Terrorismus in Griechenland
Eine Renaissance der Ära RAF/Rote Brigaden?
#1
Geschrieben: 30. Juli 2010, 10:42
mich erinnert die szenerie an den westeuropäischen terrorismus der siebziger und achtziger jahre. besonders der tonfall aus dem linksextremen gewaltbereiten lager, die krude klassenkampfrhetorik und der menschenverachtende zynismus, erinnern stark an bekennerschreiben der raf. ich möchte diesen vergleich gern unterstreichen, da ich mich seit knapp neun jahren über die seltsame schräglage in der bewertung von mutmaßlicher und tatsächlicher terroristischer bedrohung wundere. linksextremer (und übrigens auch rechtsextremer bzw. nationalistischer) säkularer terror sind langlebige und einschneidende faktoren in der entwicklung europäischer demokratisierung gewesen, religös motivierter terror bislang ein eher randphänomen. nennenswert sind allenfalls die massiven anschläge in london und madrid, die gemessen am jahrzehntelangen und (teilweise noch nicht abgeschlossenen) terror aus den dunstkreisen der ira bzw. eta jedoch sowohl hinsichtlich nachhaltigkeit der bedrohung als auch umfang der gewalt verblassen. es ist erstaunlich, wie medienwirksam der elfte september das bewußtsein hinsichtlich terroristischer bedrohung hierzulande umgekrempelt hat. wenn in den niederlanden prominente islamkritiker von islamistischen fanatikern ermordet werden, bricht in deutschland fast hysterie aus, während in griechenland seit gut fünfzehn jahren eine trivialkommunistische terroristenszene einen diffusen klassenkampf mit zunehmend extremer gewaltanwendung durchexerziert, ohne von der breiten deutschen öffentlichkeit wirklich wahrgenommen zu werden. dabei ist die vorbildwirkung der neuen stadtguerilla für unsrige linksextremisten sicherlich ähnlich zu veranschlagen, wie regelmäßig ergebnislos aber spektakulär mit brennenden barrikaden geendete französische streiks die hießigen unzufriedenen arbeiter in verzückte tagträumereien à la "so müßten wir hier auch mal aufräumen" versinken lassen.
#2
Geschrieben: 30. Juli 2010, 22:04
Weiterhin sollte noch erwähnt werden, dass Griechenland eine jüngere Geschichte hat, die vielleicht erklärt warum die linke so extrem ist.
Aber auch mein Wissen dazu ist begrenzt. Die letzten Monate wurde eigentlich nur von den gut situierten Griechen gesprochen, denen es ja so gut geht und die so korrupt sind. Man beachte ich lese keine Boulevardpresse und habe nur GEZ-Sender. Also kam in mir der falsche Eindruck auf, denen geht es so gut, die haben nur ein bisschen Wut auf der Straße abgelassen. Das es so extrem ist, hätte ich nicht gedacht. Also noch mal Danke. Das Forum hat echt einen Sinn.
#3
Geschrieben: 31. Juli 2010, 21:49
Zitat
Die Frage ist doch, warum das ausgerechnet in Griechenland so ist.
Prekarisierung, wachsende Arbeitslosigkeit und Armut, eine Jugend (nicht einmal die der Unterschicht) die sich verarscht und überflüssig fühlt,
die Polizei, die in Griechenland nicht gerade den Ruf des "Freund und Helfers" genießt, Korruption, Anmaßung, politischer Dilettantismus...Ohnmacht.
Ich weiß auch nicht was man höher wichten sollte; die Pressefreiheit oder das Recht der Bürger auf anständige und wahrhaftige Information.
Dass Pressevertreter in Griechenland ähnlich verhasst sind wie Politiker, weil sie jedweden Protest von Schülern, Studenten und Gewerkschaften
als regierungsfeindlichen Mob deklarieren ist für deutsche Verhältnisse vielleicht ungewöhnlich.
Hier ärgert man sich kurz über Presseverlautbarungen, wenn sie schlecht recherchiert oder zu reißerisch sind und das war's auch schon.
