Mich wundert, dass hier noch kein Thread zum momentan beherrschenden Thema in den Nachrichten existiert. (Falls ich ihn übersehen habe, büdde mal verschieben. Danke.) Immerhin kocht seit 3 Tagen eine nukleare Katastrophe in Japan.
Nun gibt es so ignorante Länder, welche wissen, dass sie auf einem hochrisikobelasteten Erdbebengebiet leben, dass Tsunamis drohen und trotzdem bauen sie genau an die Küste AKWs. Das dies dämlich (und gefährlich) ist, wissen wir alle, aber viele dieser AKWs wurden vor über 40 Jahren gebaut und konnten nur bedingt auf aktuelle Sicherheitstechniken nachgerüstet werden. (Immerhin kann man einen Reaktor nicht mal einfach so auseinanderbasteln, neue Teile rein und alles schick... Da gibt es noch so eine Kleinigkeit namens Radioaktivität.) Der Zugang zum wirtschaftlich günstigen Meerwasser als Teil des Kühlsystems war sicher ein wichtiger Aspekt damals. Doch auch in den 60er Jahren, als diese Meiler geplant wurden, war das Risiko von Erdbeben und daraus resultierenden Tsunamis bekannt. Trotzdem gibt es eine große Anzahl derer Reaktoren. Leider.
Gerade der Bau von AKWs in so dicht besiedelten Ländern, wie Japan, ist in Krisensituationen als enorm gefährlich anzusehen. Wurden solche Bedenken bei der Planung als unwichtig eingestuft? Aktuell sind mehr als 30 Millionen Menschen in Gefahr der Verstrahlung. 30 Millionen. Das ist über ein Drittel der gesamtdeutschen Bevölkerung.
Glücklicherweise gibt es hier nicht wie in Tschernobyl eine graphithaltige Hülle, welche eine der Hauptursachen für die weite Verbreitung des radioaktiven Fallouts war, durch weit hoch in die Atmosphäre geschleuderte Teilchen, war. Dennoch ist der SuperGAU von bis zu 6 Reaktoren einfach unglaublich. Mir fehlen die Worte um auszudrücken, was ich dazu empfinde. 6, nicht einer, nicht 2, 6!
Immer der gleiche Fehler... hier kann man nicht mehr von Zufall sprechen.
Nimmt man neben der beispiellosen ökologisch-nuklearen Katastrophe noch die Informationspolitik der japanischen Regierung dazu ergibt sich für mich ein Bild des Grauens.
Ja man will eine Massenpanik von 30 Millionen Menschen verhindern, aber zu welchem Preis? Ehrlich gesagt war ich bisher enttäuscht, dass unsere Regierung nicht ein klares Statement zur aktuellen Lage von Japan forderte, bin aber erleichtert, dass Australien genau dies jetzt tat. ich bin gespannt, was bzw. ob eine Antwort kommt.
Wir reden hier von einem weltumspannenden alle betreffenden Desaster und Japans Regierung will das Gesicht nicht verlieren und schweigt? Soll ich Lachen oder Weinen?
Eine Diskussion über den Sinn und Unsinn von Atomenergie oder von Sicherheitsaspekten von AKWs möchte ich jetzt eigentlich nicht erörterten. Was mich einfach nur aufregt ist die Informationspolitik von Japans Regierung und den Betreibern der AKWs.
Ich stelle mir die Frage, wieso? Wieso verheimlichen wir den Fakt, dass eine Kernschmelze im Progress ist? Das Problem ist da, man kann es nicht wegreden.
Ich dachte bisher, dass in so weltumfassenden Katastrophen alle schnell informiert wären. Nicht einmal die IAEA bekommt klare Informationen von der japanischen Regierung. Die IAEA!!!
Als 1986 der ukrainische Reaktor in die Luft flog hielt der eiserne Vorhang die Informationen für eine Weile zurück. Was u.a. auf die damalige komplizierte politische Lage zurück zu führen ist. Aber Japan als hochtechnologisertes und modernes demokratisches Land liegt mit keinem der westlichen Industrieländern im Klinch.
Zwei (partielle) Kernschmelzen in Reaktor 1 und 3 sind anzunehmen - die endgültige Bestätigung kann angeblich aufgrund mangelnder Messgeräte (diese wurden zerstört) nicht gegeben werden.
Was will Japan mit dieser Art der (informations-)Politik erreichen?
Bearbeitet von Sirkka, 13. März 2011, 14:17,






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