Produzieren für den Müll, ein Indiz für Wohlstand?
Eröffnet von Spottdrossel, 28.09.11, 12:54
9 Antworten zu diesem Thema
#1
Geschrieben: 28. September 2011, 12:54
Produzieren für den Müll, ein Indiz für Wohlstand?
Gestern war der Tag der ökologischen Überschuldung, das heißt, dass wir mit dem 270. Tag des Jahres bereits alle Ressourcen, die uns für das gesamte Jahr zur Verfügung stehen, verbraucht haben.
Ein guter Grund für mich als Hobby-Ökofreak ein Leipziger Medium anzuprangern, welches in unverschämter Weise sonntäglich die Briefkästen verstopft oder auf Treppen, Höfen und Hausfluren die gewohnte Ordnung verschandelt.
Die Rede ist vom Sachsensonntag, dem dicksten Anzeigenblatt für Leipzig und Umgebung.
Es nutzt nichts, am heimischen Briefkasten dringliche Hinweise auf nichterwünschte Papierfluten in Form von Werbeprospekten zu platzieren, clevere Printproduzenten aller Couleur verstehen sich selbst als trojanische Pferde für ungeliebte Werbebotschaften.
Im neusten Sachsensonntag befanden sich nach sorgfältiger Prüfung 330 Gramm Werbematerial; im Einzelnen jeweils ein Prospekt von Baby1one, Phillips, OBI, KIK, Rossmann, toom, rewe, Penny, HIT, Dänisches Bettenlager und Aldi.
Bei einer Gesamtauflage von 257.500 Exemplaren des Sachsen-Sonntag ergibt das hochgerechnet 85 Tonnen unbestelltes Papier, welches zumeist ungelesen im Abfall landet - und das nur an einem einzigen Tag!
Selbst wenn es sich im günstigsten Falle um Recyclingpapier handelte, würden dafür 95 Tonnen Altpapier, 1.742.500 Liter Wasser und 356.490 kwh Energie verbraucht, sowie um die 75.310 kg co² in die Luft geblasen.
Beim Gebrauch von Frischfaserpapier sähe die Bilanz noch verheerender aus, man kann dann ungefähr von den doppelten Werten ausgehen.
Meine Beobachtungen und auch der Selbstversuch haben ergeben, dass ein Großteil der Haushalte dieser massiven Verschwendung von Ressourcen ungehalten bis ablehnend gegenüber steht.
Ein Wirtschaftskreislauf, in dessen Konsequenz eine beispiellose Verschwendung von Ressourcen ohne adäquate Ausgleichsmaßnahmen einhergeht, sollte ordnungspolitisch trocken gelegt werden.
Die Natur würde es sicher begrüßen und den Umweltzielen wären wir wieder ein Stück näher.
„Besondere Aufmerksamkeit gebührt der durch nicht nachhaltige Verbrauchsgewohnheiten und übermäßigen Konsum bedingten Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen und der schonenden bzw. effizienten Ressourcennutzung im Einklang mit dem Ziel, ihrer Verknappung soweit wie möglich entgegenzuwirken und Umweltbelastungen zu reduzieren.“
Agenda 21, Kapitel 4
Gestern war der Tag der ökologischen Überschuldung, das heißt, dass wir mit dem 270. Tag des Jahres bereits alle Ressourcen, die uns für das gesamte Jahr zur Verfügung stehen, verbraucht haben.
Ein guter Grund für mich als Hobby-Ökofreak ein Leipziger Medium anzuprangern, welches in unverschämter Weise sonntäglich die Briefkästen verstopft oder auf Treppen, Höfen und Hausfluren die gewohnte Ordnung verschandelt.
Die Rede ist vom Sachsensonntag, dem dicksten Anzeigenblatt für Leipzig und Umgebung.
Es nutzt nichts, am heimischen Briefkasten dringliche Hinweise auf nichterwünschte Papierfluten in Form von Werbeprospekten zu platzieren, clevere Printproduzenten aller Couleur verstehen sich selbst als trojanische Pferde für ungeliebte Werbebotschaften.
