Wikileaks
#1
Geschrieben: 02. Dezember 2010, 19:34
#2
Geschrieben: 02. Dezember 2010, 22:19
WikiLeaks: Julian Assange and Daniel Ellsberg in conversation
und noch das hier. Ein bisschen patetischer
und dir daraus eine eigene Meinung zu der Bedeutung und dem Geschehen zu bilden.
Persönlich halte ich es für eine positive Entwicklung.
#3
Geschrieben: 03. Dezember 2010, 09:04
Schließlich weiß ich nicht, wie Geld sie für ein Auftragswerk verlangen und welche anderen Informationsnetzwerke sie ebenfalls je nach Gusto knacken können.
#4
Geschrieben: 03. Dezember 2010, 13:59
zum thema an sich: ich hab bisher noch nie gehört, daß geld im spiel sei. soweit ich informiert bin (zugegebenermaßen auch nur aus den medien), kann man sich mit jedwedem insidermaterial anonym an eine mailadresse wenden. motivation soll klassisches whistleblowing sein, also die nichtvereinbarkeit der mitwisserschaft mit dem eigenen gewissen. ich bezweifle, daß geld fließt, denn geld würde die glaubwürdigkeit der quellen senken und außerdem vermutlich den finanziellen rahmen von wikileaks sprengen. ich kann mir allenfalls vorstellen, daß wikileaks von den medienpartnern bei den großen coups honorare bezieht. aber das fände ich, solange es nicht exorbitante beträge sind, okay.
#5
Geschrieben: 03. Dezember 2010, 18:39
Rabenfutter schrieb am 03. Dezember 2010, 09:04:
Das geben die Medien wieder, oder hast du bereits die 23000 Dossiers allesamt gelesen?
Der dämliche Politikerklatsch ist doch sowas von marginal, die Kriegspläne gegen den Iran mitsamt den bereits getätigten Attentaten auf
iranische Atomforscher interessieren mich mehr als Westerwelles Prostataprobleme.
Bearbeitet von Spottdrossel, 03. Dezember 2010, 18:45,
#6
Geschrieben: 04. Dezember 2010, 12:46
Um die Frage nach der finanziellen Verbandelung von Guardian, Spiegel und Co mit Wikileaks zu beleuchten. Nach Aussage von Wikileaks fließt kein Geld, allerdings sollen Anwaltskosten für Wikileaks gestellt werden. Ihre eigene Stellungnahme dazu ist, wie bogarnil schon sagte, dass sie damit stark an Intigrität verlieren würden. Wikileaks finanziert sich derzeit aus dem Geld ihrer Mitglieder und Spender. Die größte Spende soll bisher 20.000$ betragen haben. Das ist zumindest Assanges Antwort auf eine Leserfrage im Guardian.
Was man aus meiner Perspektive an Wikileaks kritisieren kann und wohl muss ist das Verantwortungsproblem in dem Sie stecken. Das ist eine reichlich philosophische Frage, also bedürfen diese Daten (Ich hüte mich hier von sowas wie Wahrheit zu sprechen.) einer Verantwortung. Hier muss man nochmal zwischen, privaten und öffentlichen Daten, also solchen die sich auf Institutionen, Ämter und politische Entscheidungen unterscheiden. Ich denke das diese öffentlichen Daten in der Verantwortung der Regierungen liegen, solange sie nicht den Bürger zugänglich gemacht werden, denn erst, wenn der Bürger also die kleinst Einheit unserer Demokratien darüber Bescheid weiß (oder wissen könnte, die Möglichkeit zählt) ist er in die Lage versetzt frei zu sein, also eigenverantwortlich zu Wählen. Natürlich ist das reichlich Idealistisch gedacht dem #bin ich mir bewusst und darum zweifle ich an dem Ganzen auch etwas. Was mir in Konsequenz dann etwas Bauchschmerzen bereitet, ist das niemand vorher Abstimmen konnte darüber, ob wir das alles auch wirklich wissen wollen. Wikileaks hat da eine gewaltige Machtposition inne, die mir in der Hand eines kleinen Hackerkombinats absolut nicht gefällt. Und auch, wenn man diese Entwicklung gut findet sollte man wenigstens einen Schritt weiter gehen und mehrere unabhänige Wikileaks wollen. Die öffentliche Information gehört in die Hand der Bürger, und auch nicht in die Hand irgendwelchen staatlicher oder transstaatlicher Organisationen. Daher haben wir ja auch den Journalimus mit unzähligen Blättern, Sendern usw. Um das noch abzuschließen. Ganz machtlos sind wir als Zuschauer diese Geschehen ja auch nicht, man kann schließlich auch mit eine Spende für Wikileaks stimmen. Nur mit dem dagegen stimmen wird es jetzt etwas schwer.
