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Aufstand in Nordafrika - Die Wende im Nahen Osten?
Tunesien, Ägypten, Libyen - Wie weit springt der Funke noch?


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127 Antworten zu diesem Thema

#121 Tara

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Geschrieben: 22. August 2011, 22:29

Mit

Zitat

verschwörungstheoretische gequarke
meinst du das linke und rechte Gelaber von der "Kolonialisierung" der ölreichen Länder?

Das Wichtigste wäre jetzt eine wirtschaftliche und demokratische Aufbauhilfe für die neuen demokratischen Länder in Nordafrika. Um zu verhindern, dass dort wieder Diktaturen entstehen. Dazu brächte man aber fähige Leute in den westlichen Ämtern. Allen voran ein deutscher starker Außenminister der mit Frankreich und Großbritannien zusammen die anderen EU-Länder mitzieht für eine gemeinsame Unterstützungsarbeit.

Jetzt brauchen die neuen Demokraten in Nordafrika weiter Schützenhilfe. Denn wer genau hinschaut sieht in Ägypten die Gefahr einer neuen Militärdiktatur. Das wird in den anderen Ländern auch passieren. Wenn wir nicht unterstützend eingreifen.

In Tunesien zum Beispiel ist demnächst Wahl, aber keiner will sich dran beteiligen. Ganz einfach weil die Menschen dort jetzt schon desillusioniert sind. Sie haben zu viel zu schnell erwartet und sehen auch keine Hilfe von außen kommen. Kaum eine Veränderung in ihrem gegenwärtigen Leben.

Die Chance einen demokratischen Mittelmeerraum ( ein Atlantropa ;) ) zu schaffen entgeht uns. Wir brauchen endlich wieder fähige Leute in den Ämtern.

Dabei liebe FDP ist es doch ein neuer Absatzmarkt der dort entsteht. Aber nicht mal das kapieren diese Scheindoktoren.

Bearbeitet von Tara, 22. August 2011, 22:29,


#122 bogarnil limdal

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Geschrieben: 22. August 2011, 23:08

ich meine grundsätzlich jede analyse aus der feder von deutschen autoren ohne regionale kontakte, sprachkenntnisse oder fachwissen, die sich auf quellen mit den gleichen fehlenden qualifikationen oder auf quellen aus regimetreuen medien stützen und anhand der jeweiligen "nachrichtenlage" ihre vorgefertigte vorstellung vom lauf der dinge verifizieren. das nervt mich zu jeder zeit und zu jedem thema, doch sehe ich das meist als sportlichen anlaß, nachträglich einen kartharsischen faktencheck drüberhuschen zu lassen. immerhin erfährt man so, welche medien lesenswert sind und welche nicht.

aber vor dem hintergrund sterbender menschen und himmelschreiender ungerechtigkeit halte ich das schlichtweg nicht aus. jedenfalls nicht in so konstanter berieselung wie in den letzten monaten zum thema libyen. und libyen wiederholt sich bereits in syrien. was auch passiert, eins ist klar: die weltversteher und ad-hoc-experten im deutschen wohnzimmer wissen schon jetzt, daß der westen mit seinem eingreifen/nichteingreifen (nichtzutrefendes bitte nachträglich streichen) seine wahre fratze des bösen zeigt.

edit:

deutschlandradio interviewt akhsam suliman von al dschasira
thema: wie kommt man an authentische informationen?
(leider nur in bezug auf tv)

#123 Spottdrossel

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Geschrieben: 23. August 2011, 11:11

Es geht nicht um Menschenrechte, es geht um Öl, um Macht und Einfluss. Da stößt man schon gern mal mit Despoten an. Bin ich froh, dass es das Internet gibt, was nichts vergisst.
Ben Ali und Mubarak als "gute Freunde" der Kanzlerin, die einstigen Kniefälle der heutigen Bombenwerfer vor Gaddafi und das neuerliche Buhlen um Nationen, denen Menschenrechte ebenso scheißegal sind wie den hiesigen Wirtschaftsbossen.

