Hier mal eine völlig andere Perspektive im SPON. Mir fiel es beim lesen ziemlich schwer, dass als ernsthaften Kommentar zu werten. Gerade, da sich hier Vernunft mit Idiotie zu paaren scheint. Ich stimme dem Autor zu, dass man Gefahren relativieren muss, und ihre Dringlichkeit besser genau abwegen tut. Worüber ich mich aber aufrege ist, das hier eben nicht das freie Individum, sondern eine Statistik der Ausgangs und Endpunkt der Überlegung ist. Da wird allen ernstes Rauchen mit einem atomaren GAU verglichen. Senkt die Regierung die Tabaksteuer hat das viel stärkere Effekte als ein Super-GAU. Na wie schön. Ich als Individum habe lange Zeit geraucht, mich dabei doch wenig am Preis gestört, und die Gefahr kaum für voll genommen. Doch hätte ich trotz dessen niemals einem ganzen Volk, ob Kleinkind, Erwachsen oder Rentner eine gemeinsame Kippe ich Fresse gestopft! Das ist der Punkt an dem man emotional nur noch schreiend mit dem Kopf voran durch die Wand rennen kann. Ich bin kein Zombie, sondern ein denkender Mensch! Ich möcht selbst bestimmen können was mich umbringt. Es gibt sicher auch Lebensmittel die Menschen ins Grab bringen, doch darum müssen die Produzenten angeben was enthalten ist, aufklären über die Gefahren. Das geschieht in der Atomkraft nicht, denn es ist ganz unabhänig von der Aufklärung darüber, wie stark ich betroffen bin. Nicht mal mit einem Ökostromvertrag kann ich das Risiko der Meiler aus meinen 4 Wänden aussparen. Hier werden doch die Menschen mit Hilfe der Statistik zum Werkstoff degradieren. Ist das etwa eine Form von Wissenschaftsfaschismus, oder schreibt da jemand für die Kaffeekasse?
Auch kann ich niemanden ernst nehmen, der auf die Abfälle der Kohlekraft (CO2)so mahnend hinweist, dabei aber im gleichen Artikel kein einziges Wort über die Abfälle der Atomkraft verliert. Im übrigen halte ich die Versuche CO2 auf lange Sicht formgeschlossen zu speichern, für genau so idiotisch wie das derzeit beim Atommüll passiert. Es klappt nur über kurze zeitliche Distanzen. Und warum es ein Vorteil ist, wenn in Japan die Verstrahlung der Umgebung sich auf 100km² konzentriert, anstatt sich um die Welt zu relativieren, das bleibt wohl das Geheimnis dieses Strahlendoktors. Japan ist nicht Russland oder USA, dort ist jeder km Land verdammt kostbar.
Und um den Zweifel des Autors an der Intelligenz des deutschen Zeitungsleser bezüglich der Messwerte zu entkräften, ein Post hier drüber ist eine anschauliche Übersicht verlinkt.