#7
Geschrieben: 04. Dezember 2010, 15:59
Und morgen bespricht eine ausgewählte Schar ausländischer Journalisten das Thema zur besten Mittagszeit beim Internationalen Frühschoppen auf phönix. (Dass einem beim Schauen das Rinderfilet im Halse stecken bleibt, ist, denke ich, bei der Sendung nicht zu befürchten.)
Bearbeitet von flaschenpost.sitebob, 04. Dezember 2010, 16:59,
#8
Geschrieben: 05. Dezember 2010, 03:30
Haha
#9
Geschrieben: 12. Dezember 2010, 13:49
http://www.welt.de/d...nunzianten.html
Der Artikel ist auch auf dem Blog von Carinsson zu lesen.
#10
Geschrieben: 12. Dezember 2010, 17:14
Ich meine, die Leute bei der französischen Revolution, haben mit der Masse dafür gestimmt. Die konnten sagen: "Hey cool finde ich toll, mach ich mit"; und wenn genug Leute nicht mitmachen dann passiert es eben nicht. Hier spielt das gar keine Rolle, niemand braucht mich, Wikileaks braucht nur eine Minderheit die sagen, wir wollen das so. Torrent - Torrent z.B. machts möglich, das insuranse file ist im nu draußen und kann nicht wieder eingesammelt werden.
Mit dieser Erkenntnis, gebe ich dann zurück in die angeschlossende Gegenwart und verfolge gespannt das Abendprogramm "Wikileaks gegen den Rest der Welt".
#11
Geschrieben: 18. Dezember 2010, 15:46
EDIT:
Die Rechtswissenschaftler da stimmen zumindest überein, dass es eine Überklassifikation der Dokumente gäbe, denn es gäbe ja eine Vielzahl an unbrisanten Dokumenten darunter. In Folge wird vorgeschlagen das Fehlklassifizieren als Verbrechen zu ahnden. Auch wurde vorgeschlagen die klassifizierte Dokumente nach eine gewissen Zeitraum selbst freizugeben. Ich glaub das wird Stellensweise schon so gehandhabt.
Auch sind sie sich einig, das ihre Regierung überreagiert hat und immer überreagiert. Dies müsse berücksichtigt werden.
Zu der Frage der Veröffentlichung klassifizierter Dokumente müsst ihr euch selber anhören oder ich trage es nach, wenn ich es zu Ende gehört hab. Das hier ist ungefähr der Schnitt bei 1.5h-2h.
#12
Geschrieben: 20. Januar 2011, 10:47
Zitat
vom 19. Januar 2011 geschrieben von Gregory Engels
Am 18. Januar hat die russische Webseite RuLeaks.net, die den Anspruch hat das “russische Wikileaks” zu sein, eine Serie von Fotos veröffentlicht, welche “Putins Palast”, der kürzlich in der Presse diskutiert wurde, zeigen.
Am 21. Dezember wurde auf corruptionfreerussia.com ein offener Brief an Präsident Medwedew veröffentlicht in dem behauptet wurde, dass an den Ufern des Schwarzen Meeres ein “Erholungskomplex für Putin” für die Kosten von einer Milliarde US Dollar gebaut werde. Der Brief erschien in einer russischen und englischen Fassung und wurde von Sergey Kolesnikov unterschrieben.
