Ehec - Erreger
#1
Geschrieben: 26. Mai 2011, 18:17
Es gibt zwei wichtige Unterthemen die sehr interessant sind.
Erstens könnte dieser Ausbruch des Krankheitserregers ganz einfach ein Phänomen der Massentierhaltung sein. Die krankhafte Überzüchtung und an Tierquälerei grenzende Tierhaltung um den Menschen genug Fleisch anbieten zu können, rächt sich wohl hier. 6 Prozent der Rinderbestände sind mit Ehec-Bakterien infiziert. Verursacht durch Antibiotika und Umweltchemikalien.
Zweitens kommt das Gerücht auf, dass es auch ein Anschlag sein könnte. Gerade habe ich auch gehört dass die Gurken, die als Überträger in Verdacht stehen aus verschiedenen Regionen aus Spanien kommen. Also nicht aus einem Anbaubetrieb. Wäre das möglich?
Weitere Infos von Spiegelonline
#2
Geschrieben: 26. Mai 2011, 18:24
Es bleibt spannend.
#3
Geschrieben: 26. Mai 2011, 18:38
Ich schätze, auch in diesem Fall wird jemand versucht haben Geld zu sparen. Im Unterricht meinte diese Woche ein Teilnehmer, dass es schon seltsam ist, dass sowas immer in Deutschland passiert. Man könnte hier allerdings auch entgegnen, dass es in Deutschland vielleicht eher ans Licht kommt. Aber nach allem was ich so über die Lebensmittelkontrolle gehört habe, ist das doch eher unwahrscheinlich.
#4
Geschrieben: 26. Mai 2011, 19:32
An Fleisch denke ich nicht zwingend, eher Düngung mit tierischen Abfallprodukten, Gülle eben.
Die landet gern auch auf Gurken.
Natürlich werden Antibiotika in der Tier- und Menschenhaltung nicht selten unsachgemäß eingesetzt, zu häufig, zu abwechslungsarm, zu niedrigdosiert, zu lang oder zu kurz.
Das macht den EHEC resistenter. Auf die Gurke bringt ihn aber nur die Düngung.
Ins Fleisch kommt er auch nur durch unsauberes Arbeiten beim Schlachten und die meisten Fleischprodukte werden doch eh ausreichend gegart, so daß diese Epidemie nicht mit Garpflichtigem erklärbar ist.
Es sind Biogurken, ökologisch gezüchtet, gedüngt, gegüllt.
#5
Geschrieben: 27. Mai 2011, 08:47
Rabenfutter schrieb am 26. Mai 2011, 19:32:
auf diesen schluß warte ich schon die ganze zeit (auch wenn du es möglicherweise gar nicht so meinst): das gemüse hat endlich mal einen skandal, es ist nicht immer nur die fleischwirtschaft.
gurken und auch anderes gemüse müssen nicht gedüngt werden. böden müssen gedüngt werden, aber auch das nur mit einem winzigen bruchteil der gegenwärtig anfallenden gülle. und es muß gülle sein, die von gesunden tieren stammt, die nährstoffreich ausgewogenes, artgerechtes futter verzehrten. was die fleischfabriken en mass ausstoßen ist sondermüll und verursacht europaweit allein durch stickstoffausstoß jährlich schäden in höhe von 70 bis 320 milliarden euro.
die ganze jauche verursacht ein problem, das mit dem des strahlenmülls bei der kernkraft vergleichbar ist - niemand weiß, wie man das zeug umweltschonend loswird. wenn tatsächlich gülle auf gurken landet, dann nur, weil "düngen" ein vermeintlich sinnvoller einsatz ist. auch wenn düngen auf bereits mit speisepflanzen bewachsene flächen ein unding ist und generell zu viel düngung schädlich.
aber das zeug muß halt weg. wer sich bewußt vegetarisch ernährt, kennt das phänomen tierischer abfälle ja auch von anderen beispielen, etwa die sinnlose zugabe von gelatine in einer vielzahl von speisen - die knochen fallen halt an und so viel gummibären können gar nicht produziert werden, um das aufzufangen. wer fleisch ißt und sich jetzt gedanken um die sicherheit von gemüse macht, der sollte also jetzt nicht noch mehr fleisch essen, sondern vielmehr in erwägung ziehen, seinen konsum wenn schon nicht abzustellen, dann wenigstens einzuschränken! drei fleischmalzeiten (wurst auf dem frühstücksbrot inbegriffen!) in der woche gelten als gerade noch durch ökologisch nachhaltige landwirtschaft abdeckbar. dann sollte das fleisch aber natürlich auch vom bauern bezogen werden und nicht aus dem discountangebot im supermarkt! das, was es mehr kostet, ist ein witz im vergleich zu den kosten, die für die allgemeinheit anfallen, wenn man den billigfraß kauft.
