Google Street View
der umstrittene virtuelle Stadtplan
#1
Geschrieben: 24. August 2010, 10:05
Street-View-Gegener fürchten vor allem die Gefahr der Überwachung durch die Google-Kartografie, möchten nicht, dass ihr Haus im Internet sichtbar ist. Google reagierte darauf, indem es versprach eine Widerspruchsfrist einzuräumen, wodurch sich die Abbildung des eigenen Hauses verhindern lässt. Diese First wurde bereits von 4 Wochen auf 8 Wochen verlängert und verzögert somit auch den Start von Google-Street-View in Deutschland. (Informationen zu Widerspruchsverfahren gibt es u.a. hier)
Street-View-Befürworter sehen in der Erstellung des Satdtplans eher eine Bereicherung und freuen sich auf virtuelle Spaziergänge durch den potentiellen Urlaubs-oder den neuen Wohnort. Außerdem sei es eben nicht verboten Häuser zu fotografieren. Nun ein solches Verbot zu erwirken, würde allerdings mehr Schaden anrichten, als es nützen würde (siehe z.B. hier ein Beitrag von Sascha Lobo mit "Widerspruch gegen den Widerspruch").
So hat sich in den letzten Wochen eine hitzige Debatte um dieses Thema entsponnen.
Wo steht ihr? Ja oder Nein zu Google-Street-View?
#2
Geschrieben: 24. August 2010, 10:18
Die Diskussion um den Datenschutz sehe ich allerdings schon als gerechtfertigt und auch unbedingt notwendig an.
Nur wird ziemlich unsauber diskutiert und von Stümpern (oder Lügnern?) mit falschen Argumenten gearbeitet: Da werden Interviews von Leuten abgedruckt, die tatsächlich denken, es handle sich um Live-Bilder. Da wird behauptet, den Leuten würde in die Wohnung oder in den Pool geguckt. Und es wird so getan, als sei nach der Vor-Widerspruchsfrist der Zug abgefahren.
Wahr aber ist: Die Bilder entstehen von öffentlichem Grund und Boden aus und bilden nicht mehr ab, als sowieso jeder Passant sehen kann. (Stichwort Panoramafreiheit.) Die Bilder werden nur aller paar Jahre mal aktualisiert und es werden automatisch alle Gesichter weichegzeichnet. Und vor allem: Man kann jederzeit widersprechen und sein Bild bei Google entfernen lassen – völlig unabhängig von irgendwelchen Fristen. Das ist auch in allen anderen Ländern so, nur in Deutschland wird da ein Theater aufgezogen …
Und völlig unter den Tisch fällt die schon existierende exzessive Video-Überwachung überall in der Republik. Laut einem CCC-Statement von vor ein paar Jahren, war Leipzig damals die Deutsche Stadt mit den meisten Überwachungskameras. Da werden im gesamten Innenstadtbereich von diversen Organisationen (privaten, städtischen, polizeilichen) an allen Ecken und Enden Live-Bilder aufgezeichnet und ausgewertet, ohne das jemand Anstoß daran nimmt. Einige sind sogar im Internet öffentlich und live einsehbar. Aber bei Standbildern, die vielleicht aller 5 Jahre mal aufgenommen werden hebt das Geschrei an. Absurd.
#3
Geschrieben: 24. August 2010, 12:16
im konkreten fall bin ich allerdings der meinung, daß street-view weder moralisch noch juristisch unrecht ist. meinen standpunkt finde ich recht gut getroffen im von kerberos bereits in der presseschau verlinkten beitrag des sprachlogs wieder.
#4
Geschrieben: 24. August 2010, 19:08
Man denke aber an Landgüter, die kaum zivilisiert sind, die kein Internet haben und nicht beurteilen können, wer sich da Zugangswege zum Grundstück am Computer erschließt, anstatt vor dem großen Einbruch mal eben rumzukommen und selbst nachzuschauen (unter der Gefahr entdeckt zu werden).
Das Planen von Einbrüchen ist jedenfalls dann einfacher.
#5
Geschrieben: 25. August 2010, 04:56
Rabenfutter schrieb am 24. August 2010, 19:08:
Man denke aber an Landgüter, die kaum zivilisiert sind, die kein Internet haben und nicht beurteilen können, wer sich da Zugangswege zum Grundstück am Computer erschließt, anstatt vor dem großen Einbruch mal eben rumzukommen und selbst nachzuschauen (unter der Gefahr entdeckt zu werden).
