ich bin gespannt was aus dem neuen beirat wird. einen solchen hatte es im bundesamt für migration und flüchtlinge vor ein paar jahren bereits schonmal gegeben, mit welcher befugnis ist mir allerdings nicht bekannt. der neue beirat für die staatsministerin des kanzleramts maria böhmer - die integrationsbeauftragte der regierung - ist im ungünstigsten fall eine beratung der beratung, wenn er sich nicht weitere kompetenzen erkämpft.
deutschlandradio kultur interviewte heut morgen das mitglied des beirates kenan kolat:
am interessantesten dürfte die forderung sein, das bamf und weitere integrationspolitische institutionen ("instrumente") der staatsministerin zuzuordnen. in der tat stellt sich die frage, wie die integrationsbeauftragte eigentlich ihre aufgabe im gegenwärtigen kompetenzrahmen überhaupt umsetzen kann.
bemerkenswert ist weiterhin auch kolats haltung zur integrationsverantwortung:
Zitat
Kolat: [...] Wie können wir die Wir-und-ihr Diskurse zum Beispiel verändern? Wie kommen wir zu einem Wir-Menschen-in-Deutschland? Das muss die Aufgabe sein, und nicht, wer dann was sagt, sondern das Gesamte: Dass wir mal einen neuen Diskurs bekommen in Deutschland. [...]
Hattinger: Inhaltlich, Herr Kolat, soll es vor allem um Spracherwerb, Bildung und Arbeitsmarkt gehen - sind das tatsächlich die wichtigsten Bausteine im Augenblick?
Kolat: Natürlich, wir haben ja noch nicht darüber gesprochen, um welche Themen es gehen soll. Wir werden auch von unserer Seite Vorschläge machen, zum Beispiel mehr Partizipation, wie können wir mehr Partizipation, mehr Teilhabe schaffen in Institutionen, in gesellschaftlichen Bereichen. Das ist sehr, sehr wichtig. Und zweitens möchte ich gerne zum Beispiel die Diskussion über den Begriff Deutsch reinbringen, wie können wir den Begriff Deutsch so einbringen, dass das von allen Menschen in Deutschland als der Begriff verstanden wird, also eine neue Diskussion, eine Diskussion über Deutschsein. Was ist deutsch, was ist deutsch-türkisch, was ist nicht deutsch, also all diese Begrifflichkeiten möchte ich gerne auch dort diskutieren.
Ich möchte auch über den Begriff Integration diskutieren, den ich abschaffen will. Natürlich heißt der Beirat so, aber ich denke, wir müssen darüber diskutieren. Denn dieser unbestimmte Begriff, sagt ja sozusagen erst den Migrantinnen und Migranten, ihr müsst euch einbringen. Sondern mit dem neuen Begriff Teilhabe, Partizipation möchte ich sagen, dass beide Seiten eine Bringschuld haben, und das, denke ich mal, ist wichtig, dass wir darüber auch dort sprechen.
Hattinger: Inhaltlich, Herr Kolat, soll es vor allem um Spracherwerb, Bildung und Arbeitsmarkt gehen - sind das tatsächlich die wichtigsten Bausteine im Augenblick?
Kolat: Natürlich, wir haben ja noch nicht darüber gesprochen, um welche Themen es gehen soll. Wir werden auch von unserer Seite Vorschläge machen, zum Beispiel mehr Partizipation, wie können wir mehr Partizipation, mehr Teilhabe schaffen in Institutionen, in gesellschaftlichen Bereichen. Das ist sehr, sehr wichtig. Und zweitens möchte ich gerne zum Beispiel die Diskussion über den Begriff Deutsch reinbringen, wie können wir den Begriff Deutsch so einbringen, dass das von allen Menschen in Deutschland als der Begriff verstanden wird, also eine neue Diskussion, eine Diskussion über Deutschsein. Was ist deutsch, was ist deutsch-türkisch, was ist nicht deutsch, also all diese Begrifflichkeiten möchte ich gerne auch dort diskutieren.
Ich möchte auch über den Begriff Integration diskutieren, den ich abschaffen will. Natürlich heißt der Beirat so, aber ich denke, wir müssen darüber diskutieren. Denn dieser unbestimmte Begriff, sagt ja sozusagen erst den Migrantinnen und Migranten, ihr müsst euch einbringen. Sondern mit dem neuen Begriff Teilhabe, Partizipation möchte ich sagen, dass beide Seiten eine Bringschuld haben, und das, denke ich mal, ist wichtig, dass wir darüber auch dort sprechen.






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