Inhalte aufrufen


Ehevertrag
ja oder nein?


15 Antworten zu diesem Thema

#1 Rennie

    Advanced Member

  • Moderatoren
  • 301 Beiträge

Geschrieben: 11. Februar 2010, 12:30

Sollte man heutzutage eine Trennung als mögliches Ereignis einkalkulieren und bei der Hochzeit die Eigentumsverhältnisse für den Fall der Scheidung klären?

Für viele Menschen ist das eine schwierige Frage.

Wenn man ohne nennenswerte Besitztümer in die Ehe startet, dann ist sie vielleicht leicht zu klären.

Als "Zugewinngemeinschaft" besitzen viele nach ein paar Jahren ein kleines Haus mit einer Menge Schulden und haben Kinder, die schon von allein dafür sorgen, daß da nicht wirklich ein "Zugewinn" entsteht.

Aber, wer heiratet, tut das mit einer lebenslangen gemeinsamen Perspektive. Oder?
Hier den Fall einer möglichen Trennung und Scheidung schon "einzukalkulieren", halte ich für bedenklich.
Deswegen würde ich einerseits dazu raten, auf einen Ehevertrag zu verzichten.
Wer gemeinsam mit dem Ziel "lebenslang" startet, sollte sich normalerweise auch ganz darauf einlassen.

Andererseits: Scheidungen sind heute eine Wirklichkeit, der man sich stellen muß. Auch wenn wir es beim Start in die Ehe für unmöglich halten: Keiner kann sich für seine Ehe absolut sicher sein. Deswegen ist es in bestimmten wenigen Fällen sinnvoll einen Ehevertrag abzuschließen.

Wie seht ihr das?
Würdet ihr einen Ehevertrag verlangen, unterschreiben oder ablehnen?

#2 phriedrich

    Geek

  • Technik/Verein
  • PunktPunktPunkt
  • 1.413 Beiträge

Geschrieben: 11. Februar 2010, 14:09

Ich würde einen befürworten, wenn ich denn überhaupt ans heiraten denken würde.

(Nicht, dass ich da prinzipiell was dagegen hätte, aber ich könnt's mir noch nicht vorstellen …)

#3 Mausfrau

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 39 Beiträge
  • Location:Leipzig

Geschrieben: 11. Februar 2010, 14:38

Natürlich ist es unangehmen, noch bevor man überhaupt ins gemeinsame Leben gestartet ist, über so etwas nachzudenken, allerdings muss man den Tatsachen der Wirklichkeit ins Auge blicken. Eine Absicherung aller Eventualitäten halte ich für wichtig. Dazu sei gesagt, dass ich ohnehin ein eher sichterheitsorientierter Mensch bin.
Eine Scheidung kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden und leider ist auch nicht immer darauf Verlass, dass sich im Guten getrennt wird und die Besitzverhältnisse auf friedliche Art geklärt werden.
Ich denke auch nicht, dass so ein Ehevertrag dazu bestimmt ist bzw. bestimmt sein sollte, den anderen vorzuführen oder gegen den Partner zu verwenden, sondern um seine eigene Existenz zu sichern, denn obwohl ein Paar, ist man doch immer noch eine selbständig und eigenverantwortlich handelnde Person. Und da spielt es keine Rolle, ob es dabei um einen Mann oder eine Frau handelt.

#4 bogarnil limdal

    Newbie

  • Moderatoren/Verein
  • PunktPunktPunkt
  • 1.607 Beiträge

Geschrieben: 11. Februar 2010, 16:02

mir hat mal ein geschäftspartner einen sehr umfangreichen vertrag mit den worten unterzeichnet, daß ein vertrag ohne vertrauensverhältnis nicht das papier wert sei, auf das er gedruckt wurde. diese botschaft umfaßt zweierlei: wenn man sicherheit will, dann reicht der vertrag nicht aus. man muß "wissen", daß die vereinbarung vom anderen auch ohne verschriftlichung eingehalten würde, sonst ist die unterzeichnung an sich bereits riskant. immerhin gibt es ja auch mit vertrag noch genug möglichkeit, um dessen auslegung und gültigkeit zu streiten. andererseits bedeutet vor diesem hintergrund die unterzeichung des vertrags nicht, daß man sich gegenseitig mißtraut, sondern, daß man bereit ist, im vertrauen auf den anderen sich auf die eigenen versprechungen festzulegen.