#6
Geschrieben: 27. Mai 2011, 09:16
Zitat
Doch im Laufe der Zeit haben sie sich genetisch verändert und Gene aufgenommen, aus denen sie gefährliche Toxine produzieren. Übertragen wurden die Gene von sogenannten Bakteriophagen, die ins Erbgut der Kolibakterien eindrangen und so das Genprogramm der Einzeller veränderten. Als Verursacher für diesen Prozess stehen für viele Mikrobiologen der massenhafte Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung sowie Umweltchemikalien im Verdacht.
Massentierhaltung. Massentierhaltung. Massentierhaltung.
Ich versuche auch privat wenigstens bei mir ein Bewußtsein zu schaffen weniger Fleisch zu essen. Was bei meiner Disziplinlosigkeit schwer ist.
Aber wenigstens fange ich an drüber nachzudenken.
#7
Geschrieben: 30. Mai 2011, 09:19
jedwedes Grünfutter auf den Tisch zu haben.
Ich hatte letztens Paprika aus Israel gekauft, erst zu Hause beim Auspacken bemerkte ich die Hinweise zur Herkunft.
Gestern, zur Ökofete war wieder die Ökokiste am Start.
Für 15 Euro bekommt man frisches, regional angebautes Obst und Gemüse frei Haus geliefert. Ich bin mir fast sicher, dass man sich auf die Art und Weise der Teilnahme an diversen bakteriellen Massenerkrankungen entziehen kann.
#9
Geschrieben: 31. Mai 2011, 21:14
(Ich heute auch wieder)
Und wie lang muss ich jetzt noch auf meinen Salat verzichten? Für immer?
Die spanischen Gurken haben sich ja heute als Irrweg herausgestellt. Also wie jetzt herausfinden wo der Erreger herkommt?
Übrigens da es kein Bekenntnis zu einem Anschlag gab, kann diese unwahrscheinliche Theorie fallen gelassen werden. Die Terroristen sind Gottseidank zu dumm um auf so eine einfache Idee zu kommen. Einmal durch den Hamburger Großmarkt früh morgens um drei laufen und die hätten ihre 1000 Toten.
Eigentlich auch wieder einmal ein Beweis, dass wenn es hart auf hart kommt, der Kampf gegen den Terrorismus nicht gewonnen werden kann. Schon gar nicht in unserer heutigen globalisierten Welt.
#10
Geschrieben: 31. Mai 2011, 22:33
aber nochmal zurück zum essen: auf den spanischen gurken waren trotzdem ehec-keime. bloß nicht der anscheinend besonders aggressive. deswegen fühlt sich das für mich auch nicht wirklich nach entwarnung an. oder um mal ein hochgradig unsinniges wort aus einer anderen nachrichtenmeldung in einem leicht sinnvolleren kontext zu verwenden: "ein freispruch zweiter klasse".
#11
Geschrieben: 31. Mai 2011, 22:42
Und dass der Grund nicht gefunden wird ist ja das beunruhigende. Wann wird da Entwarnung gegeben? Oder müssen wir in unserer heutigen Gesellschaft damit leben solche Gefahren ausgesetzt zu sein? Wegen zum Beispiel dieser unsäglichen Massentierhaltung?
#12
Geschrieben: 02. Juni 2011, 13:05
Bei der Schweinegrippe war aber irgendwie mehr Tumult in den Medien. Jetzt sind es immer Randbemerkungen. Verstehe ich nicht. 17 Tote kann man doch nicht einfach so übergehen?
Und was macht eigentlich unser neuer FDP-Gesundheitsminister? Außer blöd rumlabern?
Bearbeitet von Tara, 02. Juni 2011, 13:06,
#13
Geschrieben: 02. Juni 2011, 19:10
Und das, nachdem sie gerade spanische Gemüsebauern medienwirksam diffamiert und an den Rand der Existenz gedrängt haben.
