Inhalte aufrufen


Google Street View
der umstrittene virtuelle Stadtplan


23 Antworten zu diesem Thema

#1 An Chiardhuibh

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Geschrieben: 24. August 2010, 10:05

Googleautofahrer ist im Moment vermutlich der am wenigsten zu beneidende Job in Deutschland. Man weiß nie, wer plötzlich um die Ecke kommt und seinem Unmut über das Fotografieren der Straße und allem drum und dran Luft machen möchte, ob man gar mit überlagertem Gemüse begrüßt oder auch nur böse angeguckt wird. Denn eins ist klar: dass Google für seine virtuellen Stadtpläne nach und nach alle Straßenzüge Deutschlands abfotografieren will, stößt hierzulande nicht gerade auf Zustimmung (im Gegensatz zu Schweden, wie hier nachzulesen ist). Noch in diesem Jahr soll das Angebot für 20 deutsche Städte online sein.

Street-View-Gegener fürchten vor allem die Gefahr der Überwachung durch die Google-Kartografie, möchten nicht, dass ihr Haus im Internet sichtbar ist. Google reagierte darauf, indem es versprach eine Widerspruchsfrist einzuräumen, wodurch sich die Abbildung des eigenen Hauses verhindern lässt. Diese First wurde bereits von 4 Wochen auf 8 Wochen verlängert und verzögert somit auch den Start von Google-Street-View in Deutschland. (Informationen zu Widerspruchsverfahren gibt es u.a. hier)

Street-View-Befürworter sehen in der Erstellung des Satdtplans eher eine Bereicherung und freuen sich auf virtuelle Spaziergänge durch den potentiellen Urlaubs-oder den neuen Wohnort. Außerdem sei es eben nicht verboten Häuser zu fotografieren. Nun ein solches Verbot zu erwirken, würde allerdings mehr Schaden anrichten, als es nützen würde (siehe z.B. hier ein Beitrag von Sascha Lobo mit "Widerspruch gegen den Widerspruch").

So hat sich in den letzten Wochen eine hitzige Debatte um dieses Thema entsponnen.

Wo steht ihr? Ja oder Nein zu Google-Street-View?

#2 phriedrich

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Geschrieben: 24. August 2010, 10:18

Ich will das haben. Sofort.

Die Diskussion um den Datenschutz sehe ich allerdings schon als gerechtfertigt und auch unbedingt notwendig an.
Nur wird ziemlich unsauber diskutiert und von Stümpern (oder Lügnern?) mit falschen Argumenten gearbeitet: Da werden Interviews von Leuten abgedruckt, die tatsächlich denken, es handle sich um Live-Bilder. Da wird behauptet, den Leuten würde in die Wohnung oder in den Pool geguckt. Und es wird so getan, als sei nach der Vor-Widerspruchsfrist der Zug abgefahren.

Wahr aber ist: Die Bilder entstehen von öffentlichem Grund und Boden aus und bilden nicht mehr ab, als sowieso jeder Passant sehen kann. (Stichwort Panoramafreiheit.) Die Bilder werden nur aller paar Jahre mal aktualisiert und es werden automatisch alle Gesichter weichegzeichnet. Und vor allem: Man kann jederzeit widersprechen und sein Bild bei Google entfernen lassen – völlig unabhängig von irgendwelchen Fristen. Das ist auch in allen anderen Ländern so, nur in Deutschland wird da ein Theater aufgezogen …

Und völlig unter den Tisch fällt die schon existierende exzessive Video-Überwachung überall in der Republik. Laut einem CCC-Statement von vor ein paar Jahren, war Leipzig damals die Deutsche Stadt mit den meisten Überwachungskameras. Da werden im gesamten Innenstadtbereich von diversen Organisationen (privaten, städtischen, polizeilichen) an allen Ecken und Enden Live-Bilder aufgezeichnet und ausgewertet, ohne das jemand Anstoß daran nimmt. Einige sind sogar im Internet öffentlich und live einsehbar. Aber bei Standbildern, die vielleicht aller 5 Jahre mal aufgenommen werden hebt das Geschrei an. Absurd.

#3 bogarnil limdal

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Geschrieben: 24. August 2010, 12:16

das liegt wohl am mulmigen gefühl, google habe das zeug zum weltbeherrschenden konzern. ich glaube das nicht, da kein monopol gegen den druck der straße und gegen das interesse der bestehenden institutionen existieren kann. das sind zwei unüberwindbare fronten. trotzdem kann ich den unwillen nachvollziehen, denn im dennoch sehr weiten lebensraum, den monopole in diesen grenzen haben, kann eben doch noch sehr viel unrecht (sei es juristisch oder moralisch) passieren.

im konkreten fall bin ich allerdings der meinung, daß street-view weder moralisch noch juristisch unrecht ist. meinen standpunkt finde ich recht gut getroffen im von kerberos bereits in der presseschau verlinkten beitrag des sprachlogs wieder.

