Ich gebe zu ich hatte schon vorher andere Teile aus der Filmreihe gesehen, und hab daher kein Meisterwerk erwartet. Wer die Filme gesehen hat könnte eigentlich glatt selbst zum Untoten motieren, um dann bei den Produzenten dieses Werkes mal herzhaft zubeißen zu können. Trotzdem wollte ich einfach Milla Jovovich gucken - der schöne Ukrainerin mit dem falschen Job. Oder bin ich der Einzigste dem aufgefallen ist das sie überhaupt kein Talent zur Schauspielerei besitzt. Nun gut, Mila Jovovich schaut man nicht um ihrer Schauspielkunst wegen, eher hofft man einen guten Kameraschuß auf ihren Hintern zu erhaschen, irgend etwas eben, dass die aufgeopferte Lebenszeit für diesen Film wieder wettmacht. Leider konnte ich nichts entdecken. Alles was mir geboten wurde waren Unmengen unfreiwilliger Komik, stellenweise schauspielerische Leistungen auf Schultheaterniveau und jede Menge misslungener Abklatsch von erfolgreichen Filmen. Oder sollte ich es Zitate nennen? Nein, dazu sind sie zu mies umgesetzt. Der Film stimmte mich jedoch auch nachdenklich. Ich musste die ganze Zeit darüber grübeln, ob das was ich dort sehe, nicht alles genau so gewollt ist, wer das genau so haben will (vielleicht aus einer humoresken Motivation heraus) und wieso man einen solch schlechten Geschmack vertreten kann. Nichts gegen Zombiefilme und ihre Fans. Ich kenne z.B. "Dawn of the Death" und zähle ihn zu einem der besten Filme die ich je sah. Resident Evil damit zu vergleichen wäre aber pure Blasphemie. Darum will ich es auch bei der alleinigen Erwähnung des Films in diesem Kontext belassen.
Die Story ist schnell erzählt. Mila Jochwitch und ein paar Nebenrollen besetzende Schauspieler zum abschlachten, werden von einer Horde Zombie gejagt. Zum Eingang des Films gibt es ein bisschen "The Matrix" Action. Muss eigentlich jeder Streifen heute mit diesen Superslowmotion Kameraeffekten daherkommen? In Matrix war das cool, es war glaubhaft, denn die Matrix war die Matrix. Eine virtuelle Realität in der sowas einfach möglich ist. Hier aber ist es nicht nur unnötig sondern wirkt auch sehr unbeholfen. Jovovich springt nicht wie Keanu Reeves, sondern fliegt wie ein geworfener Stock durch die Luft. Das sieht nicht nur albern aus, es zerstört auch zielstrebig jegliche Erwartung an diesem Film. Dies Missgeschick hatte ich noch mit einem Lacher weggesteckt, doch das Lachen sollte mir bald vergehen. Nicht, weil es nun doch noch spannend wurde, nein, eher weil ich drohte im weiteren Verlauf des Films einzuschlafen. Um bei den Ziaten zu bleiben, irgendwo zwischen der leeren Storyline hab ich ein paar Anklänge zu dem Terminator erkennen wollen. Unsere Heldin fliegt mit einer kleinen Propellermaschine durch eine dem Tode geweihte Welt und man hört ihre Stimme über so fürchterlich sinnloses Zeug laut nachdenken. Ok, vielleicht sehe ich hier mehr als wirklich da ist, trotzdem sind Flugzeuge eine Zutat die der ambitionierte Endzeitfilmemacher im Kochtopf haben sollte, und die auch hier nicht vergessen wurden. Das Problem ist nur, dass es der Koch auch mit noch so vielen bunten und ästhetischen Bildern nicht vermag dem Zuschauer einen schmackhaften Film zu präsentieren. Wer auf Mündungsfeuer und Landschaften in Vogelperspektive steht hätte dagegen vielleicht doch noch etwas gefunden, dass ihn an dem Film gefallen könne, doch kann man sich so etwas auch in besseren Filmen zu Gemüte führen, und muss deshalb nicht Resident Evil ertragen. Überhaupt besteht der ganze Film aus tausendmal irgendwo besser gesehen Fragmenten. Selbst die auffälligen Anleihen an die filmischen Einspieler aus Videospielen hat man schon besser gesehen. Hier liegt es wohl aber an Mila Jochowich selbst, die einfach kein Charisma in ihrer Rolle vorzubringen weiß.
Ich muss eingestehen, dass ich nicht den ganzen Film gesehen habe. Ich hab irgendwann abgeschaltet, nicht nur geistig, sondern auch so richtig physikalisch. Mit einem dynamischen und ambitionierten Sprung zur Maus hab ich den Zombies eigenhändig ein jähes Ende bereitet und die Stoptaste gedrückt, so wie damals im Dunkeln vor der Playstation, als ich den Feuerbutton meiner Pixelkanone abgenutzt habe. Hier aber konnte ich es einfach nicht mehr ertragen. Keine Ahnung ob ich den Film noch zu Ende schauen werde. Vielleicht hab ich ja ein paar gute Momente verpasst. Da fällt mir noch ein es gab auch sozusagen eine Duschscene. Leider hat sie sich dann doch nicht ausgezogen, bevor sie die Zombies kalt machte. Das war aber mal ein Moment, in dem ich als Mann mal so ein wenig gefiebert und gehofft habe.






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