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Kindesmissbrauch und dessen mediale Abbildung


2 Antworten zu diesem Thema

#1 Kerberos

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Geschrieben: 19. März 2010, 00:51

Ein aktueller Heiseartikel berichtet über das Treiben des Oberstaatsanwalt Peter Vogt, welcher auf einer Anhörung der FDP-Bundestagsfraktion sprach. Er zeichnet hier ein gar grausiges Bild, denn laut seinen Zahlen solle es uns alle betreffen. So heißt es im Artikel bei Heise: "Der Ermittler geht davon aus, dass der Bereich "kommerzieller Homepages" einen Markt mit Jahresumsätzen zwischen drei und 20 Milliarden Euro bilde." Da bin ich baff. 3 bis 20 Milliarden Euro, das ist ja eine Menge. Zugegeben sehr genau scheinen diese Zahlen nicht zu sein, denn zwischen 3 oder 20 Milliarden klafft ja schon ein gewaltige Lücke. Nagut sind wir mal optimistisch und sagen es sind nur 3 Milliarden. Immer noch so viel Geld, in einem Jahr versteht sich.

Ok, auf zu Wikipedia. Die Datenhalde liefert uns eine interessante Zahl. Da steht die Erde bietet 6,8 Milliarden Menschen ein mehr, oder wohl öfters weniger, behaglisches Zuhause. Ja ok... also weiter. Hier steht, im Jahr 2008 hatten 1.23 Millarden Menschen einen Internetanschluß. Krass... so viele. Ok, den gemeinen Geeks und Nerds wird das viel zu wenig sein und wir haben ja schon 2010. Also gut, den Internetaffinen zu liebe runde ich hier mal zu 1.5 Millarden Menschen auf. Achtung jetzt wirds mathematisch. Ich teile 3 Milliarden Euro durch 1.5 Milliarden vernetzte Menschen und erhalte 2 Euro pro vernetzten Menschen.

2 Euro hat (pessimistisch geschätzt wohlgemerkt) also, laut statistischen Mittel, jeder von uns den Kinderpornomachern zur Verfügung gestellt. Hand hoch, wer von euch hat jemals 2 Euro an Wikipeda gespendet? Was so wenige, aber den KiPo-Machern das Geld in der Rachen schieben. Ohne Wikipedia hätte ich jetzt gar nicht so schnell herausgefunden, das diese 3 bis 20 Milliarden wohl lediglich der blühenden Fantasie der Oberstaatsanwalts entsprungen sind.

Das ist sie also nun, die mediale Abbildung des Kindesmissbrauchs. Was haltet ihr davon?

EDIT: Wow - topic/333 ;)

#2 Anarchnophobia

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Geschrieben: 19. März 2010, 16:22

kinderpornos werden im netz nicht verkauft, wäre man ja auch schön blöd wegen der rückverfolgung. wenn doch wäre der anteil gegenüber normalem versand via DVD/Fotos/Kindern auf dem Postweg jedenfalls arg verschwindent gering

die Lügen wurden doch schon letzten Sommer von Zensursula aufgetischt, wo kommen die denn nun schon wieder her? Dachte die Sache wäre vom Tisch?

#3 bogarnil limdal

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Geschrieben: 19. März 2010, 23:06

hmm. ich habe mich das auch schon immer gefragt, wie genau das geschäftsmodell denn aussehen soll. daß es mit sicherheit konspirative zirkel gibt, in denen auch geld fließt, ist ja nachvollziehbar. daß diese zirkel aber sehr klein und hart an der quelle sein müssten, um nicht zwangsläufig aufzufliegen, ist aber auch zwingend logisch zu schließen. wenn also die umsatzschätzungen stimmen, dann müßten dort enorme summen fließen. ist ja grundsätzlich denkbar, müßte aber dann auch irgendwo mal erhoben worden sein. ich vermisse hier die kriminologische studie, aus der die zahlen stammen.

fazit: wenn jemand zahlen nennt, sollte man immer fragen, wo die herkommen. das sollte die fdp zuletzt schmerzlich aus der hartz-IV-debatte gelernt haben, als westerwelle falsche zahlen interpretierte. wobei in sachen kinderpornographie die fdp doch eigentlich im bürgerlichen lager bislang die unaufgeregtesten waren. vielleicht diente ja der vortrag dem zweck, das zu ändern?

edit: allerdings wäre auch denkbar, daß der "markt" hier gar nicht im sinne einer direkten verwertung der pornographie gemeint ist, sondern server- bzw. hostingkosten und sonstige nebenkosten oder -gewinne (z.b. werbeeinblendungen) betrifft. auch bezahlte premiumaccounts bei fileshareangeboten kämen in betracht. so könnte durchaus eine hohe zahl indirekt mit kinderpornographie in zusammenhang stehender umsatz zustande kommen.





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