Mich beschlich letztens das Gefühl, die meisten meiner Bücher wären von Männern geschrieben. Das ist nicht verwunderlich, lese ich ja schließlich häufig Sachen, die aus Zeiten stammen, in denen es nicht gerade populär war, dass Frauen schreiben.
Wenn ich jedoch konkret die neueren Werke betrachte, so bleibt dieser eklatante Frauenmangel weiter bestehen. Das einzige erwähnenswerte Buch einer weiblichen Autorin ist Hannah Ahrendt "Eichmann in Jerusalem". Sonst kann ich mich kaum an weitere Bücher erinnern, außer von Doris Lessing "Das fünfte Kind", was einfach nur schlecht war (ich erfuhr später, dass sie eigentlich für ihre Afrika-Bücher den Nobelpreis bekam und war umso mehr enttäuscht von dieser Geschichte) und Harper Lees "Wer die Nachtigall stört", welches wiederrum toll war. Dem gegenüber stehen sehr viele Männer, angefangen von Frisch über King bis heute Kehlmann und Trellkamp.
Wenn ich so meine Deutschlandfunk-Büchermarkt-Sendungen Revue passieren lasse, hatte ich eigentlich nicht den Eindruck, dass heutzutage, allein von der Verteilung her betrachtet, unter den Autoren die Männer dominieren. Andererseits wird der verstärkt, der mir sagt, bis auf wenige Ausnahmen können Frauen nur Kinder oder Lyrik, das aber großartig.
Wie geht es euch? Könnt Ihr mir Werke von Frauen geben, die wirklich große/gute Literatur sind? Herta Müllers "Atemschaukel" wird ein solches sein, aber danach sehe ich schon wieder weit und breit nichts mehr.
Frauen-Diskriminierung im Bücherregal
Eröffnet von silastischer waffenteufel, 13.10.11, 07:17
7 Antworten zu diesem Thema
#2
Geschrieben: 13. Oktober 2011, 18:32
Was ist mit Virginia Woolf? Was mit Christa Wolf? Und was ist mit Ils Aichinger, mit Sarah Kane und mit Elfriede Jelinek? (Herta Müller wurde schon genannt. Bei „Atemschaukel“ finde ich vor allem die Geschichte zur Geschichte interessant.)
Zugegeben, Bücher von den Damen in den Läden zu finden ist schwer, wenn nicht gar unmöglich. Kopf hoch! Es gibt sie, gute Literatur von Frauen.
Zugegeben, Bücher von den Damen in den Läden zu finden ist schwer, wenn nicht gar unmöglich. Kopf hoch! Es gibt sie, gute Literatur von Frauen.
#3
Geschrieben: 13. Oktober 2011, 19:27
@waffenteufel
Komisch das selbe Gefühl hatte ich diese Woche auch. Unsere Gehirnströme gleichen sich an. Wie gut für dich!
Ich habe vor zwei Wochen Esther Verhoefs "Hingabe" schnell vor dem Sprung in den Zug gekauft. Hab hinten die Beschreibung gelesen und dachte das interessiert mich: "Er Mörder von Rothaarigen. Sie Rothaarig und devot." Klasse dachte ich mir. Naja und wo endete es? Die dumme blöde fette Rothaarige wird am Ende nicht mal umgebracht. Böäh.... Frauen als Buchautoren... echt. Ich glaube Frauen können keine Bücher schreiben.
Ich kaufe nie wieder Bücher von Frauen. Die sind mir echt zu testosteronarm.
Komisch das selbe Gefühl hatte ich diese Woche auch. Unsere Gehirnströme gleichen sich an. Wie gut für dich!
Ich habe vor zwei Wochen Esther Verhoefs "Hingabe" schnell vor dem Sprung in den Zug gekauft. Hab hinten die Beschreibung gelesen und dachte das interessiert mich: "Er Mörder von Rothaarigen. Sie Rothaarig und devot." Klasse dachte ich mir. Naja und wo endete es? Die dumme blöde fette Rothaarige wird am Ende nicht mal umgebracht. Böäh.... Frauen als Buchautoren... echt. Ich glaube Frauen können keine Bücher schreiben.
Ich kaufe nie wieder Bücher von Frauen. Die sind mir echt zu testosteronarm.
#4
Geschrieben: 13. Oktober 2011, 19:41
Tara schrieb am 13. Oktober 2011, 19:27:
@waffenteufel
Komisch das selbe Gefühl hatte ich diese Woche auch. Unsere Gehirnströme gleichen sich an. Wie gut für dich!
