Steuersünderdateien - Wie damit umgehen?
Was würden Kant, Jean-Luc Picard, Jesus oder J.S. Mill tun?
#1
Geschrieben: 31. Januar 2010, 13:46
ein hochgradig brisantes feld. wie würdet ihr euch entscheiden? wie leicht fällt euch diese entscheidung? wie begründet ihr sie und welche zweifel räumt ihr ein?
#2
Geschrieben: 31. Januar 2010, 14:35
Klar, aber das werden die Schweizer natürlich nicht machen, die profitieren schließlich davon, dass dort Schwarzgeld gelagert wird.
Achso, ansonsten: Ja, kaufen. Die sonst so marktwirtschaftliche FDP sollte das eigentlich unterstützen, nur sind vermutlich zu viele Mitglieder betroffen.
#3
Geschrieben: 31. Januar 2010, 18:12
ich bin also tendenziell dagegen die cd zu kaufen. sicher bin ich mir jedoch nicht.
#4 Gast_Fanal_*
Geschrieben: 31. Januar 2010, 19:15
Ja, der Zweck heiligt die Mittel, und ich würde es als sehr hilfreich empfinden, wenn all die großen und mittelgroßen Steuerhinterzieher, die fünf- bis sechsstellige Beträge via Schweiz hinterziehen, sich nicht mehr sicher fühlen können. Ich glaube, dann würde es vielleicht wieder mal Selbstanzeigen beim deutschen finasnzamt hageln :-)
#6
Geschrieben: 31. Januar 2010, 21:22
1. der staat würde womöglich den straftbestand der hehlerei erfüllen
2. die internationen auswirkungen: der kauf würde es legimitieren, dass staaten daten aus anderen ländern aufkauften, auch von deutschen
3. der geldaspekt: man würde "datenschutz nach kassenlage betreiben"
natürlich möchte jeder miesen steuerbetrügern das handwerk legen, wenn man das aber um jeden preis fordert, dann muss man sich auch über die folgen bewusst sein und die sind meiner meinung nach nicht unerheblich.
#12
Geschrieben: 02. Februar 2010, 01:43
Ich persönlich bin dafür endlich internationalen Druck auf die Schweiz auszuüben, daß die wiederum aufhört Kriminellen auf aller Welt zuflucht für deren exorbitante Summen zu gewähren. Da mag die Schweiz noch so neutral sein. Auf diesem Weg werden auch Menschen getötet, verletzt und geschädigt, wie alle exorbitanten unvorstellbaren Geldsummen Leben zerstören.
Nur so ein Druck könnte helfen und dann könnte die Schweiz tatsächlich Leute wie diesen Datenhändler überflüssig machen und oder ihn wenigstens ausliefern.
#13
Geschrieben: 02. Februar 2010, 02:26
#14
Geschrieben: 02. Februar 2010, 17:39
Tja und zum Thema der Zweck heiligt die Mittel. Gibt es denn schon konkrete Vorschläge wofür man das Geld einsetzen würde? Und ist eine Summe von 100 Mio. Euro in Zeiten der Finanzkrise überhaupt noch erwähnenswert? Mit dieser Summe könnte der Freistaat Bayern nichtmal 3 % seiner Verluste an der Hypo Alpe Adria kompensieren. Oder das israelische Militär könnte sich keine ganze Fregatte durch die Bundesregierung subventionieren lassen. Das ist doch den Aufwand nicht wert. Und wer wird mich entschädigen, sollten die Schweizer als Folge die Schokoladenpreise anheben? ach herje, die Welt ist so verrückt
#15
Geschrieben: 03. Februar 2010, 19:29
Steinbrück redete ja vom "Geschäft seines Lebens" wenn die Sprache auf die unlängst aufgetauchte Steuersünder-CD kommt, die Herrn Zumwinkel seinerzeit zum Verhängnis wurde.
Ich frage mich, ob das denn in der Tat wahr ist.
Auf besagten Datenträgern finden sich auch Massen an Daten unbescholtener Leute. Jeder Fall muß also einzeln aufgedröselt, überprüft und auch einzeln vor Gericht gebracht werden. Für alle gibt es einzelne Verfahren usw. usf.
Ich kann mir gut vorstellen, daß dieser Aufwand auch schon einiges kostet.
Wie auch immer, unsere "und-plötzlich-kann-sie-basta-sagen"-Merkel hat mit der ungewohnt deutlichen Entscheidung, diese Daten nutzen zu wollen, einen gekonnten Schachzug ausgeführt. Der allgemeine "Volkswille", dem daran gelegen ist, so etwas wie Gerechtigkeit herbeizuführen, schert sich nicht, ob die Beweise illegal sind. Indem sie ins gleiche Horn stößt, bekommt Merkel so die Gunst der Wähler. Wird dann von irgendeiner Rechtsinstitution die Unzulässigkeit der "Beweise" festgestellt, ist ihr Schaden wesentlich geringer als hätte sie die rechtlichen Bedenken von Beginn an ins Feld geführt. Man sollte also diese "Entscheidung" nicht ausschließlich auf den einzigen Zweck zurückführen, Steuersünder zu fangen.
Ich persönlich tendiere jedoch auch dazu, diese Mittel anzuwenden. Immerhin haben wir ähnliche Regelungen bei Drogen- Betäubungsmitteldelikten und der Kronzeugenregelung.
Ich sehe das auch als ein Zeichen an die Schweiz. Würde die endlich ihr Bankgeheimnis wirklich transparenter gestalten, müßte man sich nicht solcher Methoden bedienen, wobei der übliche Aufschrei der Banken, auf rechtliche Maßnahmen prüfen zu wollen und diese einzuleiten, so folgenlos bleiben wird, wie damals bei Steinbrück, was im Grunde schon dafür spricht, daß der Schweiz im Grunde auch nicht daran gelegen ist, einzig unsere Kriminellen als Kundschaft zu haben.
Woran es bisher mangelte, war nicht der gute Wille der Schweiz, die sich ja in der Tat dafür aussprach, besser zusammenzuarbeiten, um Fiskusflüchtligen habhaft zu werden (und dahingehend sehr um ihren guten Ruf besorgt ist), sondern vielmehr am sehr trägen Schweizer System, in dem keiner schnell die Sache in die Hand nehmen konnte.
Trotz dieser Einstellung ärgert mich die Sympathieheischerei der Regierung, einzig und allein der dieser Schnellschuß galt. Jede Regierung, sorry, jede seriöse Regierung eines ordentlichen Rechtsstaates würde angesichts dieser Mittel des illegalen Datenkaufes wenigstens Bauchschmerzen bekommen.
#16
Geschrieben: 05. Februar 2010, 00:19
#17
Geschrieben: 05. Februar 2010, 01:48
silastischer waffenteufel schrieb am 03. Februar 2010, 19:29:
Na könnte man nicht einen einseitigen Vertragsbruch begehen und die Daten erstmal kaufen und anschließend den Hacker juristisch belangen und das Geld zurückpfänden? Das wäre auf jeden Fall eine eindeutiges Zeichen.
Obwohl es mitlerweile auch Spekulationen gibt, dass die Regierung nur Panik verbreiten möchte, um möglichst viele Sünder zur Selbstanzeige zu animieren. In den ÖR ist allerdings nun von einer weit größeren Summe die Rede, bis zu 400 Mio. Das deutet dann eher auf einen Versuch hin den Kauf zu legitimieren.
#19
Geschrieben: 05. Februar 2010, 13:51
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