Inhalte aufrufen


11.09.2001
Wo warst du?


  • Dir ist hier keine Antwort möglich
13 Antworten zu diesem Thema

#1 flaschenpost.sitebob

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 132 Beiträge

Geschrieben: 06. September 2011, 19:52

Möglich, dass eure Erinnerungen an den 11.09.2001 irgendwo auf der Pandora-Seite zu finden sind. Möglich, dass ihr das alles nicht mehr hören noch lesen könnt. Ich muss trotzdem meinen Senf dazu geben. Und bin sehr an euren Erinnerungen interessiert.
Als ich gegen 16 Uhr am 11.09.2001 von Arbeit kam, setzte ich mich in die Wanne und stellte das Radio an. Einen Tag zuvor hatte ich einen Kurs mit Jugendlichen eröffnet. Die Jungs und Mädchen waren lieb. Noch fraßen sie mir aus der Hand. Eine Woche und sie würden aus meinen Handreichungen gewaltige Flieger falten und den Unterrichtsraum in einen Übungsplatz verwandeln. Kurz, die Arbeit machte mir Spaß. Das Wasser in der Wanne war angenehm warm, doch was da im Radio lief war merkwürdig. Hatten die Katzen wieder an der Senderwahl gespielt? Was ich hörte, erinnerte mich an ein Hörspiel. Der Reporter überschlug sich mit seiner Stimme. Ständig waren Sirenen zu hören, Menschen schrien, andere heulten. Manche heulten und schrien. Irgendwann richtete sich der Moderator an alle Ungläubigen. „Liebe Hörer, was Sie hier hören, ist kein Hörspiel“, klärte der Mann im Studio die Welt auf. Also bin ich wieder aus der Wanne raus und zum Fernseher geeilt. Ich traute meinen Augen nicht. Egal welche Sender ich wählte, ob ARD oder Sportkanal, immer wieder zeigte man Flugzeuge, die in das WTC düsten. Ich trommelte meine Familie nebst Katzen zusammen. Spontan brachen wir mit einer eisernen Gewohnheit: Am Nachmittag schauten wir TV. Das gab es noch nie. Meine Tochter traute dem Frieden nicht. „Wie jetzt“, brummte sie herzerfrischend. „Und was ist mit GZSZ? Wenn ich jetzt schon vor der Glotze sitzen muss, dann ist doch meine Fernsehstunde für nachher weg.“ Meine Tochter war gerade elf geworden, aber ihr logisches Denken gab keinen Anlass zur Klage. Das hatte sie von mir. Eindeutig. Als Kind erfreute ich alle mit meinem altklugen Gehabe. Bei einem Kindergeburtstag fragte ich den jungen Jubilar, wie alt er geworden ist. „Neun“, sagte der Junge stolz. Ich rümpfte die Nase und machte den Lauterbach*: „In deinem Alter war ich schon zehn.“
Gegen 17 Uhr klingelte es. Pünktlich wie die Maurer kam der Dachdecker. Am Wochenende hatte es geregnet und das Wasser hatte unser Schlafzimmer in eine Tropfsteinhöhle verwandelt. Eine Höhle war das Zimmer schon immer, nur die Sprinkleranlage war neu. Der Dachdecker setzte sich mit zu uns auf die Couch und verfolgte das Geschehen. „Das sieht nicht gut aus“, brachte er das Geschehen auf der Mattscheibe auf den Punkt. Nach dem zweiten Bier bin ich dem Mann auf das Dach gefolgt. Ein bisschen mulmig war mir beim Aufstieg schon. Meine Höhentauglichkeit hört gewöhnlich im Erdgeschoss auf. Das war vor zehn Jahren nicht anders. Auf dem Dach wiederholte der Handwerker seinen Satz. „Das sieht nicht gut aus.“ Für einen Moment wusste ich nicht, ob er mich oder die Schindeln meinte.

Dr. Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte und ein begnadeter Besserwisser

Bearbeitet von flaschenpost.sitebob, 06. September 2011, 19:52,


#2 bogarnil limdal

    Newbie

  • Moderatoren/Verein
  • PunktPunktPunkt
  • 1.643 Beiträge

Geschrieben: 07. September 2011, 01:14

ich habe die nacht zum 11. september mit einem freund und zwei gitarren am strand in valencia, spanien verbracht. wir wollten dort den sonnenaufgang überm meer erwischen (was nicht klappte, wie wir mit etwas mehr meteorologiekenntnis schon vorher gewußt hätten). nachdem es hell geworden war, sind wir den recht langen fußmarsch zur wohnung unserer freundin gelaufen und haben dort in zeitlupe und mit augenringen unseren tag verplant. unsere freundin war ein oder zwei wochen zuvor mit dem flieger in valencia gelandet, wo sie das nächste jahr arbeiten würde. und wir haben ihr mit dem auto den hausrat hinterhergebracht. wir, das waren ihr freund und seine zwei besten schulfreunde. einer davon logischerweise war ich.

