Ehevertrag
ja oder nein?
#1
Geschrieben: 11. Februar 2010, 12:30
Für viele Menschen ist das eine schwierige Frage.
Wenn man ohne nennenswerte Besitztümer in die Ehe startet, dann ist sie vielleicht leicht zu klären.
Als "Zugewinngemeinschaft" besitzen viele nach ein paar Jahren ein kleines Haus mit einer Menge Schulden und haben Kinder, die schon von allein dafür sorgen, daß da nicht wirklich ein "Zugewinn" entsteht.
Aber, wer heiratet, tut das mit einer lebenslangen gemeinsamen Perspektive. Oder?
Hier den Fall einer möglichen Trennung und Scheidung schon "einzukalkulieren", halte ich für bedenklich.
Deswegen würde ich einerseits dazu raten, auf einen Ehevertrag zu verzichten.
Wer gemeinsam mit dem Ziel "lebenslang" startet, sollte sich normalerweise auch ganz darauf einlassen.
Andererseits: Scheidungen sind heute eine Wirklichkeit, der man sich stellen muß. Auch wenn wir es beim Start in die Ehe für unmöglich halten: Keiner kann sich für seine Ehe absolut sicher sein. Deswegen ist es in bestimmten wenigen Fällen sinnvoll einen Ehevertrag abzuschließen.
Wie seht ihr das?
Würdet ihr einen Ehevertrag verlangen, unterschreiben oder ablehnen?
#3
Geschrieben: 11. Februar 2010, 14:38
Eine Scheidung kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden und leider ist auch nicht immer darauf Verlass, dass sich im Guten getrennt wird und die Besitzverhältnisse auf friedliche Art geklärt werden.
Ich denke auch nicht, dass so ein Ehevertrag dazu bestimmt ist bzw. bestimmt sein sollte, den anderen vorzuführen oder gegen den Partner zu verwenden, sondern um seine eigene Existenz zu sichern, denn obwohl ein Paar, ist man doch immer noch eine selbständig und eigenverantwortlich handelnde Person. Und da spielt es keine Rolle, ob es dabei um einen Mann oder eine Frau handelt.
#4
Geschrieben: 11. Februar 2010, 16:02
#5
Geschrieben: 11. Februar 2010, 18:01
bogarnil limdal schrieb am 11. Februar 2010, 16:02:
Schön gesagt.
#6
Geschrieben: 11. Februar 2010, 21:36
Ratsam ist ein Ehevertrag zum Beispiel, wenn einer der Ehepartner Anteile an einem Familienunternehmen besitzt. Da geht es dann vielleicht darum, die Firma im Falle einer Scheidung abzusichern. Insbesondere, wenn andere Menschen oder Existenzen im Falle einer Scheidung betroffen sind, ist es verantwortungsbewußt, das im Vorfeld zu klären.
Wichtig ist einfach, daß durch einen Ehevertrag keine Abhängigkeit oder Machtverhältnisse entstehen. Ich glaub wenn durch so einen Vertrag ein Partner offensichtlich ausgebeutet wird, dann sind sie ohnehin nicht rechtskräftig.
Übrigens, einen Ehevertrag kann man nicht nur zu Beginn einer Ehe, sondern auch während einer Ehe abschließen.
Meine Meinung ist: eie Ehe, eine Kasse, ein gemeinsamer Besitzstand - in guten wie in schlechten Zeiten.
#7
Geschrieben: 11. Februar 2010, 21:40
Rennie schrieb am 11. Februar 2010, 21:36:
#9
Geschrieben: 11. Februar 2010, 22:23
Ich vermute mal ganz stark, dass die Betroffenen schon innerlich ihren Verstand hören, der ihnen eingibt, aufzupassen, aber sie schlagen die Bedenken in den Wind und glauben nicht, dass es sie irgendwann treffen könnte. Verdrängen es.
#12 Gast_Fanal_*
Geschrieben: 07. März 2010, 20:20
#13
Geschrieben: 14. März 2010, 18:41
Schon allein, jemanden mit Schulden zu heiraten, ist *hüstel* ziemlich nobel, aber diese Schulden dann zur Hälfte selbst an der Backe zu haben, wenn es schiefgeht, wäre nur dämlich.
#14
Geschrieben: 16. März 2010, 18:41
In der Diskussion ging es bisher ja hauptsächlich um Szenarien der Ausbeuterei oder um finanziell begründete Machtgefüge - aber mal eine leicht andere Denkrichtung:
Wer vorher vertraglich alle Besitzverhältnisse und einen rechtlich bindenden Leitfaden für die Zukunft der Ehe bestimmt, ist später auch ohne jegliche Scheidungsszenarien einfach entspannter. Der später so häufige Streit ums liebe Geld kann minimiert werden, die Verhältnisse sind klar und unkompliziert, und damit ist eine potentielle Stolperfalle des Ehelebens schon mal vorsorglich beseitigt.
Eheverträge finde ich deswege ähnlich wichtig wie eine private Altersvorsorge im Pflegefall - damit rechnet auch keiner, aber wer sich nicht selbst kümmert kann ganz leicht der ständig wechselnden und veränderbaren Gesetzgebung zum Opfer fallen. Wer weiß, wie die rechtliche Situation in 20 Jahren aussieht...
Was also privat und verbindlich geregelt werden kann, soll auch so geregelt werden. Das ist nicht unromantisch, das ist gesunder Menschenverstand.
[edit] BTW: Ich MUSS sogar einen Ehevertrag schließen, wenn ich mich irgendwie absichern will, die "Ehe" zwischen zwei Frauen steht rechtlich nämlich auf sehr, sehr wackligen Beinen...
Bearbeitet von Libera, 16. März 2010, 18:42,
#15
Geschrieben: 16. März 2010, 23:32
Libera schrieb am 16. März 2010, 18:41:
[edit] BTW: Ich MUSS sogar einen Ehevertrag schließen, wenn ich mich irgendwie absichern will, die "Ehe" zwischen zwei Frauen steht rechtlich nämlich auf sehr, sehr wackligen Beinen...
Du heiratest eine Frau? Steht das schon fest? So richtig absolut?
Ach menno. Wo sind die *hobbelweint*-Smileys?
Ich gebe dir bezüglich der protektiven Gütertrennung auf dem Papier durchaus Recht, 50 Euro für ein notarielles Schreiben investiert man lieber als monatlich 5 Jahre in eine Eheversicherung - gibt es sowas?
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