg fassade ist oder zumindest lange nicht mit so viel enthusiasmus an die herausforderungen unser zeit heran gegangen wird, wie immer behauptet wird.

interessant finde ich die unterschiede bezüglich der angegebenen prozentzahlen für die verringerung der co2-emissionen im artikel der zeit und in der pressemitteilung des BDI:

die zeit schreibt:
röttgen: 40%
BDI: 30% (älteres deutsches klimaziel)

der BDI hingegen:
röttgen: 30%
EU/BDI: 20%

#11 bogarnil limdal

    Newbie

  • Moderatoren/Verein
  • PunktPunktPunkt
  • 1.642 Beiträge

Geschrieben: 13. Januar 2010, 03:09

irgend so ne bande von gutmenschenmusikern aus berlin hat mich jetzt auf myspace mit nem umweltsong belästigt. im tross der medienkampagne waren auch diverse staatliche, gesellschaftliche und mediale institutionen genannt worden. das ist eigentlich genau das, was ich auch beim ansehen des trailers (siehe eröffnungsbeitrag) vor ein paar monaten dachte: boulevardeskes pathosgewäsch, bei dem sich jeder betroffen fühlen darf. da wird doch nicht wirklich an handlungsbereitschaft appeliert, sondern an so ein diffuses wir-werden-uns-des-problems-bewußt-gefühl. das dumme an wir-gefühlen ist, daß sie einem aktivität vorgaukeln wo keine ist.

mir ist jedenfalls tendenziell egal, worauf sich die welt einigt. es hängt in hohem maße von unseren individuellen alltäglichen aktivitäten ab, ob sie sich umsetzen lassen oder nicht. natürlich ist es wichtig, daß die welt ein gemeinsames klimaziel politisch formuliert. besonders was globalisierte wirtschaftskreisläufe angeht. aber wenn ich daran denke, daß beispielsweise der verzehr eines rindfleischburgers genauso klimaschädlich sein soll wie eine fahrt im pkw über hundert kilometer, dann bekomme ich durchaus das gefühl, daß die öffentliche aufmerksamkeit auf marginalien fixiert ist.

ganz ehrlich: wer von euch beschäftigt sich ernsthaft mit seiner eigenen verantwortung? ich jedenfalls viel zu selten und zu undiszipliniert. wie kann ich mich motivieren?





1 Benutzer lesen gerade dieses Thema

0 Mitglied(er), 1 Gast/Gäste und 0 anonyme(s) Mitglied(er)