Vor Jahren sagte der Dichter Thomas Rosenlöcher in einer Runde: „17. November. Das klingt schon dunkel.“ Damals, glaube ich, war Sommer. In der Runde sprach mensch über Gedichte. Irgendeine/r hatte ein Herbstgedicht vorgetragen. Ein Herbstgedicht im Sommer. Das gefiel mir. An die Zeilen des Gedichts erinnere ich mich nicht mehr. An Rosenlöchers Bemerkung schon.
Nun also haben wir November, den 17. November. Nachdem der letzte Sonntag mit seiner Sonne und mit seiner Wärme arg blendete, geben sich nun die letzten Tage doch recht düster. Im vorletzten Monat des Jahres gilt bekanntlich Warnstufe 1. Männer kommen unter die Räder. Frauen bleiben im Bett. Das Kind fällt in den Brunnen. Und die Alten drehen sich zur Wand: Genug ist genug.
Ständig brennt künstliches Licht. Der Regen ist leicht, aber andauernd. Zeit der Nachdenklichkeit. Gerade erst Totensonntag. Da klopft schon der Totensonntag an die Tür. Die Urlaubsfotos werden sortiert. Die Liebesmails geordnet. Spielabende werden ausgerufen. Weinverkostungen versprechen den Sommer auf der Zunge. Der Fernseher läuft nun häufiger. Jede/r kommt anders über die Runden.
Grund und Platz für die ganz individuellen Rezepte gegen den Herbstblues.
Herbstblues
vorletzter Monat
Eröffnet von flaschenpost.sitebob, 17.11.10, 20:05
3 Antworten zu diesem Thema
#3
Geschrieben: 18. November 2010, 11:58
Familiär- und beruflich bedingt war ich das ganze Jahr über zu Hause und was im Sommer noch durch die Sonne weggesonnt wurde, schlägt jetzt doppelt und dreifach zu.
Nieselregen, Dunkelheit und fehlender Gesellschaftlicher Kontakt führen zu einer echt deprimierenden Stimmung. Gottseidank habe ich bald vielleicht die Möglichkeit wieder beruflich unterwegs zu sein. Aber ich verstehe die ganzen Langzeitarbeitslosen oder Frührentner jetzt viel besser. Der Mensch braucht eine Aufgabe und er braucht zwischenmenschlichen Kontakt. Und bleibt dann noch die Sonne aus, dann ist es wirklich schlimm. Ich habe schon 10 Jahre nacheinander gearbeitet und der Herbst fiel mir nie so auf wie jetzt. Weil Mensch halt immer in Bewegung ist und war. Aber hier bei diesen blöden Energiesparlampen versuchen aktiv zu werden ist nicht einfach.
Drum war ich jetzt einkaufen für einen Gemüsesalat für heute Abend und 2 Bier für sofort; zur Mittagszeit.
Das sind meine Mittel.
Nieselregen, Dunkelheit und fehlender Gesellschaftlicher Kontakt führen zu einer echt deprimierenden Stimmung. Gottseidank habe ich bald vielleicht die Möglichkeit wieder beruflich unterwegs zu sein. Aber ich verstehe die ganzen Langzeitarbeitslosen oder Frührentner jetzt viel besser. Der Mensch braucht eine Aufgabe und er braucht zwischenmenschlichen Kontakt. Und bleibt dann noch die Sonne aus, dann ist es wirklich schlimm. Ich habe schon 10 Jahre nacheinander gearbeitet und der Herbst fiel mir nie so auf wie jetzt. Weil Mensch halt immer in Bewegung ist und war. Aber hier bei diesen blöden Energiesparlampen versuchen aktiv zu werden ist nicht einfach.
Drum war ich jetzt einkaufen für einen Gemüsesalat für heute Abend und 2 Bier für sofort; zur Mittagszeit.
Das sind meine Mittel.
#4
Geschrieben: 18. November 2010, 12:49
Der Blues ist bei mir nicht witterungsabhängig und kann auch bei 30° im Schatten zuschlagen.
Ich fühle mich sauwohl, wenn ich ausschlafen kann und über größtmögliche Zeitautonomie verfüge.
Wenn dann diverse Aufgaben und Projekte noch nach meinem Geschmack sind hat der Blues keine Chance.
Ich fühle mich sauwohl, wenn ich ausschlafen kann und über größtmögliche Zeitautonomie verfüge.
Wenn dann diverse Aufgaben und Projekte noch nach meinem Geschmack sind hat der Blues keine Chance.
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