#4 Rabenfutter

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Geschrieben: 24. August 2010, 19:08

Darauf, mein Haus mal aus anderen Perspektiven zu sehen, freue ich mich.
Man denke aber an Landgüter, die kaum zivilisiert sind, die kein Internet haben und nicht beurteilen können, wer sich da Zugangswege zum Grundstück am Computer erschließt, anstatt vor dem großen Einbruch mal eben rumzukommen und selbst nachzuschauen (unter der Gefahr entdeckt zu werden).
Das Planen von Einbrüchen ist jedenfalls dann einfacher.

#5 Kerberos

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Geschrieben: 25. August 2010, 04:56

Beitrag anzeigenRabenfutter schrieb am 24. August 2010, 19:08:

Darauf, mein Haus mal aus anderen Perspektiven zu sehen, freue ich mich.
Man denke aber an Landgüter, die kaum zivilisiert sind, die kein Internet haben und nicht beurteilen können, wer sich da Zugangswege zum Grundstück am Computer erschließt, anstatt vor dem großen Einbruch mal eben rumzukommen und selbst nachzuschauen (unter der Gefahr entdeckt zu werden).
Das Planen von Einbrüchen ist jedenfalls dann einfacher.

Das würde ich anzweifeln, den selbst zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Bilder, wird das Material schon mehrere Jahre alt sein. Ich weiß nicht mehr genau, aber ich denke 2008 ein Google-Auto in Magdeburg gesehen zu haben. Wenn werden nun die ländlichen Gegenden erfasst, und bis diese online sind vergeht sicher nochmal einiges an Zeit. Ich halte da einen Tweet ala "Flug war schön, endlich Urlaub" oder einen Blogpost wie "Hier die Fotos von unserer gestrigen Jeepsafari" deutlich gefährlicher.

Ich freu mich jedenfalls auf Streetview, auch ganz ohne Argumente.

#6 Rabenfutter

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Geschrieben: 25. August 2010, 13:12

Beitrag anzeigenKerberos schrieb am 25. August 2010, 04:56:

Das würde ich anzweifeln, den selbst zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Bilder, wird das Material schon mehrere Jahre alt sein. Ich weiß nicht mehr genau, aber ich denke 2008 ein Google-Auto in Magdeburg gesehen zu haben. Wenn werden nun die ländlichen Gegenden erfasst, und bis diese online sind vergeht sicher nochmal einiges an Zeit. Ich halte da einen Tweet ala "Flug war schön, endlich Urlaub" oder einen Blogpost wie "Hier die Fotos von unserer gestrigen Jeepsafari" deutlich gefährlicher.

Ich freu mich jedenfalls auf Streetview, auch ganz ohne Argumente.

Nun, ändern sich denn tarnende Buschbestände, Zaunsinstallationen und Mauerzüge auf freien Grundstücke so oft und umfassend, daß die Bilder jährlich aktualisiert werden müssten, um einem potentiellen Aggressoren nützlich zu sein? Ich denke, die meisten Landgüter oder Bauernhöfe packen jedes Jahrzehnt mal was dazu oder weg. Der Rest ist beständig und kann somit am Computer sehr bequem mit einem Schlachtplan überzogen werden.

Ferner: Wer Urlaubsdetails in Echtzeit twittert oder bloggt, ist selbst schuld. Bei Google Street View nur dann, wenn er nicht widerspricht.
Allerdings: Wird ein GSV-gesperrtes Gebäude vielleicht auch erst recht interessant für eine Live-Stippvisite? Mh.......
Ich suche noch mal flink nach der Seite, die vor Monaten durch die Presse ging: www.robyourneighbor.com oder so ähnlich ...

Bearbeitet von Rabenfutter, 25. August 2010, 13:16,


#7 phriedrich

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Geschrieben: 25. August 2010, 14:57

Beitrag anzeigenRabenfutter schrieb am 25. August 2010, 13:12:

[…] www.robyourneighbor.com oder so ähnlich ...
Du meinst sicher http://pleaserobme.com/

Dort steht aber im Moment als Statement:

Zitat

We are satisfied with the attention we've gotten for an issue that we deeply care about. […]


#8 phriedrich

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Geschrieben: 08. Oktober 2010, 00:05

Bei dem hier besprochenen Artikel hätte ich vermutlich auch wohlmeinend auf Ironie getippt. Wobei … ach, jedenfalls sind in Niggermeiers Blog selbst die Kommentare ungewöhnlich lesenswert.

#9 bogarnil limdal

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Geschrieben: 08. Oktober 2010, 09:17

ach, aufreger locken doch auch immer wieder die kulturredaktionellen aus ihren löchern, die im dunstkreis des aktuellen versuchen, den pöbel dort abzuholen, wo er steht, also runter von der straße und hinein in die wunderwelt des intellektuellen schöngeistes, wo der staub von dicken büchern weht und in großen ohrensesseln sitzend bedächtig die welt auf den kopf gestellt wird.

das jüngste beispiel hierfür, das mir unter die finger kam war ein blog im freitag über das verhältnis der deutschen zu ihren bäumen - man ahnt bereits, hier kann es nur um stuttgart21 gehen. aber dies nur als beispiel am rinde. äh, rande.