Aber dass die sogenannte "vierte Gewalt" auch hier die Meinungen und Ansichten der Menschen mehr beeinflusst als es ein Volksvertreter je könnte,
die Macht dazu hat unbequeme politische Verlautbarung gänzlich totzuschweigen (und umgekehrt) und/oder Menschen durch die medialen PR-Maschinerien sprichwörtlich
fertig zu machen, ist doch wohl ein Fakt.
Das rechtfertigt natürlich keine Attentate (obwohl bei Kai Diekmann tät ich gerne selbst die Torte werfen), aber die Griechen haben nun mal nicht
das deutsche Temperament einer Wanderdüne.
Daher warten wir auch mit dem Aufräumen noch ein bissel und schauen lieber unseren Politikern fassungslos beim dilettieren zu.
Man gönnt sich ja sonst nichts.
Was war eigentlich die Frage?
Bearbeitet von Spottdrossel, 01. August 2010, 09:05,
#4
Geschrieben: 01. August 2010, 09:18
Spottdrossel schrieb am 31. Juli 2010, 21:49:
du hast leider das falsche problem anvisiert. es wurde kein bequemer staatstragender journalist mit hang zu konservativer polemik ermordet, sondern ein investigativer, der offenbar den "fehler" beging, die linksextremistische szene personell zu durchleuchten.
Zitat
vorsicht mit alltagsrassismen! die klingen nur harmlos, sind es aber nicht. du stellst eingangs die richtige und wichtige frage, warum es ausgerechnet in griechenland so krass zugeht. versemmel diesen punkt doch bitte nicht gleich im selben beitrag mit solchen binsenweisheiten!
Zitat
ich persönlich frage mich, ob uns ein neuer linker terrorismus bevorsteht und wie wir gesellschaftspolitisch damit umgehen würden, falls ja. aber deine und taras frage nach den ursachen ist natürlich wesentlich aktueller und bei besserer quellenlage auch weniger spekulativ. grundsätzlich hab ich den thread wohl aber eher spontan aus betroffenheit über die eskalation gestartet.
#5
Geschrieben: 01. August 2010, 20:22
bogarnil limdal schrieb am 01. August 2010, 09:18:
vorsicht mit alltagsrassismen! die klingen nur harmlos, sind es aber nicht. du stellst eingangs die richtige und wichtige frage, warum es ausgerechnet in griechenland so krass zugeht. versemmel diesen punkt doch bitte nicht gleich im selben beitrag mit solchen binsenweisheiten!
Jepp.
Die Frage steht aber immer noch.
Ich habe ziemlich viel über die griechischen Protestaktionen gelesen. Auch die Jüngsten hatten imho einen verdammt triftigen Grund.
Diese Leute geben nicht klein bei, sie kämpfen um ihr Recht bis zum bitteren Ende. Wann hast du das letzte Mal in Dtl. einen derart
konsequenten Arbeitskampf erlebt?
In meinem politischen Umfeld habe ich vor einiger Zeit einen Griechen kennengelernt, der bei einer parteinahen Stiftung für politische
Bildung zuständig ist. Der Junge mischt alleine komplette Veranstaltungen auf mit seiner leidenschaftlichen Art. Da staunt selbst der
rhetorisch gewiefte Berufspolitiker mit offenem Mund und wünscht sich eine Hundertschaft solcher Aktivisten herbei.
Was für dich nach Rassismus klingt, war für mich eine simple Feststellung, die man im übrigen bereits treffen kann wenn man mal exzessiv mit Griechen feiert.
#6
Geschrieben: 01. August 2010, 21:12
Auf Kreta.
Es muss total krass sein, kein Benzin, kein nichts. Kann sein, dass sie eher zurück müssen.
Damit schaden sich die Griechen nur noch mehr. Ja, die Situation ist verfahren und die Krise beutelt vor allem diejenige, die es eh schon finanziell schwer haben. Aber Gewalt ist keine Lösung. Und streiken bringt in diesem Falle nicht viel, ausser das eine wichtige Einnahmequelle, der Tourismus, stark angegriffen wird. Die korrupten Reichen können die Hände in den Schoss legen. Doch wenn man mal den "geschichtlichen" Verlauf der Krise betrachtet, war es doch absehbar. Vorvorzeitig in Rente gehen, Korruption, hohe Arbeitslosigkeit. Staatsfinanznotstand, drastische Kürzungen in Bereichen, in denen es eh schon an allen Ecken fehlt und kriselt... Schlechtgebildete, unmotivierte, frustrierte, arbeitslose, finanziell schwache Bevölkerungsgruppen werden konfrontiert, mit der Tatsache, dass sie sparen sollen und die geldgeilen Geier drehen Däumchen.
