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Deutschlands Sozialer Und Kultureller Abstieg
und Schuld ist unsere Generation?


16 Antworten zu diesem Thema

#1 Tara

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Geschrieben: 30. Juni 2009, 11:23

Ich weiß ja dass jede Generation denkt alles geht zu Ende und die Apokalypse droht. Jedoch denke ich dass in der jetzigen Zeit etwas anders ist, im Gegensatz zu den vergangenen sechzig Jahren der Bundesrepublik Deutschland.

Im Gegensatz zu den sechziger Jahren mit ihren Revolten gegen die nicht stattgefundene Entnazifizierung und im Gegensatz zu den achtziger Jahren mit ihrer Öko- und Friedensbewegung haben wir nun keine politische Generation. Wir sind nicht Deutschland. Wir sind die Heidi Klum GmbH.

Vor ein paar Wochen gab es den Versuch einiger Studenten gegen die Neoliberalisierung der Bildung vorzugehen. Gegen das Einsperren um Texte auswendig zu lernen, anstatt die Freiheit des Denkens und Lernens zu erfahren und das Lernen und Denken zu erlernen. Jedoch fanden sich nur ein paar Hunderttausend ein. Die von unserer Bildungsministerin als "Ewiggestrige" bezeichnet wurden. Und viel mehr Studenten blieben in ihren Kämmerlein um weiter sinnloses Zeug auswendig zu lernen, um ja ihren Masterhumbug auswendig zu lernen und zu schaffen.

Vor ein paar Jahren fand die Abschaffung der sozialen Marktwirtschaft durch die SPD statt. Es gab Widerstand. Aber von Menschen die nicht einmal "Hartz IV" schreiben konnten und immer gegen ein Mittelgebirge demonstrierten, welches schon Millionen Jahre vorher da war. Genau hier fehlte die geistige, soziale, kulturelle Führung. Eigentlich die Studenten die sich an die Spitze hätten stellen sollen. Aber die waren gerade mit etwas anderem beschäftigt.

Jetzt haben wir die Finanzkrise. Oder ist sie schon wieder weg? Totgebombt mit Millarden Euros. Millarden Euros die irgendwoher kommen müssen. Wahrscheinlich durch die versprochenen Steuersenkungen der CDU zur Wahl.

Oder doch eher durch Kürzungen im sozialen und kulturellen Bereich in den nächsten Jahren? Kürzungen die noch mehr das oben beschriebene Dilemma fördern? Und was ist mit der gesetzlich verankerten Nullverschuldung der Länder ab 2020. Hat sich schon mal jemand darüber Gedanken gemacht, wie und wo dann gespart wird, um diese Grenze einzuhalten?

Warum wird in der Uni-Klinik ein Haustarif eingeführt der den normal Angestellten 200 Euro weniger pro Monat verabreicht und die Gewerkschaft wehrt sich nicht? Warum gibt es in den neuen Branchen wie der Softwareentwicklerbranche nicht einmal eine fähige Gewerkschaft? Warum werden dort Arbeitnehmer "Human resources" benamt?

Warum muss meine Oma in einen Altenpflegeheim dahinvegetieren ohne ordentlich zwischenmenschliche Betreuung? Warum werden dort Eineurojobber eingesetzt und regelrecht dazu versklavt? Warum gibt es immer weniger qualifizierte Fachkräfte die ordentlich bezahlt werden?

Ich weiß ich ziehe hier alle Register. Ich greife alle Themen auf und kann es kaum in Worte fassen.

Ich denke aber dass es unsere Schuld ist. Weil wir nicht den Intellekt und den Mut besitzen uns zu wehren.

Und ich denke genau deswegen wird das nichts mehr mit uns. Und ich habe Angst vor der kommenden Geldentwertung und vor der Altersarmut.

