In Fernsehsendungen, bei denen nichtige Leute mit anderen, nicht weniger nichtigen Leuten über, sagen wir mal, nichtige Themen reden, verfolge ich es Abend für Abend. Auf Arbeit erlebe ich es Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr. Ich setze mich an den Tisch und nehme voller Lebensfreude und Arbeitsbejahung die erste Mappe zum Bearbeiten in die Hände, da klingelt das Telefon… Im Supermarkt, in der Bahn, in der Gaststätte, egal wo ich mich aufhalte, wo ich mich unter das Volk mische und mit den Leuten spreche, mit Menschen und Menschinnen ins Gespräch komme - sie ist präsent. Sie ist einfach da, stellt sich wie selbstverständlich nach zwei, drei Minuten ein und bleibt. Die Unterbrechung, die orale Art des Verbrechens. Dabei gibt es Leute, die mit ihrer lodernden Leidenschaft sofort an meinen Worten Funken schlagen.
Kurz, wie geht ihr mit Leuten um, die euch permanent ins Wort fallen, die euch unterbrechen? Habt ihr ein Rezept des Zurückfallens?
3 Antworten zu diesem Thema
#2
Geschrieben: 05. Oktober 2011, 00:25
Nicht zurückfallen. Wenn dich jemand unterbrechen will, musst du trotzdem unbeeindruckt konstant weiter sprechen, bis du alles gesagt hast. Auch wenn ihr anfangt euch gegenseitig zu übersprechen - egal. Du hast das Wort, also redest du. Du kannst gerne demonstrativ etwas lauter sprechen in dem Fall. Wenn du fertig bist einfach fragen was er/sie gefragt hat oder sagen wollte und ihm/sie nun im Gegenzug jedoch nicht unterbrechen. Aus meiner Erfahrung probieren die Leute so etwas maximal 2 mal in einem Gespräch und dann lassen sie frustriert sein. Wichtig ist, aber dass du dabei höflich bist. Also nicht gleich selbst angepisst sein, nur weil er es beim ersten mal noch nicht ganz kapiert. So kann man selbst dem dicksten Alphatier klar machen, dass er hier auf einer Augenhöhe sprechen muss.
Das weitersprechen hatte mich anfangst etwas Überwindung gekostet. Ich bin also alles andere als Alpha. :-D Ich wirke wohl auch eher so, dass man mir gerne mal ins Wort fällt. Seit ich es aber so mache läuft es und das sogar erstaunlich gut.
Allerdings würde ich das nicht bei Freunden machen. Bei einem Freund, würde ich ihn eher draufhinweisen. So nach dem Motto: "Musst du so dringend aufs Klo, oder warum redest du wie ein Wasserfall? Lass mich auch mal ausreden." Das sollte dann aber lustig klingen. Mit nem Freund veranstaltet man ja auch nicht solche Hahnenkämpfe.
Das weitersprechen hatte mich anfangst etwas Überwindung gekostet. Ich bin also alles andere als Alpha. :-D Ich wirke wohl auch eher so, dass man mir gerne mal ins Wort fällt. Seit ich es aber so mache läuft es und das sogar erstaunlich gut.
Allerdings würde ich das nicht bei Freunden machen. Bei einem Freund, würde ich ihn eher draufhinweisen. So nach dem Motto: "Musst du so dringend aufs Klo, oder warum redest du wie ein Wasserfall? Lass mich auch mal ausreden." Das sollte dann aber lustig klingen. Mit nem Freund veranstaltet man ja auch nicht solche Hahnenkämpfe.
#4
Geschrieben: 12. Oktober 2011, 22:31
Ich kann mit dem Wort "zurückfallen" überhaupt nichts anfangen. Was genau ist damit gemeint?
Aus diversen Sitzungen kenne ich angesprochene Situationen, es ist hilfreich (wenn alle Stränge reißen) dem Redner, der gerade das Wort hat, irgendwas in die Hand zu geben - irgendein Ding --> Kuschelding, kleiner Ball, Lineal o.ä.. Das Ding wird nach der Rede an den jeweils nächsten Redner weiter gereicht. Es ist erstaunlich, wie solch simple Maßnahmen Wirkung zeigen.
Eine andere Maßnahme wäre das Zeitlimit der Volksrede mittels Sanduhr oder Kurzzeitpiepser festzulegen - auch das hilft beim Disziplinieren diverser Störenfriede.
Bei Gesprächen mit Freunden merkt man schon an den jeweiligen Gesichtsfasching des Gegenüber, ob das Thema für ihn/sie relevant ist. Ich hab dann mitunter Lust von mir aus abzubrechen.
Je nach Relevanz reagier ich auch unterschiedlich.
Aus diversen Sitzungen kenne ich angesprochene Situationen, es ist hilfreich (wenn alle Stränge reißen) dem Redner, der gerade das Wort hat, irgendwas in die Hand zu geben - irgendein Ding --> Kuschelding, kleiner Ball, Lineal o.ä.. Das Ding wird nach der Rede an den jeweils nächsten Redner weiter gereicht. Es ist erstaunlich, wie solch simple Maßnahmen Wirkung zeigen.
Eine andere Maßnahme wäre das Zeitlimit der Volksrede mittels Sanduhr oder Kurzzeitpiepser festzulegen - auch das hilft beim Disziplinieren diverser Störenfriede.
Bei Gesprächen mit Freunden merkt man schon an den jeweiligen Gesichtsfasching des Gegenüber, ob das Thema für ihn/sie relevant ist. Ich hab dann mitunter Lust von mir aus abzubrechen.
Je nach Relevanz reagier ich auch unterschiedlich.
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