Das riecht nicht nur förmlich nach Pulverfass, das stinkt. Und dann gebe wer den Zündfunken...
Aber was bringt es Positives? NIX! Die Touristen stehen nicht allzusehr auf Terror, die werden dann in andere Länder ausweichen, wieder weniger Geld, dass reinkommt...
In Griechenland ist es wahrscheinlich so extrem, da südländisches Temperament mit dem Debakel von sozial schwachen Unterschichte, die extremst frustriert sind in einem Alter zusammenkommen, wo man lieber das Brecheisen nimmt, statt zu reden.
#7
Geschrieben: 01. August 2010, 21:20
Ein bisschen lebhafteres Temperament als beim deutschen Michel kann man also annehmen, und das hat nix mit Alltagsrassismus zu tun.
Das ein tief empfundenes Gefühl von Ungerechtigkeit bei denen die wenig bis nichts zu verlieren haben, unglücklicherweise häufig in Gewalt gegen „die Anderen“ (gefühlte oder wahre Unterdrücker) mündet auch nix wirklich neues.
#8
Geschrieben: 01. August 2010, 21:46
#9
Geschrieben: 02. August 2010, 09:45
trotzdem - das alles (die wirtschaftssituation) mag irgendwie erklären, warum in griechenland gerade der ärger sehr groß ist. aber ich sehe keinen zusammenhang zwischen streiks und terror. der terror agiert ausdrücklich in einem klassenkampf-kontext und das auch nicht seit ein paar monaten. die finanzkrise fällt als erklärung aus.
noch eine abschließende bemerkung zum ländervergleich: wann ist in deutschland das letzte mal ein streik bis zum bitteren ende geführt worden, hat spottdrossel gefragt. ich würde sagen, das hängt davon ab, was man unter einem bitteren ende versteht und wie erstrebenswert ein solches ist. in deutschland sind die gewerkschaften schon allein als kompensation der hohen regelungsdichte im streikrecht auf einer starken ausgangsposition. in kaum einem anderen staat funktioniert der arbeitskampf so reibungslos und ergebnishaltig wie in deutschland. die länder, in denen es regelmäßig gewaltsame fabrikbesetzungen, barikadenkämpfe usw. (auch ausschließungen und angeheuerte streikbrecher übrigens) werden hier aus einem halb romantisch, halb leidenschaftlich-sehnsüchtig verklärten blickwinkel betrachtet, weil es in deutschland für gewerkschafter schlichtweg keinen anlaß gibt, als mob durch die straße zu ziehen und feuer zu legen. vielleicht kommt daher auch das empfinden eines mentalitätsunterschiedes. wir würden auch gern mal den frust ablassen und denken, die griechen/franzosen/xyz sind einfach spontaner. das stimmt aber nicht, die haben nur einfach weniger zu verlieren und eine schlechtere ausgangslage für verhandlungserfolge. das alles hat aber wie gesagt nichts mit terrorismus zu tun. die raf ist ja auch keine bewaffnete gewerkschaft gewesen, sondern eine revolutionäre gruppe mit ziel den staat zu stürzen und die gesellschaft zu "befreien".
#10
Geschrieben: 02. August 2010, 17:00
Auch die RAF begann als halbwegs friedliche Protestbewegung gegen den Vietnamkrieg.
Zitat
#12
Geschrieben: 02. August 2010, 21:25
Auch die Kommentare haben es in sich.
Z.B.
Zitat
Welche revolutionäre Bewegung würde denn einen Journalisten umnieten,der im Begriff ist, recherchierte Informationen über Korruption zu
veröffentlichen?
Wer kennt nun eigentlich die "ganze Wahrheit"?