RuLeaks.net kommentierte die nun veröffentlichte Fotos, die einen in der Endphase des Innenausbaus befindlichen Palast zeigen mit den Worten: “Die Redaktion von RuLeaks.net hat Photos zugespielt bekommen, die das Objekt zeigen, welches neulich in den Presseberichten erwähnt wurde. Wir sind jedoch nicht bereit eine Aussage zu den Eigentumsverhältnisen dieses Gebäudes zu machen und publizieren die Photos unkommentiert”
RuLeaks.net wird von der Piratenpartei Russlands betrieben.
Und des öfteren habe ich in den letzten Tagen gehört, dass der Sturz der Diktatur in Tunesien durch die Jugend und dem Internet gefördert wurde.
Dazu paßt auch dieses. Die Piratenpartei gibt es auch in Tunesien:
Zitat
Das freie Internet und der Zugang zu Wissen scheint auch die offiziellen und inoffizielen
Bearbeitet von Tara, 20. Januar 2011, 10:54,
#13
Geschrieben: 20. Januar 2011, 15:31
Tara schrieb am 20. Januar 2011, 10:47:
diese meldung hörte ich nun auch schon mehrmals und sie ärgert mich wegen ihres mangelnden nachrichtenwertes. die leute nutzen wie zu erwarten zeitgemäße kommunikationsmittel. früher waren das nur telephone, noch früher waren es zeitschriften und plakate. heute kommt eben auch twitter, facebook, youtube und co dazu (um mal die anwendung und nicht den "äther" zu betonen). ich frage mich, worauf der hinweis in verschiedenen nachrichtenformaten hinaus will. bestenfalls wird suggeriert, daß das internet eine gute sache ist. schlimmstenfalls wird darauf hingewiesen, daß das internet stabile regime zu fall bringen kann. beides ist quatsch, weil beides die akteure ausblendet. und die holt man auch nicht ins boot, indem man sowas schwammiges wie "die jugend" bemüht. die jugend ist die medienchiffre für "leute, die sich mit dem neumodischen krempel besser auskennen als ottonormalverbraucher". es wird hier hübsch verschleiert, daß jugendliche sich auch erstmal für oder gegen eine sache stellen müssen, daß also nicht die jugend an sich die revolten getragen haben, sondern junge unzufriedene (naturgemäß ist die jugend bei aufständen aktiver, weil noch nicht so stark im system vernetzt). alles in allem ist also dieser hinweis auf die rolle von neuen medien und jugendlichen bei umbrüchen eine steilvorlage für angstkampagnen.
daß die sache nicht so funktioniert, sieht man doch an der hohen medien- und kommunikationskompetenz der jungen rechtsextremen in deutschland. die ist beachtlich, aber gesamtgesellschaftlich ohne signifikante wirkung.
#14
Geschrieben: 20. Januar 2011, 15:45
Dann schafft das Internet etwas was ohne das Internet niemals geschehen wäre. Da die russischen Medien ja alle in Kremlhand sind.
Also ist da doch etwas Neues im Gange. Vielleicht wollen darauf die Medien hinaus.
#15
Geschrieben: 20. Januar 2011, 16:30
beispiel: wikileaks veröffentlicht daten im internet und spon kann mit hilfe dieser informationen eine investigative geschichte recherchieren und veröffentlichen, die dann minister xyz zum rücktritt zwingt. das internet hat damit nichts zu tun, sondern ist lediglich frei verfügbarer vertriebsweg sowohl für die quellenbibliothek (wikileaks) als auch für die onlinezeitung (spon). früher wäre es so gelaufen, daß die informationen in irgend einem archiv rumlagen und jemand dem spiegel einen tipp gegeben hat, dort mal zu stöbern. die geschichte hätte dann auch mit dem rücktritt des ministers geendet und in dem fall hätte das bedruckte papier an sich auch nichts damit zu tun gehabt. es wäre irrwitzig, die verfügbarkeit von papier für quellen zu beschränken, so wie heute die abschaltung von wikileaks gefordert wird. aber wenn die leute die begriffe nicht sauber trennen, dann lassen sie sich schnell solche sachen unterjubeln.
ich will nicht fordern, daß wir unseren laxen alltagssprachgebrauch aufgeben. wir wissen ja in der regel, was wir meinen und es ist auch selten relevant, wenn wir es mal doch auch begrifflich durcheinanderhauen. aber von den nachrichtenmagazinen wünsche ich mir einen sorgfältigeren umgang mit solchen nachrichtenfetzen. denn sie sägen auch an dem ast, auf dem sie selbst sitzen, wenn sie dazu beitragen, daß die doch recht weit verbreitete technikskepsis bzw. internetskepsis sich nicht löst, sondern verhärtet. auch und gerade, wenn das nur in bestimmten altersgruppen passiert.