Das Planen von Einbrüchen ist jedenfalls dann einfacher.
Das würde ich anzweifeln, den selbst zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Bilder, wird das Material schon mehrere Jahre alt sein. Ich weiß nicht mehr genau, aber ich denke 2008 ein Google-Auto in Magdeburg gesehen zu haben. Wenn werden nun die ländlichen Gegenden erfasst, und bis diese online sind vergeht sicher nochmal einiges an Zeit. Ich halte da einen Tweet ala "Flug war schön, endlich Urlaub" oder einen Blogpost wie "Hier die Fotos von unserer gestrigen Jeepsafari" deutlich gefährlicher.
Ich freu mich jedenfalls auf Streetview, auch ganz ohne Argumente.
#6
Geschrieben: 25. August 2010, 13:12
Kerberos schrieb am 25. August 2010, 04:56:
Ich freu mich jedenfalls auf Streetview, auch ganz ohne Argumente.
Nun, ändern sich denn tarnende Buschbestände, Zaunsinstallationen und Mauerzüge auf freien Grundstücke so oft und umfassend, daß die Bilder jährlich aktualisiert werden müssten, um einem potentiellen Aggressoren nützlich zu sein? Ich denke, die meisten Landgüter oder Bauernhöfe packen jedes Jahrzehnt mal was dazu oder weg. Der Rest ist beständig und kann somit am Computer sehr bequem mit einem Schlachtplan überzogen werden.
Ferner: Wer Urlaubsdetails in Echtzeit twittert oder bloggt, ist selbst schuld. Bei Google Street View nur dann, wenn er nicht widerspricht.
Allerdings: Wird ein GSV-gesperrtes Gebäude vielleicht auch erst recht interessant für eine Live-Stippvisite? Mh.......
Ich suche noch mal flink nach der Seite, die vor Monaten durch die Presse ging: www.robyourneighbor.com oder so ähnlich ...
Bearbeitet von Rabenfutter, 25. August 2010, 13:16,
#7
Geschrieben: 25. August 2010, 14:57
Rabenfutter schrieb am 25. August 2010, 13:12:
Dort steht aber im Moment als Statement:
Zitat
#9
Geschrieben: 08. Oktober 2010, 09:17
das jüngste beispiel hierfür, das mir unter die finger kam war ein blog im freitag über das verhältnis der deutschen zu ihren bäumen - man ahnt bereits, hier kann es nur um stuttgart21 gehen. aber dies nur als beispiel am rinde. äh, rande.
#10
Geschrieben: 21. Oktober 2010, 15:40
#11
Geschrieben: 21. Oktober 2010, 21:06
Zitat
da steht aber nicht, dass eigentlich mit viel mehr widersprüchen gerechnet wurde. millionen angeblich, glaubt man meinungsumfragen. das zeigt eigentlich mal deutlich, wie das so ist mit umfragen à la "würden sie dies und das". so furchtbar ist es dann wohl doch nicht, wenn das eigene haus bei google zu finden ist.
#14
Geschrieben: 08. Dezember 2010, 13:56
#15
Geschrieben: 08. Dezember 2010, 14:38
Erkennbare Kneipen oder Läden werden davon aber ausgenommen (es sei denn, genau sie selbst wünschen es), weil es für die ja ein Geschäftsnachteil sein könnte, nicht mehr sichtbar zu sein.
#17
Geschrieben: 10. Dezember 2010, 21:07
dennoch habe ich bei einer großen tasse heißer schokolade beschlossen, daß es zwar kein verpixelungsrecht gibt, aber auch kein entpixelungsrecht. wenn google den dummbatzen diesen service anbietet, dann schlucke ich das. es ist googles angelegenheit und nicht meine.
edit & ps: unkenntlichmachung ist unwiderruflich
#18
Geschrieben: 10. Dezember 2010, 21:15
Mir ist übrigens gerade aufgefallen: Rechtsklick gibt ein Menü frei um 3D zu aktivieren, hab nur gerade keine Brille zum testen da. :-(
EDIT: Cool Ego-Shooter Tasten gehen nun auch solang man nicht in Vollbild ist. Viel viel benutzbarer^^
#19
Geschrieben: 10. Dezember 2010, 22:00
Wir warten nur noch auf schönes Wetter, dann machen wir Ergänzungsfotos – mit uns mit lustigen Masken drauf.
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