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Das neue Gleichstellungsgutachten
Eine Chance für mehr Chancengleichheit?


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7 Antworten zu diesem Thema

#1 An Chiardhuibh

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Geschrieben: 26. Februar 2011, 17:43

Vor ein paar Wochen wurde ein Gutachten veröffentlicht, an dem acht Professorinnen und Professoren zweieinhalb Jahre lang gearbeitet haben (eine Zusammfassung ist hier als PDF zu lesen). In Auftrag gegeben wurde es von der damaligen Familienministerin Ursula von der Leyen. Das Thema: Die Gleichstellung von Mann und Frau. Das Gutachten sollte Aufschluss darüber geben, wie es um die Gleichtstellung der Geschlechter tatsächlich gestellt ist. Die Ergebnisse lassen wenig Grund zur Freude. Zwar gibt es hier und da Fortschritte- immer mehr Frauen haben Abitur- aber die ziehen sich leider nicht durch das gesamte Spektrum der Lebensbereiche und enden meist schon nach Beendigung der Ausbildung oder des Studiums, spätestens jedoch, wenn das erste Kind da ist. Frauen werden schlechter bezahlt als Männer (mit 23% Unterschied besetzt Deutschland einen traurigen Spitzenplatz), Frauen arbeiten weit öfter im Niedriglohnbereich und sind nur selten in den Führungsebenen zu finden. Hausarbeit ist nach wie vor überwiegend Frauenarbeit, ganz egal wie qualifiziert die Frau ist. Auch ältere Familienmitglieder werden hauptsächlich von Frauen gepflegt. Männer hingegen begleiten öfter ein Ehrenamt als Frauen, die mit Familie und Beruf meistens schon genug zu tun haben. Als besonders problematisch sieht die Kommission die finanzielle Lage von Frauen, sei es, dass sie nach einer Scheidung eher von ALG-2 bedroht sind oder im Alter keine ausreichende Absicherung erwarten können.

Dass vor allem die Veränderung in den Köpfen nur schwer herbeizuführen ist, ist nichts neues. Wenn Frauen nach wie vor für das Putzen der Wohnung, das Hüten der Kinder und das Verschicken der Weihnachtskarten zuständig sind, bzw. Mann und oft genug auch Frau der Meinung ist, dass es so sein muss, kann das die Politik nicht ohne weiteres ändern. Aber sie kann sehr wohl der Rahmenbedinungen verändern und systematische Fallstricke entfernen.
Genau das fordert auch die, von der Bundesregierung vor drei Jahren berufene Kommission. Hier ein paar der Forderungen aus dem Gutachten (Hervorhebungen von mir):

Zitat

Maßnahmen der aktivierenden Arbeitsmarktpolitik sind am gemäß
dem Leitbild der Kommission modifizierten Erwerbsmodell auszurichten.
Bei der Konkretisierung und Anwendung der Regeln über zumutbare
Arbeit ist eine Orientierung am Rollenbild der asymmetrisch
arbeitsteiligen Partnerschaft zu vermeiden

Zitat

Es müssen (Fehl-)Anreize für lange Erwerbsunterbrechungen und
eine Fragmentierung von typischen Frauentätigkeiten in nicht nachhaltige
Minijobs beseitigt werden
.

Zitat

Es sollte sichergestellt werden, dass Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit
oder vorübergehende Verkürzungen der Arbeitszeit aufgrund
von Sorgearbeit reversibel sind und nicht zu langfristigen Einkommensnachteilen
führen.

Zitat

Für die Umsetzung des Grundsatzes der Entgeltgleichheit für Männer
und Frauen muss die geschlechtsspezifische Lohnlücke verringert
werden.

Zitat

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen muss erhöht werden.

Zitat

Zur Erreichung der Entgeltgleichheit wird die Anwendung geschlechtergerechter
Arbeitsbewertungsverfahren empfohlen. Hierzu bedarf es
der Weiterentwicklung von Instrumenten zur Messung von Lohnungleichheit
im Betrieb (wie „Logib-D“ und „eg-check.de“)[...]


Die Kommission fordert vor allem eine konsistente Gleichstellungspolitik, die nicht an einer Stelle einreisst, was sie an anderer aufgebaut hat. Oben habe ich einige, aber längst nicht alle Forderungen aufgezählt. Es scheint also durchaus zahlreiche Ansatzmöglichkeiten zu geben, um die tatsächlichen Chancen für Frauen zu verbessern. Die Frage ist nun, was die Bundesregierung daraus macht und natürlich bleibt auch die Frage, ob die genannten Maßnahmen tatsächlich das bringen, was sie versprechen.

Was denkt ihr? Führen eine Frauenquote für Führungspositionen und die anderen Vorschläge zum gewünschten Ziel? Was könnte noch getan werden, was muss getan werden?

#2 Rabenfutter

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Geschrieben: 27. Februar 2011, 20:40

Dazu verleite ich mal dazu, den Gender Development Index (GDI) mit dem Human Development Index zu vergleichen. Die UN hat das 2009 mal gemacht.
Die Schweiz, Irland, Japan, Luxemburg, Österreich und die USA sind ziemliche Loser. Deutschland wirkt ausgeglichen.

#3 Libera

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Geschrieben: 08. März 2011, 22:31

International Women's Day.

Bearbeitet von Libera, 08. März 2011, 22:32,


#4 Libera

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Geschrieben: 10. April 2011, 23:04

Frau Berg macht ein bitteres Gleichstellungsgutachten.

#5 Rabenfutter

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Geschrieben: 13. April 2011, 20:24

Ich mag An Chiardhuibhs Igelavatar total.

#6 Libera

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Geschrieben: 13. April 2011, 21:14

DA stellen sich doch aber gleich mehrere fragen:
ist es männlich, weiblich oder geschlechtsflexibel?
und wie wichtig ist das?

Bearbeitet von Libera, 13. April 2011, 21:15,


#7 Kerberos

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Geschrieben: 14. April 2011, 02:54

Was Frau Berg da meint ist Sarkasmus und nicht Ironie. Ironie ist, dass sie es nicht merkte.

#8 Libera

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Geschrieben: 14. April 2011, 13:17

Genau genommen ist das auch keine.
Sie wird wohl schon Ironie meinen. Ergibt zumindest Sinn.

Bearbeitet von Libera, 14. April 2011, 13:18,






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