Im neusten Sachsensonntag befanden sich nach sorgfältiger Prüfung 330 Gramm Werbematerial; im Einzelnen jeweils ein Prospekt von Baby1one, Phillips, OBI, KIK, Rossmann, toom, rewe, Penny, HIT, Dänisches Bettenlager und Aldi.
Bei einer Gesamtauflage von 257.500 Exemplaren des Sachsen-Sonntag ergibt das hochgerechnet 85 Tonnen unbestelltes Papier, welches zumeist ungelesen im Abfall landet - und das nur an einem einzigen Tag!
Selbst wenn es sich im günstigsten Falle um Recyclingpapier handelte, würden dafür 95 Tonnen Altpapier, 1.742.500 Liter Wasser und 356.490 kwh Energie verbraucht, sowie um die 75.310 kg co² in die Luft geblasen.
Beim Gebrauch von Frischfaserpapier sähe die Bilanz noch verheerender aus, man kann dann ungefähr von den doppelten Werten ausgehen.
Meine Beobachtungen und auch der Selbstversuch haben ergeben, dass ein Großteil der Haushalte dieser massiven Verschwendung von Ressourcen ungehalten bis ablehnend gegenüber steht.
Ein Wirtschaftskreislauf, in dessen Konsequenz eine beispiellose Verschwendung von Ressourcen ohne adäquate Ausgleichsmaßnahmen einhergeht, sollte ordnungspolitisch trocken gelegt werden.
Die Natur würde es sicher begrüßen und den Umweltzielen wären wir wieder ein Stück näher.
„Besondere Aufmerksamkeit gebührt der durch nicht nachhaltige Verbrauchsgewohnheiten und übermäßigen Konsum bedingten Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen und der schonenden bzw. effizienten Ressourcennutzung im Einklang mit dem Ziel, ihrer Verknappung soweit wie möglich entgegenzuwirken und Umweltbelastungen zu reduzieren.“
Agenda 21, Kapitel 4
#2
Geschrieben: 28. September 2011, 15:12
Ob es etwas bringt den Briefkasten mal mit deiner Rechnung zu versehen? Die Nachbarn und die Briefträgerin würden es vielleicht lesen, aber man muss sicherlich woanders ansetzen. Ließe sich solche Werbung überhaupt verbieten bzw. einschränken? Vielleicht wie mit dem Dosenpfand? Höhere Steuern auf Papier? Eindringliche Emails an die genannten Firmen, in großer Menge, hätten womöglich eine Wirkung, schließlich ist der Kunde ja König, irgendwie. Es muss zumindest ein Bewusstsein für das Problem geschaffen werden. Es sind ja auch nicht nur der Sachsensonntag oder die massenhaft ausliegenden Discounterflyer. Überall wird eine Menge Papier verschwendet. Manche Behörde verschickt ihre kostbaren Informationen nur einzeln verpackt. Jedes Informatiönchen ein Brief. Die sind zwar alle auf Umweltpapier gedruckt, aber wirklich sinnvoll ist das nicht.
Ein bisschen Sorgen mache ich mir nun allerdings um mein Hobby. Ich falte gerne Papier. Dazu kaufe ich sogar extra welches und hatte deshalb auch schon den ein oder anderen Gewissensbiss.Vielleicht wäre ja das die Lösung: Der Sachsensonntag wird ab sofort im quadratischen Format angeboten und statt Müll machen wir hübsche Origamitiere draus. Oder Sterne, ist ja bald Weihnachten.
Ein bisschen Sorgen mache ich mir nun allerdings um mein Hobby. Ich falte gerne Papier. Dazu kaufe ich sogar extra welches und hatte deshalb auch schon den ein oder anderen Gewissensbiss.Vielleicht wäre ja das die Lösung: Der Sachsensonntag wird ab sofort im quadratischen Format angeboten und statt Müll machen wir hübsche Origamitiere draus. Oder Sterne, ist ja bald Weihnachten.