#5 Rabenfutter

    Newbie

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 379 Beiträge

Geschrieben: 11. Februar 2010, 18:01

Beitrag anzeigenbogarnil limdal schrieb am 11. Februar 2010, 16:02:

mir hat mal ein geschäftspartner einen sehr umfangreichen vertrag mit den worten unterzeichnet, daß ein vertrag ohne vertrauensverhältnis nicht das papier wert sei, auf das er gedruckt wurde. diese botschaft umfaßt zweierlei: wenn man sicherheit will, dann reicht der vertrag nicht aus. man muß "wissen", daß die vereinbarung vom anderen auch ohne verschriftlichung eingehalten würde, sonst ist die unterzeichnung an sich bereits riskant. immerhin gibt es ja auch mit vertrag noch genug möglichkeit, um dessen auslegung und gültigkeit zu streiten. andererseits bedeutet vor diesem hintergrund die unterzeichung des vertrags nicht, daß man sich gegenseitig mißtraut, sondern, daß man bereit ist, im vertrauen auf den anderen sich auf die eigenen versprechungen festzulegen.

Schön gesagt.

#6 Rennie

    Advanced Member

  • Moderatoren
  • 301 Beiträge

Geschrieben: 11. Februar 2010, 21:36

Ja, wirklich schön gesagt.
Ratsam ist ein Ehevertrag zum Beispiel, wenn einer der Ehepartner Anteile an einem Familienunternehmen besitzt. Da geht es dann vielleicht darum, die Firma im Falle einer Scheidung abzusichern. Insbesondere, wenn andere Menschen oder Existenzen im Falle einer Scheidung betroffen sind, ist es verantwortungsbewußt, das im Vorfeld zu klären.

Wichtig ist einfach, daß durch einen Ehevertrag keine Abhängigkeit oder Machtverhältnisse entstehen. Ich glaub wenn durch so einen Vertrag ein Partner offensichtlich ausgebeutet wird, dann sind sie ohnehin nicht rechtskräftig.

Übrigens, einen Ehevertrag kann man nicht nur zu Beginn einer Ehe, sondern auch während einer Ehe abschließen.


Meine Meinung ist: eie Ehe, eine Kasse, ein gemeinsamer Besitzstand - in guten wie in schlechten Zeiten.

#7 phriedrich

    Geek

  • Technik/Verein
  • PunktPunktPunkt
  • 1.413 Beiträge

Geschrieben: 11. Februar 2010, 21:40

Beitrag anzeigenRennie schrieb am 11. Februar 2010, 21:36:

Wichtig ist einfach, daß durch einen Ehevertrag keine Abhängigkeit oder Machtverhältnisse entstehen. Ich glaub wenn durch so einen Vertrag ein Partner offensichtlich ausgebeutet wird, dann sind sie ohnehin nicht rechtskräftig.
Ja, das gilt dann als „sittenwidrig“. Was übrigens auch auf viele andere Verträge zutrifft, die sehr einseitig Vorteile bringen und dem Vertragspartner nur Nachteile aufbürden.

#8 Rennie

    Advanced Member

  • Moderatoren
  • 301 Beiträge

Geschrieben: 11. Februar 2010, 22:18

Wie "blind vor Liebe" muß man wohl sein, um so etwas zu unterschreiben?

Zum Glück gibt es eine Rechtsprechung, die die Position des schlechter gestellten Partners stärkt.

#9 Mausfrau

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 39 Beiträge
  • Location:Leipzig

Geschrieben: 11. Februar 2010, 22:23

Sehr blind wahrscheinlich sprich sehr gutgläubig. Nicht umsonst gibt es diese unterstützende Rechtsprechung.

Ich vermute mal ganz stark, dass die Betroffenen schon innerlich ihren Verstand hören, der ihnen eingibt, aufzupassen, aber sie schlagen die Bedenken in den Wind und glauben nicht, dass es sie irgendwann treffen könnte. Verdrängen es.

#10 Rennie

    Advanced Member

  • Moderatoren
  • 301 Beiträge

Geschrieben: 11. Februar 2010, 22:32

Ja, daß glaube ich auch. Genauso, wie jemand, der viel zu verlieren hat keinen Ehevertrag macht.

#11 Sopor

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 45 Beiträge
  • Location:Leipzig

Geschrieben: 07. März 2010, 17:28

Ich glaube, ein Ehevertrag lohnt sich nur, wenn einer der Eheleute richtig fett Kohle hat.

Ich wäre eher für Eheurkunden, die nach einer gewissen Zeit ablaufen, die aber problemlos verlängert werden können.

