Diesen Produkten gemein ist die Verwendung von Palmöl. Elaeis guineensis ist der lateinische Name der Pflanze, die in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat und heute in einer solchen Vielfalt Verwendung findet, dass es einem fast schwindlig wird. Hauptsächlich findet sich das Öl jedoch in Lebensmitteln aller Art. In der Schokolade sorgt es dank guter Schmelzeigemschaften für den himmlischen Genuss, der Margarine verleiht es den an Butter erinnernden Geschmack und auch beim Kochen, Braten und Frittieren wird das aus den Früchten bzw. aus den Samen gewonnene Öl gerne verwendet. Greenpeace geht davon aus, dass gut die Hälfte der Produkte in unseren Supermarktregalen Palmöl enthält. Da dies allerdings nicht so genau angegeben werden muss, findet sich meistens nur der Hinweis auf Pflanzenöl. In weit geringerem Maße wird Palmöl auch für die Herstellung von Kosmetika und Waschmittel gebraucht und schließlich ebenfalls als Biokraftstoff eingesetzt. Eigentlich könnte alles so schön sein. Ein nachwachsender Rohstoff, der vielseitig einsetzbar unser aller Leben verbessert. Wäre da nicht das Problem mit dem Anbau.
Der Druck auf Nestlé verstärkte sich massiv nachdem der Konzern versucht hatte, die Verbreitung des Clips zu stoppen und in diesem Zuge sogar die Facebookseite des Produktes "Kitkat" sperrte. Nestlé sowie ein weiterer Großkonzern kündigten schließlich ihre Verträge mit der umstrittenen Firma Sinar Mas und Nestlé kündigte an, die Produktion bis zum Jahre 2015 umzustellen.
Tatsächlich gibt es einige Bemühungen die Situation in Südostasien zu verbessern. Im Jahre 2004 begann der WWF an einem Zertifizierungssystem für nachhaltig angebautes Palmöl zu arbeiten und rief den "Roundtable on Sustainable Palm Oil" ins Leben um gemeinsam mit Umweltorganisationen, Käufern und Verarbeitern Richtlinien und Kriterien für den Anbau und Umgang mit Palmöl zu erarbeiten. Seit 2008 gelten diese nun. Obwohl der RSPO anerkannt wurde und mittlerweile über 420 Akteure diesem runden Tisch angehören,gibt es noch Probleme mit der Umsetzung, da sich nicht alle Mitglieder auch tatsächlich an die Regeln halten. Auch seien, so Greenpeace, die Kriterien zu schwammig und bedürften einer Konkretisierung. Es ist jedoch zumindest ein vielversprechender Ansatz , denn die Vorteile des Palmöls lassen sich schwer leugnen. Gäbe es nicht die vielen Brandrodungen, fiele auch die Klimabilanz der Herrstellung durchaus positiv aus. Oft werden die Früchte der Ölpalme auch noch zu früh geerntet, obwohl der Ertrag viel höher aus fallen könnte, würde man einfach etwas warten.
Nachhaltigkeit ist das Schlüsselwort im Umgang mit dem Palmöl und hier kommt schließlich der Endverbraucher ins Spiel. Wie das Beispiel Nestlé zeigt, haben die Konsumenten sehr wohl die Möglichkeit eine Veränderung in der Firmenpolitik zu erzwingen. Einerseits durch ihre Kaufentscheidung, andererseits durch das konsequente Einfordern von Transparenz. Solange dies nicht verwirklicht ist, ist der Kauf von Produkten, die Palmöl enthalten- wie übrigens auch die Kerzen bei Ikea-problematisch. Eine Alternative sind Produkte die ausdrücklich auf Palmöl verzichten. Diese finden sich auf der so genannten weißen Liste.
weiterführende Informationen zum Thema:
- WWF: Palmöl- Chance mit Risiko
- Greenpeace: Cooking the Climate- Greenpeace-Studie über die Palmölindustrie
- Zeit Online: Die letzten Waldmenschen verlieren ihre Heimat
- Zeit Online: Pflanzlich, aber schädlich
- Eine Recherche der Konsum-Global-Gruppe Leipzig:
palmöl.pdf 543,81K
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