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"Im Fußball funktioniert das nicht"
Homosexualität im Fußball


20 Antworten zu diesem Thema

#1 An Chiardhuibh

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Geschrieben: 11. März 2010, 13:28

Es scheint ja so zu sein: es gibt Orte, sagen wir Fußballplätze, da gelten andere Gesetze. Da weiß Mann woran er ist, muss sich nicht fürchten vor der Welt und kann sich sicher sein, dass alles so ist, wie es schon immer war: der Ball ist rund, das Spiel hat 90 Minuten und Spielermann mag Spielerfrau.
Und dann sowas: Plötzlich steht der Vorwurf der Belästigung und des Machtmissbrauchs im Raum. Das Schlimmste aber: es geht um zwei Männer. Der eine, Mitglied des DFB-Schiedsrichterausschusses, der andere aufstrebender Schiedsrichter. Wer wie DFB-Mitglied Amarell offen eine "enge persönliche Beziehung" zugibt, bricht ein Tabu und bei dem Gedanken, dass es tatsächlich schwule Fußballer geben könnte, wittern einige bereits die Apokalypse.
Die Wellen schlagen also hoch im deutschen Fußball, denn es wird an fundamentalen Überzeugungen gerüttelt und was ein echter Mann ist, ein echter Mann des Fußballs, der kann derlei Sakrileg nicht dulden. Denn eins steht fest: Schwule haben im Fußball nichts zu suchen. Punkt. So zumindest Rudi Assauer, Ex-Manager von Schalke 04 und Auskenner.

Zitat

"Als ich noch in Bremen war, hörte ich, dass unser Masseur schwul ist." Auf die Frage, was er gemacht habe, antwortete Assauer: "Ich bin zu ihm gegangen und habe ihm gesagt: Junge, tu mir einen Gefallen: Such Dir einen neuen Job." (aus der Taz)

Man fühlt sich beim Lesen dieser Worte um mindestens einige Jahrzehnte zurückversetzt, fast schon faszinierend diese Ballung ignoranter Selbstgefälligkeit mit der Assauer da seine Phrasen drischt und sich das Bursthaar krault. Dass vor allem im Männerfußball längst überholte Ansichten eine Überlebensnische gefunden haben, ist ja nicht wirklich ein Geheimnis, aber dass es so schlimm ist, hätte ich dann auch nicht gedacht.

Bearbeitet von An Chiardhuibh, 17. März 2010, 13:00,
Fehler behoben: Assauer ist Ex-Manager


#2 Rabenfutter

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Geschrieben: 11. März 2010, 22:17

Oh, da fällt mir direkt was aus dem Ärzteblatt ein, was dazu passt.
Oder sollte man da einen separaten Thread dafür aufmachen?

Deutsches Ärzteblatt, 49/2009

#3 phriedrich

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Geschrieben: 11. März 2010, 22:30

Bei den Fußballern wundern mich diese Ressentiment kein bisschen, eher erwartet man das (nach dem Klischee des noch etwas primitiv-archaischen Klischee dieses Sportes).
Bei den Ärzten … wer weiß, vielleicht hat es damit zu tun.

#4 Rabenfutter

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Geschrieben: 11. März 2010, 22:48

Beitrag anzeigenphriedrich schrieb am 11. März 2010, 22:30:


Bei den Ärzten … wer weiß, vielleicht hat es damit zu tun.

Hieße dann, Queerness verhindert den individuellen Karriereaufstieg?

#5 phriedrich

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Geschrieben: 11. März 2010, 22:58

Unter Umständen schon, wobei es auch gegenteilige Wirkungen geben kann: Mir hat mal ein Niederländer erzählt, dass es dort wegen der schon früher eingesetzten Toleranz (teilweise auch Übertolerandz) inzwischen so viele Schwule überall in leitenden Positionen gäbe, dass die sich wiederum die Posten zuschanzten. Oder, wenn mal einer einen nicht bekommt, gleich wegen Diskriminierung geklagt werde.

Dazu sollte ich sagen, das der Erzähler alles andere als homophob zu sein schien, aber das scheinbar wirklich ein Problem sein kann.