Man kann eigentlich nur noch ungläubig mit dem Kopf schütteln.
#16
Geschrieben: 04. Juni 2011, 09:15
Gerade ein solcher Anlass wäre doch mal Grund genug, selbst in ein paar Großbauernhöfen zu schnüffeln, Kläranlagen zu untersuchen usw. oder auch schlicht und ergreifend nur mal einen Tatsachenbericht über die Transportwege und Behandlung unserer LEBENsmittel. Nicht, daß ich den Leuten vom RKI hier Kompetenzen absprechen würde, die machen, so bin ich überzeugt, schon ihr Ding. Aber m.E. fehlen wirklich wieder Ideologen, die walraffen. Etwas finden würden sie mit Sichherheit, höchstwahrscheinlich nicht unbedingt die Ehec-Quelle, aber dennoch vermutlich irgendwelche Sauereien.
Ich bin der festen Überzeugung, dass dort, wo Ehec herkommt, bewusst der Munde gehalten wird (wir erinnern uns mal an die Dioxin-Eier, wo es anfangs ja die bösen chinesischen Tierfutterproduzenten waren). Mit Sicherheit war das nur ein kostenoptimierender Prozess, der eine kleine Unsauberkeit in Kauf nahm, es allerdings den falschen Keim erwischte (eine normale E-coli-Infektion ist zwar Scheiße ;-), aber nicht tödlich). Müsste man Angst haben, dass nicht nur (angemeldete) Prüfer von staatlichen Behörden, die sowieso nur von Lobbyisten, wie dem deutschen Bauernverband unterwandert sind, kommen, sondern einem auch unerkannt noch Leute auf de Finger schauen, würde man vielleicht nicht soviel Risiko auf sich nehmen.
Und noch was: Auf Spon las ich, dass Güllen im Frühjahr in Deutschland nicht erlaubt sei, nur im Herbst. Aber es stinkt jeden Frühling sowas von von erbärmlich von den Feldern, das MUSS doch auch den Leuten von den jeweiligen Prüfstellen auffallen. Gestern abend in der Dämmerung spritzte der Bauer irgendetwas auf das Feld direkt vor unserem Haus. Das stank wie die Pest (nicht nach Fäkalien, eher Pestizid). Die Pflanzen sind (logisch) schon durch die Erde gebrochen. Auf denen wird der ganze Mist jetzt abgelagert. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das statthaft ist.
#17
Geschrieben: 04. Juni 2011, 22:37
ich hab das buch in englischer sprache und borge es jedem, der es lesen will.
#18
Geschrieben: 08. Juni 2011, 12:24
#20
Geschrieben: 09. Juni 2011, 22:58
Und Lauterbach forderte genau das was ich auch schon am Frühstückstisch verlauten ließ.
Nichts gegen das Robert-Koch-Institut. Das sind ja unsere deutschen Spezialisten. Aber die wurden viel zu spät informiert. Es hat Tage bis Wochen gedauert bis die davon erfuhren. Weiterhin habe ich gehört, dass die an die Kranken Fragebögen verschickt haben. Ähh hallo? Wie effektiv soll denn das sein? Ein Kranker soll einen stupiden Fragebogen ausfüllen und sich genau daran erinnern was er gegessen hatte? Außerdem war dieser Fragebogen nur begrenzt. Die Fragen lauteten zum Beispiel "Haben Sie Salat gegessen?"
???!!!
Naja.
Effektiv wäre es gewesen sofort alles zu mobilisieren was geht. Persönlich jeden Patienten abzufragen. Über jeden Acker in Norddeutschland zu rennen und Stichproben einzusammeln. Die Krise kostet so schon Millionen der Wirtschaft. Für das Geld kann man doch locker ein paar Hundert Leute für mobilisieren. Außerdem würde jedes große Softwareunternehmen gerne und schnell ein Rückverfolgungssystem programmieren um die ganzen Datenmengen der Lieferwege auszuwerten. In der heutigen Gesellschaft schafft das ja nur noch der Computer.
Schnell und effektiv handeln und Geld locker machen. Und nicht so wie Bahr und Aigner durch die Talkshows rennen und sagen alles läuft bestens.
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