die reise war sowas wie die letzte klassenfahrt in klein. es war klar, daß sich unsere wege zunehmend auseinander bewegen würden. das stück europa wollten wir noch einmal gemeinsam durchqueren. es war eine schöne reise, unvergeßlich nicht nur wegen des 11. septembers. aber natürlich auch deswegen.

die nachricht ereilte uns in gestalt eines anrufs. der vater der freundin war dran, das telefonat zwischen deutschland und spanien war teuer, die informationslage zum zeitpunkt auch noch sehr dünn. kurz nachdem also unsere freundin zum telefonieren in die küche verschwunden war, kam sie auch schon zurück. allerdings sehr bleich und mit einem leicht konfusen blick. ihre knappe zusammenfassung des telefonats war: "mein vater war dran, in new york und washington gab es anschläge, flugzeuge sind ins world trade center und aufs pentagon gestürzt. im nahen osten ist generalmobilisierung". ich weiß nicht, ob auch das wort "krieg" gefallen war. aber es fühlte sich für uns genauso an. es war krieg ausgebrochen.

rückblickend ist das kaum noch vorstellbar. man könnte meinen, mit etwas kühler überlegung hätten wir auch von selbst darauf kommen können, daß sofortiger und umfassender krieg doch ein recht unwahrscheinliches szenario war. doch abgeschnitten von der nachrichtenlage und anhand der atemlosen telegrammhaften information und nicht zuletzt wegen der grotesken meldung, gleich eine hand voll flugzeuge seien entführt und zu kamikaze-fliegern verwandelt worden, waren wir bereit alles zu glauben. ja, in unserer stillen-post-version marschierten nicht nur armeen des westens durch brennende ölfelder, sondern stürzten auch am laufenden band flugzeuge in amerikanische großstädte. nach ettlichem nachfragen, ob sich unsere freundin nicht verhört habe, rappelten wir uns auf und gingen raus auf die straße.

wir suchten ein internetcafé. auf dem weg dahin kamen wir an einem laden vorbei mit tv-gerät im schaufenster. dort sahen wir die bilder zum ersten mal. die türme standen noch (zumindest auf den fernsehbildern) und ständig flogen die flugzeuge da rein. es gab sofort ein eigentümliches déja-vu-gefühl, als hätte man das alles bereits schonmal gesehen. vielleicht lag es an der schleife, vielleicht auch an dem anruf, dessen wahrheitsgehalt nun zum teil bestätigt war. das befeuerte natürlich die angst, daß auch der andere teil stimmen würde. daß wir mitten in einem krieg stecken würden, dessen verstrickung auch an europa nicht vorbeigehen könnte. der politikwissenschaftler in mir (es war die vorlesungsfreie zeit nach dem zweiten semester) meldete sich langsam, wenngleich nicht weniger ratlos.

im internetcafé angekommen und endlich mit zugang zum allgemeinen erkenntnisstand verschwand schließlich die drückende angst. mittlerweile waren die türme eingestürzt. aufgrund der chaotischen zustände mußten die todesopfer geschätzt werden. mit der zahl 40.000 im kopf und herzen sind wir damals zu bett gegangen. daß es insgesamt "nur" vier flugzeuge waren, daß die "generalmobilmachung" "nur" eine alarmbereitschaft war - das hat uns aufatmen lassen. die halbe stunde, die wir im netz verbrachten, hat sich mir ins gedächtnis gebrannt. mein elfter september war kein tag mit sich in zeitlupe vervollständigender nachrichtenberieselung. kein ich packe meinen koffer mit flugzeugunglück in ny, mit flugzeuganschlag in ny, mit flugzeuganschlag in ny und dc usw... mein elfter september war eine berg-und-tal-fahrt zwischen hastiger informationsbeschaffung und langen strecken voller grübelei. vielleicht habe ich deshalb noch einige kleine details in erinnerung, wie etwa das erste bekenntnis zu den anschlägen durch japanische rotarmeefraktion (siehe hier). auch die spontanen und äußerst verstörenden anfeindungen in den kommentaren zum blog (damals hieß das übrigens noch live-journal) einer virtuellen freundin, die sich erdreistete, die frage nach dem motiv von terroranschlägen gegen die usa nicht nur rhetorisch zu stellen, sondern auch eine antwort zu suchen, sind mir in erinnerung. heute kann jeder trottel ungestraft die übelsten antiamerikanismen pflegen, aber im angesichts des augenblicks schien die damals noch sehr junge bloggercommunity einen an hurrah-patriotismus grenzenden pietätsgedanken mit allen mitteln durchboxen zu wollen.