Ich habe vor zwei Wochen Esther Verhoefs "Hingabe" schnell vor dem Sprung in den Zug gekauft. Hab hinten die Beschreibung gelesen und dachte das interessiert mich: "Er Mörder von Rothaarigen. Sie Rothaarig und devot." Klasse dachte ich mir. Naja und wo endete es? Die dumme blöde fette Rothaarige wird am Ende nicht mal umgebracht. Böäh.... Frauen als Buchautoren... echt. Ich glaube Frauen können keine Bücher schreiben.
Ich kaufe nie wieder Bücher von Frauen. Die sind mir echt zu testosteronarm.
Komisch das selbe Gefühl hatte ich diese Woche auch. Unsere Gehirnströme gleichen sich an. Wie gut für dich!
Ich habe vor zwei Wochen Esther Verhoefs "Hingabe" schnell vor dem Sprung in den Zug gekauft. Hab hinten die Beschreibung gelesen und dachte das interessiert mich: "Er Mörder von Rothaarigen. Sie Rothaarig und devot." Klasse dachte ich mir. Naja und wo endete es? Die dumme blöde fette Rothaarige wird am Ende nicht mal umgebracht. Böäh.... Frauen als Buchautoren... echt. Ich glaube Frauen können keine Bücher schreiben.
Ich kaufe nie wieder Bücher von Frauen. Die sind mir echt zu testosteronarm.
Tut mir leid, ich rede von Literatur. Sowas wie Du hätte ich mir nie gekauft. Da hatte Süskind, obwohl selbst das eher ins Triviale abgleitet, mit dem Parfum eine Vorlage geschaffen, die nicht zu toppen ist. Wenn man nur nach Buchtiteln und Rückseitentexten geht, hat man nichts anderes verdient.
Zitat
Was ist mit Virginia Woolf? Was mit Christa Wolf? Und was ist mit Ils Aichinger, mit Sarah Kane und mit Elfriede Jelinek?
Danke!
#6
Geschrieben: 13. Oktober 2011, 23:42
ich lese gerade adams erbe von astrid rosenfels. und ich kann das nur weiterempfehlen. auch sibylle lewitscharoff und nicolle krauss sollen sehr gute autorinen sein, weswegen sie auf meiner literarischen checkliste stehen.
aber es stimmt, mir fallen auf anhieb eher männliche qualitätsautoren ein, als weibliche. ob das selektiver wahrnehmung, selektiver werbung oder einem tatsächlichen ungleichgewicht (allgemein oder nach genres) geschuldet ist, kann ich nicht sagen. keine der drei optionen ist wirklich cool.
aber es stimmt, mir fallen auf anhieb eher männliche qualitätsautoren ein, als weibliche. ob das selektiver wahrnehmung, selektiver werbung oder einem tatsächlichen ungleichgewicht (allgemein oder nach genres) geschuldet ist, kann ich nicht sagen. keine der drei optionen ist wirklich cool.
#7
Geschrieben: 14. Oktober 2011, 20:07
Beim Blick in meine Bücherregale mußet auch ich feststellen:hier herrscht Männerüberschuß!
Auf der Suche nach Büchern von Frauen wurde ich dennoch fündig.
Manche Titel mögen vielleicht nicht die ganz große Literatur sein,aber interessant,spannend und unterhaltsam fand ich sie allemal .(Sonst würden sie ja nicht bei mir rumstehen.)
Hier meine Liste,deren Reihenfolge zufällig ist:
Toni Morrison "Liebe",
Francoise Dorner"Die Frau in der hinteren Reihe",
Astrid Rosenfeld"Adams Erbe",
Alina Bronsky"Scherbenpark" und "Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche",
Eva Baronsky"Herr Mozart wacht auf" und" Magnolienschlaf",
Isabel Allende"DasGeisterhaus","Ines meines Herzens","Eva Luna","Porträt in Sepia",
Louise Erdrich"Der Klang der Trommel","DerBingopalast","Liebeszauber","Der Club der singenden Metzger"
Viel Spaß !
Auf der Suche nach Büchern von Frauen wurde ich dennoch fündig.
Manche Titel mögen vielleicht nicht die ganz große Literatur sein,aber interessant,spannend und unterhaltsam fand ich sie allemal .(Sonst würden sie ja nicht bei mir rumstehen.)
Hier meine Liste,deren Reihenfolge zufällig ist:
Toni Morrison "Liebe",
Francoise Dorner"Die Frau in der hinteren Reihe",
Astrid Rosenfeld"Adams Erbe",
Alina Bronsky"Scherbenpark" und "Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche",
Eva Baronsky"Herr Mozart wacht auf" und" Magnolienschlaf",
Isabel Allende"DasGeisterhaus","Ines meines Herzens","Eva Luna","Porträt in Sepia",
Louise Erdrich"Der Klang der Trommel","DerBingopalast","Liebeszauber","Der Club der singenden Metzger"
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