#3
Geschrieben: 28. September 2011, 20:40
Was spricht denn gegen einen Flashmob, bei dem alle Supermärkte einer Großstadt frühmorgens vor dem Öffnen der Filialen mit dem gesammelten Werbemüll des Einzugsbereichs zugemüllt werden, ungefragt natürlich. 100 radelnde Frühaufsteher pro Supermarkt dürften genügen, wenn man jeweils 4 große Papiertüten voller Prospekte mitbringt. Gesammelt sind die binnen zwei Wochen sehr schnell.
#5
Geschrieben: 28. September 2011, 21:56
Ich bin so ein Sonntagszeitungsleser!
Dabei lese ich fast jeden Sonntag die Sonntagszeitung. Warum soll ich die jetzt ohne zu lesen einfach wegschmeißen?
Was die Werbung betrifft geht es eigentlich, ich schüttel die Zeitung bevor ich sie mit hoch nehme ordentlich aus und der ganze Werbedreck fällt einfach heraus. (Clever was?)
Dann suche ich mir die Werbung von Aldi heraus. Die behalte ich natürlich, weil Aldi bei mir um die Ecke ist und ich auch so kostenfrei Informationen ins Haus bekomme.
Dabei lese ich fast jeden Sonntag die Sonntagszeitung. Warum soll ich die jetzt ohne zu lesen einfach wegschmeißen?
Was die Werbung betrifft geht es eigentlich, ich schüttel die Zeitung bevor ich sie mit hoch nehme ordentlich aus und der ganze Werbedreck fällt einfach heraus. (Clever was?)
Dann suche ich mir die Werbung von Aldi heraus. Die behalte ich natürlich, weil Aldi bei mir um die Ecke ist und ich auch so kostenfrei Informationen ins Haus bekomme.
Bearbeitet von Interessierter, 28. September 2011, 21:57,
#7
Geschrieben: 01. Oktober 2011, 19:14
Interessierter schrieb am 28. September 2011, 21:56:
ich schüttel die Zeitung bevor ich sie mit hoch nehme ordentlich aus und der ganze Werbedreck fällt einfach heraus. (Clever was?)
Das mach in der Regel auch so. Aber letzte Woche hab ich den Dreck mal gewogen und hoch gerechnet.
Abgesehen davon, dass in meiner unmittelbaren Nachbarschaft weder Baby1one, Phillips, OBI, KIK, Rossmann oder toom ansässig sind und daher schon die Streuung
der Werbemittel ziemlich hirnrissig ist, ärgert mich die Masse an unbestellter Information. Und damit bin ich nicht alleine.
Die Supermärkte sollten die Mittel lieber dafür verwenden ihre Personaldecke kundenfreundlicher zu gestalten und wieder etwas mehr Service und Beratung in ihren
Geschäftsbereichen zu etablieren.
#8
Geschrieben: 01. Oktober 2011, 20:31
Ich hab letztens so eine DDR mäßige Sammelstelle für Altpapier hier (in Magdeburg) gesehen. Die bezahlen dafür scheinbar Geld - weiß aber nicht wie viel. Allerdings verspricht das saubere Eingänge und Treppenhäuser, wenn die Flaschensammler dann auch beim Altpapier einsteigen. Mir dürfen sie übrigens auch die Werbung aus dem Briefkasten klauen.
EDIT:
http://www.wertstoffpunkt.de/
Ist nicht gerade viel aber ich glaub ich werde mal etwas sammeln und dort hinfahren.
EDIT:
http://www.wertstoffpunkt.de/
Ist nicht gerade viel aber ich glaub ich werde mal etwas sammeln und dort hinfahren.
#9
Geschrieben: 06. Oktober 2011, 11:38
#10
Geschrieben: 06. Oktober 2011, 19:37
Spottdrossel schrieb am 06. Oktober 2011, 11:38:
Hihi, ich kenne Maren Müller sogar. So ein Zufall. Cool.
Übrigens gibt es in der Lößniger Straße einen Altstoffhändler, der für Papier bezahlt.
Wollen wir den gemeinsam mal mit einer LKW-Ladung auslösen oder wird der so eine niedrige Rate haben, daß wir mit der Lieferung den Citytunnel wieder zuschütten?
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