"Die Gürtel müssen enger geschnallt werden". Das bereits zum Ende des letzten Jahres ausgelobte Motto für die kommenden Monate, schwebt einem Damoklesschwert gleich über Deutschland und blitzt höhnisch, wenn sich jemand erdreistet, von Steuerentlastungen zu sprechen. Sparen ist gut. Geld ausgeben aber auch. Und so übt sich die Bundesregierung in der Quadratur des Kreises und versucht beides. Vor allem die Kommunen schlagen deshalb Alarm und verweisen auf leere Kassen. Kindergärten, Schwimmbäder, Stadtbibliotheken, die städtischen Kulturszenen überhaupt sind von Kürzungen bedroht. Leipzig stellt da mitnichten eine Ausnahme dar.
So beklagt die Freie Szene Leipzig bereits seit längerem ihre notorische Unterfinanzierung und fordert vom Stadtrat eine Erhöhung von bisher knapp 3 auf 5 Prozent des Kulturetats. Doch anstatt die Mittel zu erhöhen, werden sie gekürzt und das auf nicht zulässige Art und Weise, wie die freie Szene dem Stadtrat nun vorgerechnet hat. Indem sachfremde Posten als Teil der Förderung deklariert wurden, wurde verschleiert, dass tatsächlich eine finanzielle Kürzung vorgenommen wurde (ausführlich in diesem Artikel der L-IZ)
Doch selbst mit derlei Tricks lassen sich die enormen finanziellen Herausforderung, die Kommunen wie Leipzig bevorstehen, wohl nicht wegrechnen. Wolfram Leutze, Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Leipziger Stadtrat, fordert die Bürger deshalb auf sich zu wehren und für die Kulturlandschaft ihrer Stadt zu kämpfen. (Leutze im Interview mit der L-IZ)
Wie schätzt ihr die Lage ein? Bedarf es einer breiten Bewegung für den Erhalt der kulturellen Vielfalt oder wird doch nur alles dramatisiert? Wie wichtig sind euch die kulturellen Angebote in Leipzig überhaupt?
Was wird aus der Kulturszene in Leipzig?
Kommunen in der Wirtschaftskrise
Eröffnet von An Chiardhuibh, 05.02.10, 16:08
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