entwicklungshilfe wird momentan in zwei modi geleistet: ländern, denen man "good governance" attestiert, wird budgethilfe gewährt. d.h. man stockt den haushalt auf ohne daß auflagen zur verwendung faktisch existieren (wobei natürlich der verwendungszweck in der regel einen gewünschten rahmen umfaßt). ländern, denen kein "good governance" attestiert wird - und das sind dummerweise oft die ärmsten - wird in der regel mit projektbezogener leistung geholfen. das bedeutet meist aufbau von infrastruktur oder direkte investition der geberländer in projekte. der feldversuch zur erforschung des grundeinkommens, der seit einigen jahren in namibia läuft, hat meiner meinung eine dritte und vielversprechende möglichkeit eröffnet: entwicklungshilfe nicht mehr als hilfe an die staaten, sondern als hilfe an die zivilgesellschaft zu verstehen.
gerade die ärmsten gesellschaften haben ein massives problem in bezug auf wirtschaftshilfe: die bevölkerung besteht zu einem großteil aus marginalen arbeitern, d.h. arbeitern die mehr kosten als sie an wert durch arbeit schaffen. das liegt im wesentlichen an der mangelnden kaufkraft und gleichzeitig der nahrungsimportabhängigkeit. die politikwissenschaft schlägt hier kaufkraftsteigerung durch künstliche arbeitsbeschaffungsprogramme vor (z.b. elsenhans). warum nicht konsequenter sein und die mittel gleich in form eines grundeinkommens ausschütten?
Grundeinkommen als Entwicklungshilfe
Der dritte Weg zwischen Budget- und Infrastrukturhilfe
Eröffnet von bogarnil limdal, 02.11.10, 12:02
1 Antwort zu diesem Thema
#2
Geschrieben: 13. Juli 2011, 14:51
in brasilien gibt es mittlerweile ein hilfsprojekt, das den gedanken umsetzt. es ist nicht als experiment gedacht, obwohl es natürlich als solches auch fungiert.
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