das dritte informationshäppchen nach telefonat und internetcafé war die zeitung am nächsten tag. wir erwischten am bahnhof tatsächlich eine deutsche ausgabe, ich glaube der süddeutschen. wenn mich nicht alles täuscht, wurde da schon al kaida als täter gehandelt. hier hatte ich dann auch das erste mal das gefühl, daß mein powi-studium doch einen bezug zur wirklichkeit hat. so aufgehoben in meinem grundwissen fühlte ich mich später kaum noch einmal. ich kannte damals bereits das talibanregime und auch al kaida auf dezent fachlicher basis, während meine freunde von all dem das erste mal überhaupt hörten. in den nächsten tagen haben wir viel über grundlegende dinge gesprochen. über politik, aber auch über religion, über werte und vorstellungen. aus dem unbeschwerten urlaub wurde sowas wie eine meditation über das gute und schlechte in der welt. der abstand vom alltag und auch von der einlullenden informationsberieselung war am anfang vielleicht noch beängstigend gewesen, entpuppte sich aber bald als segen. und rückblickend empfinde ich auch die irrtümliche erfahrung eines plötzlich über mich hereinbrechenden krieges als wichtigen punkt in meinem leben. ich hatte noch monate später alpträume, aber auch einen anderen blickwinkel auf die bedeutung von krieg und frieden mitbekommen. frieden ist für mich nichts selbstverständliches mehr.

einmal kam sie damals noch kurz zurück, die panik. auf dem heimweg wurden wir an der doch eigentlich offenen grenze zwischen spanien und frankreich plötzlich von uniformierten männern mit maschienengewehren und schnauzbärtigen gesichtern angehalten und skeptisch beäugt. das radio meldete eine explosion in toulouse. wir verstanden mit unserem radebrechenden französisch allerdings nur die reizwörter der spanischen nachrichtensendung. explosion, toulouse, terror. letzteres sicherlich im konjunktiv, aber für uns natürlich nicht zu ergründen. da auch die behörden über die ursache im dunkeln tappten (siehe hier) wurden erstmal die grenzposten wieder besetzt. wir sahen aber wohl nicht arabisch genug aus und durften ohne das auto komplett leerräumen zu müssen weiterfahren. richtung toulouse, ins ungewisse.

#3 silastischer waffenteufel

    Member

  • Moderatoren/Verein
  • PunktPunktPunkt
  • 337 Beiträge
  • Location:Striterax

Geschrieben: 07. September 2011, 16:53

Ich war mit dem Auto unterwegs von der Arbeit nach Hause, ungefähr gegen 17.00Uhr und im Autorradio lief BBC. Irgendwie erzählte der Sprecher was von plan, crashed into the World trade ceenter und einem second crash usw.
Ich war vollkommen davon überzeugt, daß ich meine Englischkenntnisse völlig überschätzt hatte als ich den Sender gewählt hatte und dachte nur, wie schön dämlich ich sei, selbst vor mir noch mit einem angeblich fließendem Englisch angeben zu wollen und einen englischsprachigen Sender einzustellen. Für die kurze Fahrt lohnte es sich nicht mehr, einen anderen zu suchen, ich hatte noch einen manuellen Suchknopf.
Also war ich relativ entspannt angekommen und schaltete den Fernseher ein, als meine gefühlte Realität mit der tatsächlichen kollidierte. Im ersten Moment dachte ich nur: "Das stimmt doch nicht, das hast Du doch nur falsch übersetzt."
Ich saß dann ungefähr 3 Stunden vor dem Fernseher bis Bush in seiner Rede den Afghanistan-Krieg einleitete. Zwischendrin rief mein Freund an, der erklärte, er würde aus lauter Sorge wahrscheinlich betrunken in irgendeiner Kneipe versumpfen. Ich hingegen war recht gut gelaunt, als dann klar war, daß die USA Vergeltungsschläge durchführen würden. Ich erklärte ihm, ich würde eine Monster-Pizza bestellen, alles an trockenem Rotwein vernichten, was im Hause war und mir bei der Nachbarin und Hausdealerin ordentlich Gras besorgen, um es mir mit meiner Bong so richtig bequem zu machen. Wenn schon Weltuntergang, dann mit Stil. ;-)
Nachdem meine Mutter noch anrief und ich die viel zu schnelle (Vergeltungs-)Reaktion Bushs als besorgniserregend deklarierte, und ihre Entgegnung war: "Na und, sollen wir uns das etwa gefallen lassen?", war mir vollkommen klar, daß meine Art der Abendgestaltung die einzig richtige war.
Als ich wieder aufwachte, war die Welt doch nicht untergegangen.