Bearbeitet von Blaue Erdbeere, 30. Juni 2009, 11:32,


#2 Kerberos

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Geschrieben: 30. Juni 2009, 13:32

Wir sind doch nun die Generation C64, die sich um ihr Internet sorgt. <_<

#3 Tara

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Geschrieben: 02. Juli 2009, 13:14

Alle sechs Monate gibt es einen anderen Namen. Generation Golf, Generation Fun und was weiß ich noch...

Das ist auch symptomatisch. Es wird von einem Hype zum nächsten gehetzt. Immer schneller und immer weiter. Nachhaltiges Denken (mein Wortschöpfung! rofl) ist nicht angesagt.

Ich denke es ist ein Phänomen welches einfach nach Jahrzehnten des Kapitalismus und der Medienüberflutung so kommen musste. Es ist so als ob unsere Republik alt geworden ist und in das Greisenalter kommt. Elan und Aktivität ist nicht mehr angesagt. Eher gut situiert den Lebens(republik)abend verbringen. Nur leider ist das nicht gesund und wird nicht lange gut gehen. Irgendwer wird dann die Zeche zahlen müssen. Die Zeche in Millardenhöhe.

Bearbeitet von Blaue Erdbeere, 02. Juli 2009, 18:24,


#4 windmillboy

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Geschrieben: 02. Juli 2009, 22:06

Beitrag anzeigenBlaue Erdbeere schrieb am 30. Juni 2009, 11:23:

ich habe Angst [...] vor der Altersarmut.

dann kan es ja so schlimm nicht sein

#5 silastischer waffenteufel

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Geschrieben: 06. Juli 2009, 11:51

Beitrag anzeigenBlaue Erdbeere schrieb am 02. Juli 2009, 13:14:

Ich denke es ist ein Phänomen welches einfach nach Jahrzehnten des Kapitalismus und der Medienüberflutung so kommen musste. Es ist so als ob unsere Republik alt geworden ist und in das Greisenalter kommt. Elan und Aktivität ist nicht mehr angesagt. Eher gut situiert den Lebens(republik)abend verbringen. Nur leider ist das nicht gesund und wird nicht lange gut gehen. Irgendwer wird dann die Zeche zahlen müssen. Die Zeche in Millardenhöhe.


Ich glaube ehrlich gesagt nicht, daß sich sonderlich viel verändert hat und daß es so düster in den Köpfen der Menschen aussieht wie Du hier beschreibst.
Ich denke, es gab schon immer die, die kaum interessiert an Politik waren und jene, die es eben waren und sich von Dummen umgeben wähnten. Oder meinst Du der wohstandbäuchige Erhard-Wähler im Italien-Urlaub hat sich darum geschert, welche nachhaltigen Beschlüsse von der Regierung umgesetzt wurden. Okay, möglicherweise hat man damals eher Tagesschau gesehen statt Klöppel, aber ob's wen interessiert hat, das ist schwer zu beurteilen.
Im Gegenteil. Gerade durch das Netz kommen wir alle schnelle und einfacher an Informationen als je zuvor und mir scheint, es ist das Prinzip der Ü-30s, den Hedonismus der Jugend zu verurteilen, ob aus Neid wegen versäumter Teilhabe oder aber, weil man doch irgendwann mehr nachdenkt, sei dahingestellt.
Ich will mir jedoch nicht ein Urteil darüber erlauben, welche Frau mehr politisches Interesse im gleichen Alter hatte: die Hausfrau in den Fünfzigern, deren einziges Interesse darin bestand, das Abendessen für den Gatten zu bereiten oder der heutigen Berufstätigen, die sich abends bei Heidi Klum auf die Couch pflanzt.
Wenn wir mal ehrlich sind, ist doch das einzige, was Massen in Bewegung setzen kann, ein zu großer Leidensdruck, eben wie der, eingesperrt zu sein und nur in Berlin das 3. Jeansmodell, was landesweit gefertigt wurde, erwerben zu können.
Und wenn wir noch ehrlicher sind, sind wir davon recht weit entfernt.

