Fotoausstellungen
Eröffnet von flaschenpost.sitebob, 07.02.11, 19:39
13 Antworten zu diesem Thema
#1
Geschrieben: 07. Februar 2011, 19:39
Zwei Fotoausstellungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, lohnen derzeit einen Besuch. In der Kunsthalle der Sparkasse Leipzig werden unter dem Titel „Auslöser“ Fotografiekonzepte aus Leipzig vorgestellt. Ich habe mir viel Zeit beim Rundgang gelassen, doch Konzepte konnte ich selten entdecken. Dennoch lösten einige der Fotos bei mir ein zustimmendes Nicken oder ein heftiges Kopfschütteln aus. Auslöser eben.
Unter dem Titel „Jugend – Wachsen –Erwachsen“ sind im Rathaus Leipzig noch bis zum 10. Februar „Porträts einer jungen Generation“ von Silvia Hauptmann zu sehen. Die Fotografin verschafft den Jugendlichen aus Grünau und dem Leipziger Osten einen starken Auftritt. Leider haben sich die Ausstellungsmacher nicht durchringen können, den Fotos jene Zitate der Jugendlichen beizugeben, die im Flyer zu finden sind. Dafür schmücken die Fotos distanziert sachliche Texte.
Unter dem Titel „Jugend – Wachsen –Erwachsen“ sind im Rathaus Leipzig noch bis zum 10. Februar „Porträts einer jungen Generation“ von Silvia Hauptmann zu sehen. Die Fotografin verschafft den Jugendlichen aus Grünau und dem Leipziger Osten einen starken Auftritt. Leider haben sich die Ausstellungsmacher nicht durchringen können, den Fotos jene Zitate der Jugendlichen beizugeben, die im Flyer zu finden sind. Dafür schmücken die Fotos distanziert sachliche Texte.
#3
Geschrieben: 16. Februar 2011, 19:28
Unsere Landeshauptstadt bietet noch bis zum 7. März eine Ausstellung, die sich lohnt. KunstFotografie, Emanzipation eines Mediums. Im Kupferstich-Kabinett.
Vor den Portraits, die um 1900 gemacht wurden, stehen ein Mädchen und ihr Opa. Sagt der Mann: "Schau mal. Die Kinder sind sicher alle schon tot." "Glaub ich nicht", widerspricht das kleine Mädchen. "Die sind doch so alt wie ich."
Vor den Portraits, die um 1900 gemacht wurden, stehen ein Mädchen und ihr Opa. Sagt der Mann: "Schau mal. Die Kinder sind sicher alle schon tot." "Glaub ich nicht", widerspricht das kleine Mädchen. "Die sind doch so alt wie ich."
#4
Geschrieben: 16. Februar 2011, 19:33
Diese Ausstellung steht auf meinem Plan, wenn ich in zwei Wochen meine Heimat besuche. Nächste Woche geht’s erstmal zu Helmut Newton im Kunsthaus Apolda.
#6
Geschrieben: 21. Februar 2011, 11:30
Hier eine dreiteilige Ausstellung über Fotografie in Leipzig ab 1839.
#7
Geschrieben: 27. Februar 2011, 13:43
Die rührige Galerie Raum Hellrot in Halle an der Saale zeigt ab 4. März 2011 Arbeiten des Leipziger Fotografen Andrè Köhler. Köhler ist ein Befürworter der Plattenkamera. Mensch kann gespannt auf die Ausstellung sein, die bis zum 20. April 2011 läuft.
(Wie ich gerade erfahren habe, bietet die nicht minder rührige Deutsche Bahn Sonderfahrten nach Halle an. Reisende, die mindestens neunundsiebzig Kameras im Gepäck haben, bezahlen nur die Hälfte für ein Ticket.)
(Wie ich gerade erfahren habe, bietet die nicht minder rührige Deutsche Bahn Sonderfahrten nach Halle an. Reisende, die mindestens neunundsiebzig Kameras im Gepäck haben, bezahlen nur die Hälfte für ein Ticket.)
#9
Geschrieben: 03. März 2011, 19:30
In der Rosa-Luxemburg-Straße findet mensch die sogenannte Projektgalerie des Bundes Bildener Künstler Leipzig e.V. Noch bis zum 10 März 2011 sind dort Fotografien von Karin Wieckhorst und Christiane Eisler zu sehen. Zehn Länder hatten die beiden Damen mit ihren Kameras im Blick. Wer also die eigenen Fotos aus dem letzten Urlaub nicht mehr sehen kann, der sollte unbedingt in die Galerie pilgern. Wer nach dem Gang durch die Ausstellung "Verreisen" kein Fernweh verspürt, dem ist nicht zu helfen.
#10
Geschrieben: 05. März 2011, 18:08
Hitler vor dem Völkerschlachtdenkmal. Soldaten an den Fenstern der Gustav-Adolf-Straße. Straßenkampf. Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht genug dran. Robert Capa. Amerikansiche Soldaten am Völkerschlachtdenkmal. Heimkehrer auf dem Bahnhof. Ulbricht mit Chrustschow auf einer Treppe. Und, und, und. Eine Reise durch die abgelichtete Geschichte unserer Stadt. Bis zum 15. Mai im Stadtgeschichtlichen Musuem. Also beim nächsten Shoppen einfach mal Halt machen.
#11
Geschrieben: 25. März 2011, 11:50
Sachlichkeit trägt schwarz und weiß
Ausstellung in der Pinakothek der Modern in München, hier aber der Link zur Zeit-Fotostrecke, denn dort gibt es mehr zu sehen als auf der ursprünglichen Seite.
