Geschrieben: 16. April 2011, 18:26
Ich hoffe da findet man rein, das ist bereits Lecture 10. Es geht allgemein um den Geist. Die Engländer haben da ein besseres Wort, also "mind". In der Stunde versucht er mal seine eigene Sicht zu erläutern. Dabei ist zu beachten, Searle unterschiedet nicht zwischen Geist und Körper. Das ist recht trivial, wenn es z.B. um Computer geht, aber bei Menschen gibt es immer immer noch gerne Leute auch außerhalb der Religionen diesen Unterschied machen. Die stehen dann aber vor der Aufgabe dem Solipsismus zu entgehen. Also die Frage ist dann; ist das was ich sehe (die Welt) echt oder nur eine Fantasie meines Geistes, wie ein Traum, oder evt. von einem Gott geschaffen (Descartes). Generell kann man aber sagen, die ganze heutige Wissenschaft unterscheidet nicht zwischen Geist/Seele und Materie/Körper. Es ist alles eins. Ein Problem dabei wäre, wenn der Geist eine losgelöstes Sein hätte, wie kann er in einer Kausalkette mit meinem Körper stehen? Ich kann z.B. meinen Arm anheben in dem ich denke Arm bewege dich. Das geht nicht, wenn mein Geist ein Eigenleben unabhängig von meinem Körper führen würde. Das klingt alles trivial, ist es auch, aber es gibt halt Menschen die sich trotzdem weigern die Logik anzuerkennen.
Das was er zum Problem von KIs sagt, kann man eigentlich stark verkürzen auf: Von Syntax gibt es keinen Weg zur Semantik, oder eben ohne linguistische Fachsprache von der Struktur eines Satzes gibt es keinen Weg zu Bedeutung des Satzes. In der Programmierung kümmere ich mich darum Ablaufpläne zu schreiben, die eine bestimmte Zielstellung haben. Die können besonders kreativ und geschickt programmiert sein, so das man von einer schwachen KI sprechen könnte. Jedoch ist diese KI außerhalb der ihr zugedachten Aufgabenstellung (also der Bedeutung/Kontext) aufgeschmissen. Diese ist aber immer a priori einprogrammiert, also nicht Leistung der Maschine sondern des Programmierers. Übersetzungsprogramme sind hier sicher interessant. Ich kann bei Google einen deutschen Satz in alle mögliche Sprachen übersetzten lassen. Das Programm arbeitet hier aber ausschließlich mit Syntax. Die eigentlichen Wörter sind verknüpft in einer Datenbank. "Haben" wird "have" und so weiter. Für den Computer sind "haben" und "have" lediglich Zeichenketten, die er in seinem Speicher herum schaufelt und Syntax-Operationen an ihnen ausführt. Er weiß aber nicht was "have" bedeutet. Ein Taschenrechner kann super schnell rechnen, schneller als ich, doch niemand würde sagen das Ding ist intelligent. Mit Watson ist es nichts anderes, nur ist es etwas eindrucksvoller.
Ein weiterer Punkt der sich hier anschließt ist auch der Grund für die Trennung zwischen Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft. Geld z.B. ist Geld, weil wir denken es sei Geld. Würden wir das nicht tun, verliert das Geld seine Funktion. Ebenfalls soweit trivial. Es ist aber vielen Menschen gegenwärtig nicht bewusst, wenn sie den Markt versuchen mit naturwissenschaftlichen Methoden zu durchmessen. Der Mond ist da anders, der braucht nicht unsere Betrachtung um die Erde zu umkreisen. Zwar taucht er auch in unseren Kalender auf, aber, das ist wiederum lediglich unsere Interpretation des Mondes. Wir interpretieren in als Zeitmesser, ohne unsere Interpretation verliert er aber wieder diese Bedeutung. Eine Uhr, ob nun ob mechanisch oder digital ist nur eine Uhr, weil wir denken es sei eine Uhr. Die Funktionsprinzipien, also die Physik die da drin steckt, funktioniert auch ohne uns, aber es braucht einen Menschen um die Symbole auf der Uhr zu interpretieren. Das kann keine Maschine, (zumindest bisher). Hier kommt sein zweites Argument: Watson ist auf unsere Interpretation seiner zurückgeworfen Symbole angewiesen. Ohne unseren Kontext dieser Geräusche die er da macht, wäre das alles Nonsens wie eine Fremdsprache. Das ist der Punkt worum es beim Chinese Room geht.
Das was ich den Post davor, übrigens geschrieben hatte, hatte ich lediglich im Kontext zu seiner Sprachphilosophie Vorlesung (da gehts um analytische Philosophie - Wittgenstein, Frege, Tarski und Co.) geschrieben. Jetzt hatte ich mir dazu schon 10 Stunden zu Mind angetan. Es ist zwar etwas ungenau, aber durchaus noch korrekt aus meiner jetzigen Perspektive.
Ich denke, aber trotzdem in einigen Punkten irrt er sich. Um das aber auszuführen müsste ich meine Gedanken erst einmal ordnen. Was mich daran halt interessiert ist, wie programmiere ich eine intelligente Maschine und nebenbei bekommt man mal so einen richtig fundierten Einblick in die Philosophie. Das größte Problem dabei ist ja, die Beiträge der einzelnen Philosophen überhaupt richtig einzuordnen. Tut man das nicht, tritt man als Laie eben nur auf der Stelle.
Will man den Chinese Room angreifen, muss man aber eines beachten. Das Beispiel ist dazu da, um einen Gedanken zu transportieren. Wenn Einstein sagte, stellen sie sich vor sie reiten auf einem Photon mit Lichtgeschwindigkeit durch das Universum, macht es keinen Sinn nun zu sagen, aber das ist doch viel zu kalt, oder da falle ich bestimmt runter. Das ist aber genau das was die KI Leute oftmals machen. Natürlich sitzt im PC kein Mensch mit Regelbuch, das ganze wörtlich zu nehmen ist einfach nur idiotisch.