#4 Kerberos

    Newbie

  • Technik
  • PunktPunktPunkt
  • 834 Beiträge
  • Location:Magdeburg

Geschrieben: 09. September 2011, 15:20

Mir hängt das aus den Ohren. Um aber trotzdem etwas zu eurer Melancholie beizutragen: Mein unbewältigter 11. September

#5 flaschenpost.sitebob

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 132 Beiträge

Geschrieben: 09. September 2011, 18:17

Danke für die Blumen. Aber Melancholie hat bei mir eine andere Farbe.

#6 Zilpzalp

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 82 Beiträge
  • Location:Thüringen

Geschrieben: 09. September 2011, 20:51

Es ist nun mal in der heutigen Zeit so,daß wenn Jahrestage ins Haus stehen,sich die Medien
überschlagen.
Man wird aber auch nicht gezwungen einschlägige Fernsehsendungen,Radioreportagen ,u.s.w.
zu konsumieren.
Der 11.9.2001 ist,so denke ich,eines der schlimmsten Ereignisse seit dem 2. Weltkrieg.
An einem Tag starben viele Menschen auf sehr grausame Art.
Es ist wichtig sich solcher Ereignisse zu erinnern.
Warum soll man sicht nicht fragen wo man damals war und was man beim Anblick dieser Bilder gefühlt hat?
Auch mein Enkel wird mir mal diese Frage stellen.
Ich war an der Arbeit als die ersten Meldungen kamen.
Am späten Nachmittag wollte ich meinen jüngsten Sohn zur Jugendweihefeier anmelden.
Die Frage nach der Zuunft meiner Kinder hatte dann auf einmal einen ganz anderen Klang.

#7 Kerberos

    Newbie

  • Technik
  • PunktPunktPunkt
  • 834 Beiträge
  • Location:Magdeburg

Geschrieben: 09. September 2011, 21:23

Schlimmstes Ereignis seit zweiten Weltkrieg? Na da wäre ich ja gemein wenn ich das so stehen lasse. Ich hätte da was Aktuelles um jetzt nicht mit irgendwelchen ausgelutschten Kamelen anzufangen. Etwas richtig grusliges und daher erwähnenswert denke ich ist das hier.

Wie auch immer, ich klinke mich wieder aus...

#8 bogarnil limdal

    Newbie

  • Moderatoren/Verein
  • PunktPunktPunkt
  • 1.643 Beiträge

Geschrieben: 09. September 2011, 22:00

Beitrag anzeigenKerberos schrieb am 09. September 2011, 21:23:

Schlimmstes Ereignis seit zweiten Weltkrieg? Na da wäre ich ja gemein wenn ich das so stehen lasse.

ich würde es nicht gemein nennen, sondern verständig. abgesehen davon, daß 9/11 in seinen weltweiten auswirkungen das drastischste ereignis seit zusammenbruch des ostblocks gewesen ist und bei entsprechender kategorisierung der drei ereignisse weltkrieg, mauerfall und 9/11 der mauerfall durchaus nicht das schlimmste war - es ist doch wohl klar, daß es nur ein subjektives empfinden ist und dem vergleich ein ad-hoc-kanon an gerade ins gedächtnis gepurzelten historischen tragödien zugrunde liegt. demgegenüber empfinde ich deinen bewußten wechsel auf die objektive ebene doch als sehr zynisch. willst du tatsächlich opfer vergleichen? oder wolltest du nur zeigen, daß dir eine handvoll mehr tragödien spontan eingefallen wären, du quasi tragödienfest bist?

der artikel im zeit-blog war allerdings lesenswert. danke dafür!

#9 Zilpzalp

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 82 Beiträge
  • Location:Thüringen

Geschrieben: 10. September 2011, 04:45

Ich schrieb EINES der schlimmsten Ereignisse.
Es ist immer schlimm wenn Menschen auf brutale Art ums Leben kommen.
Das Thema hier war aber der 11.9. 2001.