Ausstellung in der Pinakothek der Modern in München, hier aber der Link zur Zeit-Fotostrecke, denn dort gibt es mehr zu sehen als auf der ursprünglichen Seite.
#12
Geschrieben: 02. April 2011, 18:25
Im Lindenau-Museum (Altenburg) präsentiert sich die Agentur Ostkreuz noch bis Mitte Juni mit einer Ausstellung: "Die Stadt. Vom Wandel und Vergehen." Großformatige Fotos aus Shanghai, Detroit und und und. Ungewohnt aktuell die Fotos aus Pripyat, jenem verlassenen Ort der einstigen Arbeiter von Tschernobyl. Das Restaurant, die Polizeizentrale zwanzig Jahre nach dem Unglück.
Wer nach den Fotos auf andere Gedanken kommen will, kann sich im Erdgeschoss des Museums an Peter Schnürpels lustvollen Zeichnungen erfreuen.
Wer nach den Fotos auf andere Gedanken kommen will, kann sich im Erdgeschoss des Museums an Peter Schnürpels lustvollen Zeichnungen erfreuen.
#13
Geschrieben: 29. Mai 2011, 18:10
Heidi Vogel-Hennig müsst ihr nicht kennen. Doch die Handwerkerporträts im Stadtgeschichtlichen Museum solltet ihr gesehen haben. Zwischen 1986 und 1989 fotografierte Frau Vogel-Hennig Frauen und Männer, die in Leipzig ein Handwerk betrieben. Als Sargtischler, Kupferschmied, Buchbinder oder als Mützenformbauer. Dass eine Vielzahl derer mit dem fulminanten Einzug des Kapitalismus ihre Segel streichen mussten, während sie Jahre vorher als westlich orientierte Feinde des Sozialismus gegängelt wurden, ist eine andere Geschichte.
Die Fotos von Vogel-Hennig zeigen die Handwerker bei ihrer Arbeit und/oder mit ihren Kollegen vor dem Geschäft, vor der Werkstatt. Dabei geben die Fotos nicht nur Zeugnisse von vergessenen Handwerken (Titel der Ausstellung „Der Letzte seines Standes?“), sie lassen auch einen Blick auf die damalige Brillen- und Haarmode und der einstigen Arbeitskleidung zu. Die Fotos bieten eine illustre Modenschau der Schürzen und Kittel aus Nylon oder Leder, der feschen T-Shirts, die umfunktionierte Sporttrikots waren, der infantilen Latzhosen sowie der unvergesslichen Schlosseranzüge im schlichten Maostil. (Allein der Schlosseranzug, der eben keine Wortschöpfung eines albernen Schreiberlings ist, galt als die zu Stoff gewordene Vereinigung von Proletariern und Intellektuellen.) Ach ja, die Arbeitskleidung. Wenn ich einst meine Kindergärtnerin und Frisörin noch an ihrer Arbeitskleidung erkannte, sind es heute maximal die Kassiererinnen und die Mitarbeiter in Kliniken, die sich durch ihre Überwürfe vom gemeinen Volk unterscheiden. Ansonsten habe ich den Eindruck dominieren Warnwesten und andere Uniformen.
Also beim nächsten Shoppen durch die Innenstadt ins Böttcher(!)gäßchen und die Handwerkerporträts angesehen.
Die Fotos von Vogel-Hennig zeigen die Handwerker bei ihrer Arbeit und/oder mit ihren Kollegen vor dem Geschäft, vor der Werkstatt. Dabei geben die Fotos nicht nur Zeugnisse von vergessenen Handwerken (Titel der Ausstellung „Der Letzte seines Standes?“), sie lassen auch einen Blick auf die damalige Brillen- und Haarmode und der einstigen Arbeitskleidung zu. Die Fotos bieten eine illustre Modenschau der Schürzen und Kittel aus Nylon oder Leder, der feschen T-Shirts, die umfunktionierte Sporttrikots waren, der infantilen Latzhosen sowie der unvergesslichen Schlosseranzüge im schlichten Maostil. (Allein der Schlosseranzug, der eben keine Wortschöpfung eines albernen Schreiberlings ist, galt als die zu Stoff gewordene Vereinigung von Proletariern und Intellektuellen.) Ach ja, die Arbeitskleidung. Wenn ich einst meine Kindergärtnerin und Frisörin noch an ihrer Arbeitskleidung erkannte, sind es heute maximal die Kassiererinnen und die Mitarbeiter in Kliniken, die sich durch ihre Überwürfe vom gemeinen Volk unterscheiden. Ansonsten habe ich den Eindruck dominieren Warnwesten und andere Uniformen.
Also beim nächsten Shoppen durch die Innenstadt ins Böttcher(!)gäßchen und die Handwerkerporträts angesehen.
#14
Geschrieben: 29. Mai 2011, 21:19
dederon ist ein wort, das ich jetzt glatt vermisse, aber nur einer der vollständigkeit verbundenen chronistenpflicht wegen. als der schlosseranzug noch des werktätigen kleid war, ist auch die polyamidgezwirbelte kittelschürze stets in der nähe gewesen. nichts ist aber so sehr hängengeblieben wie das unvermeidliche kopftuch der werktätigen frau. ich weiß allerdings gar nicht mehr, ob die mähdrescherfahrerinnen, kranführerinnen und milchviehmelkerinnen den stets signalfarbenen fetzen tatsächlich auf dem kopf hatten oder nur ihre abbilder in fibel und lesebuch.
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