#6 Rabenfutter

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Geschrieben: 11. März 2010, 23:03

Beitrag anzeigenphriedrich schrieb am 11. März 2010, 22:58:

Unter Umständen schon, wobei es auch gegenteilige Wirkungen geben kann: Mir hat mal ein Niederländer erzählt, dass es dort wegen der schon früher eingesetzten Toleranz (teilweise auch Übertolerandz) inzwischen so viele Schwule überall in leitenden Positionen gäbe, dass die sich wiederum die Posten zuschanzten. Oder, wenn mal einer einen nicht bekommt, gleich wegen Diskriminierung geklagt werde.


Das klingt nach dem Grundproblem der FDP. Obwohl die sich sicher weniger auf Toleranz und Grundrechte, als auf "ich tu wonach mir ist" und Proporz stürzen mögen.
Das Politikgestöber im P.E. verlinkte da ja heute zwei nette Beiträge.

#7 Libera

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Geschrieben: 12. März 2010, 02:23

Fußball, Jungens, Fußball.

Interessanter- und überhaupt nicht überraschenderweise sind FußballerINNEN sowieso alle lesbisch.
Und ich bin mir ganz sicher, dass sich zuerst eine NationalspielerIN selbst öffentlich outen wird. Denn was bei den Frauen ein Karrierekick sein kann, ist bei den Männnern definitiv das Ende der Karriere. Immer noch.

Immerhin:
Theo Zwanziger (DFB-Präsident) kämpft seit langem für mehr Toleranz im Fußball, vor allem für Frauen und Schwuppen. Im Interview mit L-Mag sagt der nette Herr Zwanziger (in Gegenstimme zum Herrn Assauer):

Zitat

„Wenn eine junge Spielerin zu mir kommt und sagt, ich hätte den Mut zum Coming-out, dann kann sie sich darauf verlassen, dass dieser Präsident und dieser Verband sie dabei unterstützen“
Und das glaub ich ihm sogar. Allerdings wird das der Spielerin im Presserummel und im Umgang mit gegnerischen Teams und den Fans auf dem Platz nur bedingt weiterhelfen. Von den Männern ist übrigens dennoch nur am Rande mal die Rede.

Und:
Auch an der Basis tut sich einiges.
Es gibt inzwischen zahlreiche queere Fanvereine, die in den Kurven für Toleranz sorgen wollen - und denen wesentlich unfeindlicher begegnet wird, als man annehmen sollte.
Darüberhinaus wird bei den Gay Games und dem jährlich stattfindenden queer-hetero Turnier Come-Together-Cup fröhlich zusammen gesportelt und Fußball gespielt.

Außerdem:
Das Thema Homo-/Bisexualität im Fußball wird seit ein paar Jahren immer präsenter und findet inzwischen so vehement in der Öffentlichkeit statt, dass man schon gerne an den steten Tropfen, der den Stein höhlt, glauben möchte.


Zugegeben, für die queere Sichtbarkeit im Profisport Fußball nützt das noch nichts, aber es sind feine Züge und gute Schritte in die richtige Richtung.
Dass es sie gibt, die LesBiSchwulen Profifußballer, ist hinreichend bekannt.
Und wenn die/der erste sich dann doch mal outen sollte wird das ganz sicher in weiten Kreisen schon lange bekannt gewesen sein. (Öffentlich geoutet werden kann man übrigens so gut wie gar nicht, weil die Massenpresse queere Kiss&Tell-Stories wirklich nicht interessieren - siehe Anne Will - unglaublich, aber wahr)

Aber wenn ich ein schwuler Fußballer wär - ich würde mich NIE und nimmer öffentlich outen.

#8 Rennie

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Geschrieben: 12. März 2010, 13:02

Also ich fand Rudi Assauer (als er noch bei Schalke Manager war)ganz gut, allerdings habe ich heute diese Aussagen von ihm gelesen und habe meine Zweifel, ob der noch ganz normal ist. Was gehen uns denn die sexuellen Vorlieben von Sportlern an?
Spielt man da anders? Trifft man keinen Ball mehr?
Was soll das?