#14
Geschrieben: 03. August 2010, 00:37
Spottdrossel schrieb am 02. August 2010, 17:00:
Zitat
du schriebst:
Spottdrossel schrieb am 01. August 2010, 20:22:
Diese Leute geben nicht klein bei, sie kämpfen um ihr Recht bis zum bitteren Ende. Wann hast du das letzte Mal in Dtl. einen derart
konsequenten Arbeitskampf erlebt?
da war mit arbeitskampf eine vokabel drin, die ich automatisch mit streik in verbindung bringe, ferner der hinweis auf die griechischen proteste, die neben ein paar ausschreitungen und demos überwiegend als streik daherkamen (gewerkschaften hattest du im vorangegangenen beitrag ebenfalls erwähnt). in deutschland selbst habe ich arbeitskampf bislang nur als streik wahrgenommen. das bittere ende verknüpfst du mit dem kampf um recht, eingebettet in die ganze arbeitskampfsache. aber wenn du dich falsch verstanden fühlst, möchte ich nicht weiter auf streik herumreiten. der ist nämlich bezüglich der temperamentthese durchaus austauschbar. ein griechischer jugendlicher heißsporn auf ner schnarchnasigen seniorenparteibasissitzung (egal ob du das jetzt geschrieben hast oder nicht) macht ja auch noch keine signifikante stichprobe. auch kein kretisches dorf mit familienfehde übrigens.
phriedrich schrieb am 02. August 2010, 20:48:
es besteht kein kausaler zusammenhang zwischen temperament und tradition. das wesen der tradition ist, unabhängig individueller einstellungen sehr nachhaltig zu wirken. das medium der tradition ist die institution. es mag vorkommen, daß die sozialisation eines menschen in tradition sich auf die möglichkeit, sein temperament auszuleben, auswirkt. mehr jedoch nicht. ich möchte das nochmals unterstreichen: es geht nicht darum, kulturelle eigenheiten wegzureden, sondern dem weitverbreiteten fehlschluß vorzubeugen, daß kulturelle eigenheiten quasi genetisch veranlagt sind und verallgemeinerbar auf die einzelnen personen als erklärungsmuster und profil übertragbar. temperament erklärt gar nichts, weder die eskalation einer familenfehde noch die eskalation einer extremistischen weltanschauung. letzteres schon gar nicht, wenn sie so ein ödes feld wie klassenkampftheorie beackert und zwar exakt genauso verklausuliert schwurbelig bei exakt der gleichen zynischen gewaltanwendung, wie seinerseits die deutsche raf.
Spottdrossel schrieb am 02. August 2010, 17:00:
nein, tat sie nicht. die raf war nie friedlich und auch nicht gegen diesen krieg. sie war von anbeginn auf die weltrevolution geeicht und wollte den in indochina wütenden krieg in den westen hineinzutragen helfen. und so sieht es auch in griechenland heute aus: es gibt eine sehr große krise in der eine sehr breite basis sich um eine bessere politik bemüht. und es gibt eine kleine extremistische szene, die diese gesellschaftlichen spannungen nicht lösen, sondern auf die spitze treiben will, in der hoffnung, der klassenkampf bricht aus und die revolution kommt. ein teil des problems ist, daß außenstehende beobachter (z.b. wir hier, aber auch die medien, die behörden, politische parteien, usw.) diesen unterschied nicht erkennen oder nicht erkennen wollen. im ergebnis wird entweder eine legitime demokratische bewegung mit verweis auf linksextremisten diskreditiert, oder aber linksextremismus mit verweis auf die scheinbar gleichen ziele als lediglich "über die stränge schlagende leidenschaft" verharmlost.
Spottdrossel schrieb am 02. August 2010, 21:25:
Auch die Kommentare haben es in sich.
[...]