#124 bogarnil limdal

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Geschrieben: 23. August 2011, 12:51

spotti, es ist genau dieses permanente ausblenden der akteure, das mich am meisten nervt. auf der einen seite wird sich (zurecht) aufgeregt, wenn hysterische csu-politiker in linken wortmeldungen gleich das gulag winken sehen. auf der anderen seite wird jedes wirtschaftsabkommen der letzten 30 jahre zum beweis erklärt, daß die nato einen angriffskrieg um öl führt. auch wenn deutschland im un-sicherheitsrat gegen das engagement gestimmt hat, auch wenn die nato nur teil der allianz ist, auch wenn die gefechte im wesentlichen zwischen dem libyschen volk und den gaddafitreuen militärs ausgefochten werden, auch wenn gaddafis halbe regierung aus protest die seiten gewechselt hat, auch wenn der anlaß dieses protestes das zusammenschießen und bombardieren von demonstranten gewesen war.

das volk kommt beim weltdeuteln regelmäßig nur als marionette vor, weil es ansonsten die steile these kaputt macht. und das ist es, was mich ankotzt. und nochwas vielleicht: wenn diplomatie mit despoten als "gute freundschaft" hingestellt wird. ein regierungschef hat in seinem umgang mit ausländischen amtspersonen einen weitaus engeren spielraum, als beispielsweise die kleinste oppositionspartei.

#125 Tara

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Geschrieben: 23. August 2011, 20:14

Beitrag anzeigenTara schrieb am 22. August 2011, 22:29:

Dazu brächte man aber fähige Leute in den westlichen Ämtern.


Wie zur Bestätigung:

Zitat

Westerwelles peinliche Libyen-Show

Der deutsche Außenminister gibt den Libyen-Experten und rät zur Vorsicht bei der Beurteilung der Lage. Dabei trifft Westerwelle wieder einmal nicht den richtigen Ton: Anstatt die Lektion aus dem deutschen Sonderweg zu akzeptieren, tut er so, als sei der Erfolg der Rebellen auch sein Verdienst.

Der Mann ist so eine Nullnummer. Unfassbar. An solchen Selbstvermarktern krankt unsere Gesellschaft.

#126 Kerberos

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Geschrieben: 08. November 2011, 00:49

Hier ist ein Twitter Feed mit Videos und kurzen Erklärungen zur syrischen Revolution. Ziemlich interessant.

#127 Spottdrossel

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Geschrieben: 18. Dezember 2011, 15:46

Na? Was meinen die Befürworter der "Arabischen Revolution" zu den jüngsten Ereignissen? Wenn ich mir den gesamten Thread angesichts der Resultate, die wir heute kennen (einschließlich Lynchmorden an Despoten und Systemfreunden,) nochmal zu Gemüte führe wird mir schlecht.

#128 bogarnil limdal

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Geschrieben: 19. Dezember 2011, 01:25

die arabische revolution ist noch lange nicht zuende. und wenn ich an dieser stelle zurückblicke, dann sehe ich noch immer die parallele zum zerfall des ostblocks. keiner hat damit gerechnet, keiner "hier im westen" hatte zuvor dem volk überhaupt demokratietauglichkeit zugestanden. und auch jetzt noch sind alle fixiert auf die herrscher, seien es die alten, seien es diejenigen, die versuchen die neuen zu werden. und wenn ich an den tod gaddafis denke, dann ärgere ich mich genauso wie über den tod des rumänischen diktators ceaușescus. spielt er eine rolle für die bewertung des gesamtbildes? nein, genausowenig wie der tod eines willkürlichen namenlosen demonstranten. jeder tote ist eine tragödie. aufrechnen lassen sie sich nicht. was ist demgegenüber mit den lebenden? die bevölkerung einer halben weltregion hat sich von der passivität befreit und greift nach der souveränität. und ausgerechnet die deutschen "progressiven" linken halten die daumen für die unterdrückerregime, nur weil in deren witzverfassungen irgendwas von sozialismus drinsteht. ja, schlecht werden kann einem durchaus.





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