#12 Gast_Fanal_*

  • Gäste

Geschrieben: 07. März 2010, 20:20

Wenn einer der beiden Partner materiell sehr viel besser gestellt in die Ehe geht, ist es eventuell nachvollziehbar, dass er auf einem Ehevertrag besteht. Wenn ich der materiell schwächere Partner wäre, würde ich dieses Ansinnen allerdings schon als einen kleinen Stich ins Herz empfinden. Keinen dramatischen Stich, keinen, der mich Tag und Nacht nicht zu Ruhe kommen lässt, aber ein kleiner Stich wäre da.

#13 silastischer waffenteufel

    Member

  • Moderatoren/Verein
  • PunktPunktPunkt
  • 330 Beiträge
  • Location:Striterax

Geschrieben: 14. März 2010, 18:41

Nicht nur so. Natürlich ist auch ein Ehevertrag sinnvoll, wenn einer der Partner hohe Schulden hat oder evtl. hohe Schulden haben könnte (im speziellen Fall haben die Eltern ein Haus gebaut und sich völlig überschuldet und werden diese Schulden an den Sohn vererben, bzw. ist er dann auch den Eltern unterhaltspflichtig und der Bürge).
Schon allein, jemanden mit Schulden zu heiraten, ist *hüstel* ziemlich nobel, aber diese Schulden dann zur Hälfte selbst an der Backe zu haben, wenn es schiefgeht, wäre nur dämlich.

#14 Libera

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 350 Beiträge

Geschrieben: 16. März 2010, 18:41

Ich finde einen Ehevertrag auch bei finanziell ähnlich gestellten Partnern und eigentlich immer absolut sinnvoll.

In der Diskussion ging es bisher ja hauptsächlich um Szenarien der Ausbeuterei oder um finanziell begründete Machtgefüge - aber mal eine leicht andere Denkrichtung:
Wer vorher vertraglich alle Besitzverhältnisse und einen rechtlich bindenden Leitfaden für die Zukunft der Ehe bestimmt, ist später auch ohne jegliche Scheidungsszenarien einfach entspannter. Der später so häufige Streit ums liebe Geld kann minimiert werden, die Verhältnisse sind klar und unkompliziert, und damit ist eine potentielle Stolperfalle des Ehelebens schon mal vorsorglich beseitigt.

Eheverträge finde ich deswege ähnlich wichtig wie eine private Altersvorsorge im Pflegefall - damit rechnet auch keiner, aber wer sich nicht selbst kümmert kann ganz leicht der ständig wechselnden und veränderbaren Gesetzgebung zum Opfer fallen. Wer weiß, wie die rechtliche Situation in 20 Jahren aussieht...

Was also privat und verbindlich geregelt werden kann, soll auch so geregelt werden. Das ist nicht unromantisch, das ist gesunder Menschenverstand.

[edit] BTW: Ich MUSS sogar einen Ehevertrag schließen, wenn ich mich irgendwie absichern will, die "Ehe" zwischen zwei Frauen steht rechtlich nämlich auf sehr, sehr wackligen Beinen...

Bearbeitet von Libera, 16. März 2010, 18:42,


#15 Rabenfutter

    Newbie

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 379 Beiträge

Geschrieben: 16. März 2010, 23:32

Beitrag anzeigenLibera schrieb am 16. März 2010, 18:41:


[edit] BTW: Ich MUSS sogar einen Ehevertrag schließen, wenn ich mich irgendwie absichern will, die "Ehe" zwischen zwei Frauen steht rechtlich nämlich auf sehr, sehr wackligen Beinen...

Du heiratest eine Frau? Steht das schon fest? So richtig absolut?
Ach menno. Wo sind die *hobbelweint*-Smileys?
Ich gebe dir bezüglich der protektiven Gütertrennung auf dem Papier durchaus Recht, 50 Euro für ein notarielles Schreiben investiert man lieber als monatlich 5 Jahre in eine Eheversicherung - gibt es sowas?

#16 Libera

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 350 Beiträge

Geschrieben: 27. März 2010, 13:23

Muhaha. Sollte es geben!
Die 50€ sind doch geschenkt, wenn man bedenkt, was man im Scheidungsfall durch vorbeugende Richtlinien zur Gütertrennung einsparen kann...

Warum weint das Hobbel? Wolltest du mich nun doch noch selber heiraten?





1 Benutzer lesen gerade dieses Thema

0 Mitglied(er), 1 Gast/Gäste und 0 anonyme(s) Mitglied(er)