Klar könnte man da resignieren, aber das nützt auch bloß nichts. Das einzige, was hilft, ist, statt den Leuten ihre Blödheit ständig an den Kopf zu werfen, aufzuklären, was machbar ist. Ideen zu verbreiten, wie das Bürgergeld etwa oder Produkte vorzustellen, die nachhaltig produziert werden.
Dann fang mal damit an. ;-)

#6 Tara

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Geschrieben: 20. Juli 2009, 13:48

Beitrag anzeigenwindmillboy schrieb am 02. Juli 2009, 22:06:

dann kan es ja so schlimm nicht sein

doch doch.. ich arbeite an einer antwort... ich bitte um geduld

#7 Tara

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Geschrieben: 24. August 2009, 17:10

Beitrag anzeigenwindmillboy schrieb am 02. Juli 2009, 22:06:

dann kan es ja so schlimm nicht sein

Doch ist es ganz bestimmt.

Jedes Elternteil, auch ich bin eines, versucht alles Mögliche und Beste für sein Kind zu erreichen. 20-30 Jahre wird alle Energie und Zeit darauf verwendet es dem Kind gut gehen zu lassen und es gedeihen zu lassen. Und dann kommt die Zeit indem man selber alt und gebrechlich wird und nicht finanziell und zeitlich alles mit dem Hintern einreißen will was man aufgebaut hat. Dann kommt nämlich die Zeit indem man das Kind doch wieder belastet, weil das Geld alle ist und die medizinische Pflege so teuer und aufwändig ist.

Jedes Elternteil möchte niemals in die Situation kommen diese Last dem Kind aufzubürden.

Aber es wird so kommen. Die Anzeichen von heute werden sich verstärken. Schon heute sind die alten Menschen in den Pflegeheimen zeitlich und in Aufmerksamkeit unterversorgt. Pflegekräfte packen die Alten in Zeiteinheiten in Rollstühle, karren sie in den Aufenthaltsraum, bringen um drei Uhr Kaffee und Kuchen und karren sie nach dem Abendessen wieder zurück in ihr Zimmer. Aufmerksamkeit und menschliche Nähe wird zur Mangelware. Genauso wie in den Krankenhäusern. Patienten werden schnell abgefertigt da Pflege und zuhören nicht bezahlt werden.

Möchte man dieses seinen alten Mitmenschen ersparen kostet es Geld. Viel Geld.

So ist der Stand heute.

Und die Zukunft? Wenn wir mal als sind? Der soziale und kulturelle Abstieg wird sich beschleunigen. In vierzig Jahren wird diese Republik ganz anders aussehen. Und ich glaube nicht dass sie sich verbessert. Alle Anzeichen stehen auf Sturm. Angefangen von der Globalisierung und dem Jobabbau bis hin zum Demographiefaktor.

In Sachsen-Anhalt sind jetzt schon 30% der Menschen über 60. Der gesamte Osten ist sozusagen verlorenes Land.

http://www.stala.sac.../2009/01/2.html

Zitat

In Sachsen-Anhalt ist jeder 30. Einwohner pflegebedürftig

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt erhielten zum Stichtag 15.12.2007 in Sachsen-Anhalt 80 751 pflegebedürftige Personen Leistungen entsprechend dem Pflegeversicherungsgesetz, d. h. 33 je 1 000 der Bevölkerung. Das waren 5 137 Pflegebedürftige mehr als im Dezember 2005 und 14 135 mehr als im Dezember 1999. War 1999 noch jeder 40. Sachsen-Anhalter auf pflegerische Leistungen angewiesen, so war 2007 schon jeder 30. Einwohner betroffen.

http://www.focus.de/...aid_354200.html

Zitat

Während die arbeitsfähigen Jungen flüchten, bleiben die Alten dem Osten erhalten. So sind Chemnitz und Halle an der Saale die ersten deutschen Großstädte, in denen der Anteil der über 80-jährigen schon zweistellige Prozentzahlen erreicht. Während Mainz und München mit einem Medianalter ihrer Bewohner von 40,6 Jahren rechnen können, wird die Bevölkerung von Gera, Frankfurt/Oder oder dem sächsischen Hoyerswerda (59,0) – im Durchschnitt fast 20 Jahre älter sein.

http://p3.focus.de/i...gen_r_700xA.jpg

Und das Ganze Geleiere von wegen in so und soviel Jahren muss ein Arbeitnehmer zwei Rentner finanzieren erspare ich dir jetzt mal.