#10 An Chiardhuibh

    Newbie

  • Moderatoren/Verein
  • PunktPunktPunkt
  • 1.023 Beiträge
  • Location:Leipzig

Geschrieben: 10. September 2011, 16:30

Ich saß nach der Schule gelangweilt allein vor dem Fernseher und zappte als die ersten Bilder auftauchten. Ich erinnere mich nur noch daran, dass ich mit irgendjemandem reden musste und meine Oma anrief. Das ist mir am meisten in Erinnerung geblieben, der Gesprächsbedarf. Wir haben natürlich auch im Unterricht noch darüber gesprochen. Meine Englischlehrerin sagte, dass wir uns durch dieses Ereignis nicht davon abhalten lassen sollten die Welt zu erkunden, dass wir fortan nicht in Angst leben sollten.

#11 Tara

    Advanced Member

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 1.148 Beiträge

Geschrieben: 12. September 2011, 08:30

Bei mir war alles relativ unspektakulär. Aber ein paar Gedanken muss ich trotzdem loswerden.

Ich habe an dem Tag auch so gegen 15 Uhr den Fernseher in meiner kleinen Lindenauer Wohnung angemacht. Nach der doch relativ entspannten Weiterbildung zur Softwareentwicklerin ein Eitual um die schreiende Ruhe zu übertönen. Beachtenswert ist dass auch ich jemanden anrufen musste um zu reden. Mangels Alternativen die Ex und die Eltern. Ich denke aber dass dieses "reden müssen" als Stressabbau fungiert hatte. Den dieses Ereignis war die erste live übertragende Katastrophe der Menschheit und das macht sie auch so besonders. Nicht nur dass die gesamte Menschheit auf ein Ereignis fokussiert wurde auch der Effekt der Bilder der sich aus dem Turm stürzenden Menschen war ein Erlebnis, welches wohl keiner von uns so schnell vergessen wird. Es war real. Und es war live.

Und es ist auch sehr bemerkenswert, dass es so gut wie keine Witze gibt über den 11. September. Letzte Woche musste ich das erste mal schmunzeln als der Spiegel das Thema aufgriff und die wenigen Scherze zusammen sammelte.

2 tage nach dem 11ten fragte jemand im Netz: “Wo war KingKong als wir ihn brauchten?“ ;)

#12 Rabenfutter

    Newbie

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 385 Beiträge

Geschrieben: 13. September 2011, 10:24

Am 11.9.01 hatte ich gegen 15 Uhr gerade den 7. Tag meines Zivildienstes hinter mich gebracht.
Ich rechnete mit beständig wachsenden Aufgaben für das deutsche und internationale Gesundheitssystem sowie meine Position darin.
Zudem war mir klar, daß meine superstolzen wehrdienstleistenden Mitschüler, denen die Sportnote "simply the best" war und die jeden Zivi für dessen Arschlosigkeit verlachten, so ziemlich oberängstlich sein dürften. Eine Woche später waren die ersten beiden bereits mit vagen psychologischen Gutachten mit "KzHbDze" (krank zu Hause, bis Dienst zu Ende) entlassen. Einer bekam wenigstens noch einen Gutschein für zweieinhalb Monate in der geschlossenen Psychiatrie.

#13 phriedrich

    Geek

  • Technik/Verein
  • PunktPunktPunkt
  • 1.419 Beiträge

Geschrieben: 13. September 2011, 10:48

Ich hatte davon irgendwas diffuses im Netz gelesen und bin dann erstmal mit dem Hund ne Runde gegangen. Als ich wieder kam, waren da ein paar Mails im Postfach, die sagten ich solle mal den Fernseher einschalten, das sei wirklich übel.

Also hab ich den alten Amiga-Monitor und den Videorekorder (ein Jahr älter als ich, mal beim Schrottwichteln „gewonnen“ und noch nicht entsorgt) unter dem Bett vorgegraben, verbunden, noch ein paar Meter Draht als Antenne durchs Zimmer gespannt und mir das mal angesehen.

Dann war mir klar, dass es war wirklich großes war, und dass das Folgen für alle haben würde.

Im IRC haben wir das am Abend dann noch ziemlich intensiv diskutiert, glaube ich.

#14 Rabenfutter

    Newbie

  • Mitglieder
  • PunktPunktPunkt
  • 385 Beiträge

Geschrieben: 13. September 2011, 12:13

Beitrag anzeigenphriedrich schrieb am 13. September 2011, 10:48:


Im IRC haben wir das am Abend dann noch ziemlich intensiv diskutiert, glaube ich.

Nerd!





1 Benutzer lesen gerade dieses Thema

0 Mitglied(er), 1 Gast/Gäste und 0 anonyme(s) Mitglied(er)