#9 Rabenfutter

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Geschrieben: 12. März 2010, 16:14

Beitrag anzeigenRennie schrieb am 12. März 2010, 13:02:

Also ich fand Rudi Assauer (als er noch bei Schalke Manager war)ganz gut, allerdings habe ich heute diese Aussagen von ihm gelesen und habe meine Zweifel, ob der noch ganz normal ist. Was gehen uns denn die sexuellen Vorlieben von Sportlern an?
Spielt man da anders? Trifft man keinen Ball mehr?
Was soll das?

Nun, allein aus den Ammenmärchen und Spekulationstheorien über pränatalen Testosteronmangel der Mutter zwischen der 10. und 12. Schwangerschaftswoche und Ähnliches kann man sich hübsche Hypothesen zusammenbasteln, die geringere Kampfaggressivität oder so behandeln...

#10 Libera

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Geschrieben: 12. März 2010, 16:35

Na vermutlich gehts eher darum, dass diese ganzen "Tor-geschossen-Arsch-getätschelt"-Gesten zwischen Sportlern, die immer schon leicht homoerotische Untertöne hatten, durch das öffentliche Zugeben der tatsächlichen Existenz von Homosexualität irgendwie... also... naja... Wenn ein Mann einem anderen Mann beim Duschen... und so auf den Hintern klappst und so... Ist das schwul?

Ich vermute, die Jungens fürchten nur um ihre Unschuld.

Herrje.

#11 phriedrich

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Geschrieben: 12. März 2010, 17:26

Wo wir das Thema gerade haben, auf Abschlussbällen funktioniert es scheinbar auch nicht.

#12 Rennie

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Geschrieben: 15. März 2010, 20:21

Ja, das hab ich auch gehört. Ist schon krass, einen Abschlußball abzusagen, "nur" weil eine lesbische Schülerin mit ihrer Freundin dort auflaufen will.

#13 Libera

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Geschrieben: 16. März 2010, 18:32

Kann man ja irgendwie verstehen.
Das ist doch total ansteckend!
:D

#14 Rabenfutter

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Geschrieben: 16. März 2010, 23:33

Beitrag anzeigenLibera schrieb am 16. März 2010, 18:32:

Kann man ja irgendwie verstehen.
Das ist doch total ansteckend!
:D

Bitte respektiere die Ernsthaftigkeit des Threads.
Es geht um die Gefühle der heterosexuellen Majorität, die dich erzogen, gebadet, geboren, geschult und verdorben hat. Achte sie und sie werden dir den einen und nur diesen einen richtigen Weg schon zeigen.

#15 bogarnil limdal

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Geschrieben: 19. März 2010, 22:10

das video zum thread: sigur rós

#16 Rennie

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Geschrieben: 19. März 2010, 23:39

schön, ergreifend, traurig

#17 phriedrich

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Geschrieben: 24. März 2010, 21:47

Immerhin, die Schülerin hat Recht bekommen.

#18 bogarnil limdal

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Geschrieben: 27. März 2010, 11:47

alles andere hätte mich auch wirklich überrascht.

#19 Libera

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Geschrieben: 27. März 2010, 13:39

das video ist wunderbar.
ich möchte eine terroristische vereinigung gründen, deren erster anschlag darin besteht, dieses video vor dem auftaktspiel der fußballweltmeisterschaft der herren (und das gehört gefälligst dazu gesagt) auf großleinwand abzuspielen.

wer macht mit? :-)

#20 Rabenfutter

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Geschrieben: 30. März 2010, 21:53

Beitrag anzeigenLibera schrieb am 27. März 2010, 13:39:

das video ist wunderbar.
ich möchte eine terroristische vereinigung gründen, deren erster anschlag darin besteht, dieses video vor dem auftaktspiel der fußballweltmeisterschaft der herren (und das gehört gefälligst dazu gesagt) auf großleinwand abzuspielen.

wer macht mit? :-)

Wie anders ist das denn bei den lesbischen Sportlerinnen? Gibt es dazu Zahlen?





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