So und wo führt das Ganze hin? Zum kompletten sozialen und finanziellen Zusammenbruch unseres Sozialsystems.

Und nur der kommt einigermaßen durch dieses Desaster der Geld hat. Die anderen werden vor die Hunde gehen und ihre Kinder mit in das finanzielle Chaos stürzen.

Den Rest erspar ich vorerst mir und dir. Baby ruft/schreit nach mir.

#8 Kerberos

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Geschrieben: 24. August 2009, 21:43

Der Verfall in der sozialen Rückhaltsystemen ist weitgehend ein Resultat der Privatisierungsheilslehre. Es wird übersehen das Privatisierung keine Sicherungen bieten, und zudem teurer sind als staatlisch getragene Konzepte. Teurer, weil jedes Unternehmen Profite erwirtschaften möchte und muss. Diese Profite werden auf dem Kapitalmarkt erkämpft. Der Profit der entsteht ist Geld das von Anderen geschuldet wird. Mitunter über drei Umwege von denen welche durch diese Versicherung eigentlich Sicherung erhalten wollten. Dann wird natürlich ein großer Teil der Profite in das Unternehmen selbst gepumpt und nicht dem Versicherten ausgezahlt. Wenn man es sich ein wenig überlegt ist das System völlig absurd, wir bescheißen uns doch selbst damit. Da kann ein Unternehmen tausendmal die Löhne kürzen und seine Mitarbeiter an der kurzen Leine halten. Eine staatliche Umlagefinanzierung ist viel effizienter, oder glaubt ihr wirklich das das kleine Heer von Beamten die da die Buchhaltung bewerkstelligen mehr kosten, als die prunkvollen Bankentürme, mondänen Dienstreisen, pflippigen Werbekampangen und hochbezahlten Manager, usw...? Das ist doch Volksverdummung hoch drei...

Das mit der Sicherung zu erklären halte nach der Bankenkrise für überflüssig... :rolleyes:

#9 Tara

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Geschrieben: 25. August 2009, 09:31

Das ist doch nur ein Teilaspekt des ganzen Problems. Viel mehr sind es die wegbrechenden Arbeitsplätze und die Überalterung der Gesellschaft.

In 40 Jahren wird der Osten renaturiert. Ganz Sachsen-Anhalt kann eigentlich aufgelöst werden. Ich weiß du wohnst in Magdeburg. Ich bin dort aufgewachsen. Aber allein diese Stadt. Die eigentlich Landeshauptstadt ist, ist ein Symbol für die Zukunft. Jedesmal wenn ich dort zu Besuch bin fällt mir auf wie sich diese Stadt kulturell und wirtschaftlich zurück entwickelt. Magdeburg hatte schon einen Einbruch von 10-15 % der Einwohnerzahl und es ist kein Ende abzusehen. Nur wenige Jugendliche bleiben dort. Viele ziehen weg.

Vom Rest von Sachsen-Anhalt ganz zu schweigen.

Vor kurzem gab es ja diese Studie in der aufgefordert wurde Teile des Landes als verloren anzusehen und nur noch das nötigste zu machen. Aber unser kompetenter "Tunnelbauer" Tiefensee möchte diese Studie nicht wahrhaben, da ja jetzt Wahlen sind.

http://www.sueddeuts...96/473213/text/

Zitat

Die Autoren des 64 Seiten starken Gutachtens, Andreas Weber und Reiner Klingholz, legen in dem Papier nahe, bestimmte Regionen vor allem in den neuen Ländern nicht länger gesondert zu fördern. Grund: Bisher hätten sich nahezu alle Ansätze als kostenintensiv, aber wirkungslos erwiesen. Freilich ist das keine Nachricht, mit der Sozialdemokrat Tiefensee punkten kann.