Wer kennt nun eigentlich die "ganze Wahrheit"?
wie phriedrich bereits schrieb, ist dies keine seriöse quelle. ich weiß allerdings leider selbst nicht, wo man auf die schnelle eine solche auftreiben kann. dem focus jedenfalls trau ich auch nicht bedingungslos über den weg. da wird mir zu oft geschlampert. nichtsdestotrotz deutet derzeit nichts darauf hin, daß giolias nicht wegen seiner recherchen über terrorverdächtige von jener terrorgruppe ermordet wurde, deren waffen man im fluchtwagen fand und die ein bekennerschreiben lancierte. nichts außer das bauchgefühl von irgendwelchen internetnutzern.
edit: und anders, als die überschrift auf telepolis behauptet, ist die "sekte der revolutionäre" nicht anarchistisch, sondern kommunistisch eingestellt. die isolierung durch linke als anarchistisch finde ich insofern interessant, weil das genau die gleiche reaktion ist, wie seinerzeit ein großteil der marxistischen linken in der brd auf die raf reagierte - schnell in ein diffuses anderes lager stecken.
#15
Geschrieben: 03. August 2010, 09:12
Zitat
Dann hast du eine andere Auffassung als z.B. Aust.
Außerdem klinke ich mich jetzt aus der Diskussion aus, da ich hier offensichtlich (wieder)
vom politischen Wissensstand her und auch emotional nur verlieren kann.
Die Frage jedoch ist immer noch offen.
#16
Geschrieben: 03. August 2010, 10:36
lange rede, kurzer zweck: ich möchte die raf nicht im kontext der zeitgenößischen brd betrachten, sondern im kontext ihres eigenen milieus, ihrer weltanschauung und ihres konfliktes mit dem staat. die zivilbevölkerung stand ja immer außen vor, sei es als zu befreiende (bzw. aufzuklärende) masse, sei es als spielball kalkulierten kollateralschadens. das gleiche muster findet sich überall, wo eine weltanschauung zum anlaß von terror wird. es findet sich also auch in griechenland. die frage, wie es dazu kommen konnte, ist offen, da hast du recht. ich möchte sie lieber offen halten, als sie vorschnell mit oberflächlich einleuchtenden, aber eben nicht erklärungskräftigen thesen zu schließen.
ein sehr empfehlenswerter gastbeitrag von andres veiel im tagesspiegel stellt eine weitere wichtige frage: wie ist es später eigentlich dazu gekommen, daß die raf ihren bewaffneten kampf eingestellt hat?
edit: hier gibt es zeitgenössische texte der raf über ihre aktionen und ihr theoretisches fundament. die sind sehr aufschlußreich, auch sehr mitreißend übrigens. die sprache ist nicht antiquiert, sondern wird so nach wie vor in linksextremistischen kreisen gesprochen. das ist es, was mir seit jahr und tag sorge macht und weswegen ich diesen thread eröffnet habe. griechenland hat vorbildcharakter im sinne der "propaganda der tat".
#17
Geschrieben: 04. August 2010, 15:07
Übrigens ist es nicht nur im linksextremen Spektrum das angewandte rhetorische Mittel. Im ersten Kapitel wurde im Detail aufgezählt, an wen man sich wenden sollte ("den Jugendlichen im Märkischen Viertel, im Eichenhof, in der Ollernhauer...." etc..), das erinnerte mich an die merkwürdigen Ausführungen in "mein Kampf", welche Tiere sich miteinander paarten (die Hausmaus mit der Hausmaus usw.).
Wir müssen nicht nur nach links schauen, um diese Art Propaganda zu entdecken.
#18
Geschrieben: 05. August 2010, 11:19
#19
Geschrieben: 27. Oktober 2010, 21:27
bogarnil limdal schrieb am 03. August 2010, 10:36:
im vanity-fair-interview (durchgeführt von michel friedman) hat horst mahler 2007 tiefe einblicke in sein schwurbeliges weltbild gewährt. ab seite sechs geht es auch um die raf.
edit: der eigentliche sprengstoff hinsichtlich terror steht auf seite 15. friedman ringt mahler die feststellung ab, daß die morde der raf und auch zukünftige hypothetische gewalt vertretbar seien, wenn damit die gesteckten politischen ziele erreicht würden.
#20
Geschrieben: 02. November 2010, 23:54
naja, vielleicht sehe ich es auch nur so trübe, weil gerade melancholische klaviermusik läuft und mich der absurde verlauf der integrationsdebatte der letzten wochen zermürbt hat.
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