#16
Geschrieben: 20. Januar 2011, 18:06
egal was putin macht. das internet kann er nie völlig kontrollieren. (so hoffe ich)
und das ist ja auch das thema bei wikileaks
Bearbeitet von Tara, 20. Januar 2011, 18:14,
#17
Geschrieben: 20. Januar 2011, 19:32
#18
Geschrieben: 20. Januar 2011, 21:47
#19
Geschrieben: 20. Januar 2011, 23:21
EDIT:
Wirklichkeit passt wohl besser als Realität.
#20
Geschrieben: 20. Januar 2011, 23:47
Selbst tut es erst einmal nichts, aber es brachte bei Einführung und im Verlauf für viele andere Zwecke hervorragende neue Möglichkeiten. Beispielsweise die für damalige Verhältnisse absolut rasante Verbreitung von Luthers Thesen oder seiner Bibelübersetzung, genauso aber auch die Widerthesen der Gegner oder die Beschlüsse der Reichstage. Dadurch wandelte sich innerhalb weniger Jahre der Wissensaustausch grundlegend, ähnlich wie das wohl auch beim Internet der Fall ist.
Nur ist das Internet als solches vielleicht abstrakter und vielschichtiger, so dass ihm leicht etwas eigenständiges oder räumliches zugebilligt wird. Das müsste man dann eher mit dem sich damals entwickelnden Verlags-, Nachrichten und Zeitungswesen vergleichen.
Bereits 1601 (?) gab es die ersten wöchentlich erscheinenden Zeitungen und schon 1650 die erste Tageszeitung. Zeitgenossen fragten sich teils, ob denn überhaupt so viel passiere, dass man jeden Tag damit eine Zeitung füllen könne. Das eigentlich erstaunliche ist aber eher, dass es sich nach so kurzer Zeit schon erste Nachrichtendienste und Agenturen für Informationen gebildet hatten und Korrespondenten in anderen Städten täglich Nachrichten aussandten, die dann, mit etwas Verzögerung, auch wieder täglich eintrafen. Es war also auch gesellschaftlich und organisatorisch sehr viel passiert, abseits der rein technischen Druckverfahren.
Da ist man noch nicht bei den konkreten Inhalten.
Auch damals wurden teils Sachen auf Papier gedruckt, die dann so gut wie keiner gelesen hat.
Einen grundlegenden Unterschied sehe ich aber bei der Verbreitungsrichtung. Während Buch- und Zeitungsdruck – verstärkt auch beim Rundfunk später – einen eindeutigen Absender haben und sich an wie auch immer geartetes Publikum wenden, verschwimmen die Grenzen beim Internet. Zumindest theoretisch hat jeder die Möglichkeit Inhalte zu publizieren und einem – ebenso theoretisch – nahezu unbegrenzt großem Publikum zugänglich zu machen, welches wiederum sehr direkt Antworten kann. Der Aufwand auf einer Druckpresse Flugblätter herzustellen und zu streuen ist logistisch doch wesentlich größer. Besonders deutlich wird das vielleicht bei dem, was gemeinhin als „Blogosphäre“ bezeichnet wird oder auch bei YouTube. Die Grenzen zwischen Produzent und Konsument können verwischen, was einerseits zu Kollaborationsprojekten wie Wikipedia (oder auch freier und offener Software) oder andererseits zum viralen Marketing führt, welches momentan in aller Munde ist.
Als Nachtrag noch zwei Links:
#1, allgmein zum Internet: Die Mähr von der 38/13/4-Regel
#2, zum Enthüllungsjournalismus: Wikileaks 1699
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