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung ließ die Studie kurzerhand von der Seite des Institutes löschen. Am Dienstag erreichte das Berlin-Institut der "Wunsch des Ministeriums, die Studie von der Seite zu nehmen", sagte Institutsmitarbeiter Christian Kutzner zu sueddeutsche.de.

Das Ganze ist so erbärmlich und zeigt, dass wir alle, ganz Deutschland, nicht die Kraft haben die Zukunft zu bewältigen.

Ich sehe da relativ schwarz.

Bearbeitet von Yelgrun, 25. August 2009, 09:32,


#10 Tara

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Geschrieben: 25. August 2009, 11:46

Wie auf Bestellung:

http://www.igsf.de/html/pm98-100.HTM

Zitat

25. August 2009
Neue Studie zur Gesundheitsversorgung:
In 10 Jahren wird es im Gesundheitswesen finanziell und personell ganz eng

“Es darf keine weitere Reform im Gesundheitswesen, keine neue Gesetzgebung mehr geben, die sich nicht an der demografischen Entwicklung orientiert“, so Prof. Dr. med. Fritz Beske vom IGSF in Kiel bei der Vorstellung einer neuen Studie des Instituts mit dem Titel „Morbiditätsprognose 2050 – Ausgewählte Krankheiten für Deutschland, Brandenburg und Schleswig-Holstein“, eine Hochrechnung der Morbidität für 22 Krankheiten für Deutschland, Brandenburg und Schleswig-Holstein bis 2050. Demografische Entwicklung und medizinischer Fortschritt stellen sowohl hinsichtlich der benötigten finanziellen Mittel als auch der personellen Ressourcen Anforderungen an die Gesundheitspolitik, die nach Ansicht des Wissenschaftlers nicht länger ignoriert werden dürfen.

Die Kurz-Mein Link und Langfassung der Pressemitteilung finden Sie hier.

Im Jahr 2050 werden 10 Millionen über 85 sein. Und nur 10,4 Millionen unter 20. Allein 22,8 Millionen über 65 Jahre.

Oder noch besser in Prozentzahlen. Altersgruppe unter 20 minus 35%. Der über 65jährigen plus 38% und der über 85jährigen plus 156%.

Die die das alles bezahlen müssen(20-64 Jahre) gehen um 29% zurück. Oder aber in Millionen: von 49,8 auf 35,5.

Also ich habe Angst. Wir werden nicht mehr im Wohlstand leben.

Bearbeitet von Yelgrun, 25. August 2009, 11:49,


#11 Kerberos

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Geschrieben: 25. August 2009, 15:37

Also Magdeburg versprüht wirklich nicht viel vom Glanz und Gloria einer Landeshauptstadt. Es gibt hier zwar zwei Hochschulen, welche sehr gute Arbeit leisten und gerade auch durch den Umstand der nicht vorhandenen Studiengebüren junge Leute in die Stadt holen. Jedoch gibt es keine adäquaten Perspektiven für diese Menschen nach der Ausbildung hier auch Fuß zu fassen. Da vermasselt die Politik regelmässig Chancen und Angebote von Unternehmern. Stattdessen rühmen wir uns hier mit Callcentern und anderen Beschäfftigungsmöglichkeiten (Arbeitsplätze möchte ich dazu nicht sagen) bei der keine große Qualifikation vorhanden sein muss.