#10 phriedrich

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Geschrieben: 21. Oktober 2010, 15:40

Oh, ein sachlicher Artikel über die Vorurteile in einer großen, fachfremden Publikation. Man glaubts ja kaum noch.

#11 An Chiardhuibh

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Geschrieben: 21. Oktober 2010, 21:06

Zitat

Der Aufschrei ist groß: Rund 244.000 deutsche Haushalte haben bisher verlangt, die Abbildung ihrer Häuser aus Googles Straßenatlas Street View zu tilgen. Knapp drei Prozent aller Haushalte sollen das in jenen 20 Städten sein, für die Street View bis Ende des Jahres starten soll. (siehe "sachlicher artikel über die vorurteile" oben)

da steht aber nicht, dass eigentlich mit viel mehr widersprüchen gerechnet wurde. millionen angeblich, glaubt man meinungsumfragen. das zeigt eigentlich mal deutlich, wie das so ist mit umfragen à la "würden sie dies und das". so furchtbar ist es dann wohl doch nicht, wenn das eigene haus bei google zu finden ist.

#12 phriedrich

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Geschrieben: 21. Oktober 2010, 21:09

Nachdem wochenlang Panik geschürt wurde, wunderte mich die recht geringe Zahl der Verweigerer dann auch.

#13 Anarchnophobia

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Geschrieben: 22. Oktober 2010, 14:26

mich nicht. ich glaube die menschheit ist nicht soo doof, wie man es bei übermäßigem fernsehkonsum vermuten würde ;)

beispiel auch: schweinegrippeimpfung

#14 An Chiardhuibh

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Geschrieben: 08. Dezember 2010, 13:56

habe gerade zum ersten mal google street view ausprobiert! mein haus ist doch tatsächlich unkenntlich gemacht worden. das erdgeschoss ist allerdings einwandfrei zu erkennen, da ist ja auch eine kneipe drin. ich versteh aber nicht ganz warum man den rest des hauses dann nicht auch sehen kann. hmm.

#15 phriedrich

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Geschrieben: 08. Dezember 2010, 14:38

Weil sich irgendwer (Mieter, Vermieter, Nachbar mit falschen Angaben) beschwert hat, ist es ge-blurred wurden.

Erkennbare Kneipen oder Läden werden davon aber ausgenommen (es sei denn, genau sie selbst wünschen es), weil es für die ja ein Geschäftsnachteil sein könnte, nicht mehr sichtbar zu sein.

#16 An Chiardhuibh

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Geschrieben: 10. Dezember 2010, 17:06

ob ich da anrufen und darum bitten kann, dass das haus wieder entblurred wird? (ich finde übrigens du solltest konsequent sein und geblurred schreiben, so als wäre gar nichts dabei :D , wie ist eigentlich der infinitiv? blurren?)

#17 bogarnil limdal

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Geschrieben: 10. Dezember 2010, 21:07

ich dachte, die stammformvon blur wäre albarn, aber das ist vermutlich auch einfach nur albern. genauso albern wie die wahrnehmung eines "verpixelungsrechts". es ärgert mich, daß mein haus im streetviewpanorama als denkmal der borniertheit irgend eines anonymen nachbarn auf dem bildschirm prangt. es ist noch nicht einmal das typische musterargumentenhaus mit 1,90m-zaun und ausspähbarem vorgarten. es ist ein verdammtes reihenhaus. da gibt es nichts zu erkennen. einfach nicht zu fassen.

dennoch habe ich bei einer großen tasse heißer schokolade beschlossen, daß es zwar kein verpixelungsrecht gibt, aber auch kein entpixelungsrecht. wenn google den dummbatzen diesen service anbietet, dann schlucke ich das. es ist googles angelegenheit und nicht meine.

edit & ps: unkenntlichmachung ist unwiderruflich

#18 Kerberos

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Geschrieben: 10. Dezember 2010, 21:15

Man kann durchaus entpixeln in dem eigene Fotos macht, diese mit Geotag versieht und dann bei Picasa hochlädt. Die werden dann in Streetview angezeigt. Man kann sogar perspektivisch arbeiten, dazu einfach rumklicken und Beispiele anschauen.

Mir ist übrigens gerade aufgefallen: Rechtsklick gibt ein Menü frei um 3D zu aktivieren, hab nur gerade keine Brille zum testen da. :-(
EDIT: Cool Ego-Shooter Tasten gehen nun auch solang man nicht in Vollbild ist. Viel viel benutzbarer^^

#19 phriedrich

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Geschrieben: 10. Dezember 2010, 22:00

Unser Haus ist auch eines von zweien in der Straße, die verunstaltet wurden. Und es waren weder wir noch die anderen Erdgeschossbewohner, denen man sogar evtl. ins Fenster gucken könnte, sondern jemand von oben.

Wir warten nur noch auf schönes Wetter, dann machen wir Ergänzungsfotos – mit uns mit lustigen Masken drauf.

#20 André

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Geschrieben: 11. Dezember 2010, 19:46

Eingefügtes Bild ???





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