Auf dem ersten Blick gibt es hier wirklich alles das was ein Unternehmer zum erfolgreischen Wirtschaften benötigt. Eine gute Transportanbindung über zwei große Autobahnen, das Schienennetz der Bahn und die Elbe. Das Problem ist kein Mensch fragt sich was die Menschen hinter den Unternehmen benötigen. Lebensqualität drückt sich nicht nur im Kontoauszug aus, sondern erstmal in den Dingen die man damit auch erweben kann. Kultur ist hier eine Mangelware. Klar wir haben ein obligatorisches Theater in der Stadt aber das hat doch jede Stadt, das ist nicht der entscheidene Punkt der zählt. Magdeburg ist trostlos, hier hat niemand den Eindruck das hier Leben pulsiert. Wir schaffen es nicht an der Autobahn, an der Elbe und am Schienennetz ein bedeutende Wegmarke zu sein. Die Bahn drückt das auf ihre Weise in ganz ironischer Art aus. In Magdeburg hält seit ein paar Jahren kein ICE mehr... *lol*

Beim Demografiefaktor denke ich das der auch Chancen eröffnet. Nach dem 2.Weltkrieg hat Deutschland auch Gastarbeiter ins Land geholt und erfolgreich den Wiederaufbau geschafft. Warum bieten wir nicht jungen menschen aus aller Welt ein gute Ausbildung? In z.B. China sind nicht alle bettelarm. Dort gibt es ein Haufen Neureicher die ihre Kinder gerne ins Ausland schicken um ihnen ein gute Ausbildung zu bieten. Und die bezahlen dafür auch Geld. Nein, stattdessen knüpft man fast bundesweit den einheimischen Studenten Studiengebühren ab und lässt die Ausländischen über Förderprogramme studieren, ist das denn logisch?

#12 An Chiardhuibh

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Geschrieben: 25. August 2009, 15:52

Ich denke auch, das Zuwanderung das Problem zu einem bestimmten Grad lösen kann. Natürlich möchte man vor allem qualifizierte junge Menschen ins Land holen und auch halten. Mit dem neuen Zuwanderungsgesetz wurde deshalb auch beschlossen, dass ausländische Studenten nach ihrem Abschluss ein Jahr lang Zeit haben hier eine passende Arbeit zu finden.

Ich muss aber auch sagen, dass ich das Beklagen über die Abwanderung junger Leute aus Ostdeutschland von seiten der Politik nicht ganz ernst nehmen kann, wenn gleichzeitig Menschen nicht aufgenommen werden, wie es einer sehr guten Freundin von mir gerade passiert: sie hat in Leipzig studiert und würde gerne hier bleiben. Als Kontingentflüchtling hat sie eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis für Deutschland. Da sie und ihre Familie aber dem Bundesland Baden-Würtemberg "zugeteilt" wurde, darf sie ihren Hauptwohnsitz nur wechseln, wenn das entsprechende Bundesland ja sagt. Und Sachsen hat ohne wirkliche Begründung abgelehnt.

#13 Tara

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Geschrieben: 26. August 2009, 18:46

Ach meine jungen Padawane ...

ich weiß noch wie ich damals 1994 in Magdeburg zwei Monate im Asylantenheim arbeitete. Und damals hatte ich die selben Hoffnungen und Vorstellungen über das was getan werden müsste. Und hey auch heute habe ich die selben Ansichten. Und warum? Weil sie richtig sind. Ihr habt vollkommen Recht. Das wäre die Lösung.

Nur was ist in den 15 Jahren passiert? Nüschts ...

Es ist eigentlich nur alles viel schlimmer. Ein paar Anläufe die klugen Ausländer ins Land zu holen sind sang und klanglos untergegangen (Green Card, Rüttgers O-Ton: Inder statt Kinder). Die fehlende Integration hat sich noch verschlimmert und die nachfolgende Migrantengeneration ist noch erfolgloser in jeglicher Hinsicht. Ich erspar euch jetzt Rütlischule, Eisenbahnstrasse und co. Hat sich irgendwas getan in den letzten 15 Jahren? Nein.

So und ich sage schon jetzt voraus dass die nächsten zehn bis zwanzig Jahre auch nichts passieren wird. Bis ja bis die Kacke halt wirklich am Dampfen ist und Leute wirklich dringend in das Land geholt werden müssen. Nur wird der Staat und die sozialen Systeme dann so kurz vor dem Kollaps stehen, dass die dann erfolgende Integration aufgrund von sozialen Missstimmungen katastrophal ablaufen wird.

So ist meine Prognose. Oder denkt ihr wirklich dass die zukünftige Regierung die Weichen richtig stellen wird? Oder die danach? Und schwupps schon sind wieder 15 Jahre vorbei. Tja ...

Ich zieh euch mal schön runter. Is ja mein Threaderstellerjob hier. rofl

Ach und was Magdeburg und co angeht. Das Problem ist ja auch der intellektuelle Exodus. Jeder der Jungen die die Chance haben wegzuziehen tuen es. Und die anderen bleiben zurück in der kulturellen und intellektuellen Einöde.

Ich weiß für jemand der zum Beispiel in Magdeburg wohnt könnte solche Argumentation übel nehmen. Aber es ist leider so.

Selbst hier zehn Kilometer außerhalb Leipzigs beginnt schon eine komplett andere Gesellschaft in er CDU und NPD das sagen haben. Komplett andere Lebensumstände und Vorstellungen wie zum Beispiel ein Schulanfang auszusehen hat.

#14 An Chiardhuibh

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Geschrieben: 01. September 2009, 12:55

nagut. hier ein weiterer versuch der pessimistischen grundstimmung dieses threads etwas entgegenzusetzen :)

beim broteschmieren in der früh fiel mir die ankündigung dieses beitrags auf deutschlandradio kultur auf, der aber mal sowas von perfekt hierher passt. der link führt zu einer schriftlichen version des politischen feuilletons, kann aber auch angehört werden, wenn man auf das audiosymbol vor der überschrift klickt.

der beitrag mag einige der schlimmsten befürchtungen zwar nicht entkräften können, aber er weißt daraufhin, dass sich neben der demographischen struktur auch die gesamtsituation in deutschland verändert und angepasst wird.

#15 Kerberos

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Geschrieben: 01. September 2009, 14:56

Die Stimme des Sprechers hat was hypnotisches.

#16 Schattenläufer

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Geschrieben: 02. September 2009, 01:14

Beitrag anzeigenAn Chiardhuibh schrieb am 01. September 2009, 12:55:

nagut. hier ein weiterer versuch der pessimistischen grundstimmung dieses threads etwas entgegenzusetzen :)

beim broteschmieren in der früh fiel mir die ankündigung dieses beitrags auf deutschlandradio kultur auf, der aber mal sowas von perfekt hierher passt. der link führt zu einer schriftlichen version des politischen feuilletons, kann aber auch angehört werden, wenn man auf das audiosymbol vor der überschrift klickt.

der beitrag mag einige der schlimmsten befürchtungen zwar nicht entkräften können, aber er weißt daraufhin, dass sich neben der demographischen struktur auch die gesamtsituation in deutschland verändert und angepasst wird.

Der Beitrag ist nett und liest sich gut.
Aber ich bin skeptisch und hege so meine Zweifel, dass das wirklich alles so schön und toll ist/ sich entwickelt, wie es in dem Beitrag dargestellt wird.
Und selbst wenn dem so wäre, löst das leider bei weitem nicht alle Probleme, die unser knuffiges kleines Land hat.

#17 Tara

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Geschrieben: 03. September 2009, 09:52

Die Stimme hat was von Loriot. Ich find den Beitrag auch ganz nett aber hat keine fundierten wissenschaftlichen Untersuchungen aufzuweisen. Oder hab ich sie überhört? Mein Beitrag oben aber ist wissenschaftlich fundiert.

Tja entschuldige die miserable Stimmung aber bei uns ist so eine miese Stimmung zu Hause. Das glaubst du kaum. Wir sind so desillusioniert. Wahrscheinlich haben wir schon zu viele Wahlen mitgemacht.

Und das Schwarz/Gelbe-Horrorszenario ist einfach zu beklemmend.

Wenn man vorgeführt bekommt wer wirklich die Macht im Land hat(siehe ackermanns gäste) kann das schon einen etwas runterziehen.





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