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Einheitsdenkmal


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5 Antworten zu diesem Thema

Umfrage: Einheitsdenkmal (5 Mitglied(er) haben ihre Stimme abgegeben)

Einheitsdenkmal sofort oder 100 Jahre Gedenkkultur?

  1. Einheitsdenkmal sofort (1 Stimmen [20.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 20.00%

  2. 100 Jahre Gedenkkultur (4 Stimmen [80.00%])

    Prozentsatz der Stimmen: 80.00%

Abstimmen Gäste können nicht abstimmen

#1 bogarnil limdal

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Geschrieben: 17. Oktober 2011, 12:30

Es läuft im Moment eine Petition für eine Alternative zum geplanten Einheitsdenkmal auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Der Petent schlägt die Pflege einer langfristigen Erinnerungskultur vor, die durch preisgünstige Installationen entlang des Rings gestützt werden soll. Zum 100. Jahrestag soll dann erst das Einheitsdenkmal errichtet werden. Hinter dem Vorschlag steht die Annahme, daß den gegenwärtigen Umbauplänen die meisten Leipziger eher indifferent bis ablehnend gegenüber stünden. Eine Gedenkkultur, die die Ereignisse thematisiert, ohne in das Stadtbild allzu tief und allzu plötzlich einzugreifen, solle hier den besseren Weg darstellen.

Was meint ihr?

#2 flaschenpost.sitebob

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Geschrieben: 17. Oktober 2011, 20:20

Denkmäler und Grabsteine haben für mich etwas gemeinsam. Wenn ich vor ihnen stehe, denke ich nicht an die Person, die da begraben liegt. Oder an des Ereignis, welches ich hier bedenken sollte. Denken geschieht nun mal im Kopf. Auch bei mir. Der Tote begleitet mich bei diversen Handlungen, die ich einst mit ihm teilte. Oder eben nicht. Dabei hilft mir kein Stein, keine Stele. Wenn ich in Nürnberg auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände stehe, welches die Stadtoberen sich selbst überlässt, welches keine Aufhübschung erfährt, ist mir Geschichte weitaus näher, als in dem nahegelegenen Museum.
Aber den Termin im Oktober 2089 (siehe Petition), den Termin habe ich mir in meinem Kalender vermerkt.

#3 silastischer waffenteufel

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Geschrieben: 18. Oktober 2011, 08:18

Boah, mach mich das schon wieder wütend. Ich weiß nicht, welche wievielte Gedenkaktion das nun zugunsten der Einheit ist, aber nach all diesem ganzen Bohei, hat man es immer noch nicht geschafft, die richtigen Fragen zu stellen. Die lautet nicht, was man machen müßte, weil das Blödvolk alles ablehnt, sondern schlicht und ergreifend, warum es alles ablehnt.
wir haben ein Ei bekommen, ein großartiges Kunstwerk, das keine Sau versteht und keiner haben wollte. Und wenn man es auch nicht kennt, übersieht man http://www.mdr.de/md...c-14fdfbe2.html es.
Wir haben eine Wippe bekommen ( http://www.dradio.de...lleton/1438665/ ), die dem Sinn der einheit vollkommen zuwiderläuft, wenn überhaupt Otto Normal Blödvolk kapiert, was der Künstler damit sagen wollte. Es ist durchaus legitim, dass in vielen Fällen wirklich Kunstverständige erklären, was Kunst eigentlich ist, aber es ist schwer zu vermitteln, dass ausgerechnet ein zentrales, geschichtsträchtiges Element, das nicht nur die Einheit eines Volkes darstellen soll, sondern auch weiter vereinen soll, lediglich von ein paar Sachverständigen ausgewählt und -nunja- verstanden werden soll.
Für mich ist es sowas von gar kein Wunder, dass die Mehrheit weitere solche "Denkmale" ablehnt, die nur oktroyiert werden und wo keinerlei Mitsprache und Gestaltungsraum mehr offen bleibt. Ich bin sicher, dass gerade der Leuschner-Platz genügend Raum bieten könnte, ein gelungenes Ambiente zu schaffen, wo Besuchern und späteren Generationen die "Einheit" nicht gänzlich mit dem Holzhammer vermittelt werden könnte und dass dies vor allem dem Stadtbild dienlich sein könnte. Jedoch nicht als ein weiteres abstraktes Denkmal, dessen Sinn man suchen muss, vielmehr als Gestaltung des Platzes selbst unter Einbeziehung der alten DDR-Prestige-Bowlingbahn, die ja schon ihrereseits ein Stückweit Geschichte ist (evtl. sogar als interaktives Denkmal, wo jeder Leipziger mit gestalten und arbeiten kann). Denn da wird mir jeder Leipziger zustimmen: schlimmer kann es mit dem Leuschner-Platz ja nicht mehr werden.

#4 Spottdrossel

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Geschrieben: 18. Oktober 2011, 19:55

Zitat

Denn da wird mir jeder Leipziger zustimmen: schlimmer kann es mit dem Leuschner-Platz ja nicht mehr werden.

Dem will das Leipziger Stadtforum vorbeugen und plädiert für die "Wiederbebauung des Baublocks zwischen Wilhelm-Leuschner-Platz und Markthallenstraße, eines seit dem 30-jährigen Krieg kontinuierlich bebaut gewesenen Stadtbestandteils, und für die Untergliederung des Quartiers in überwiegend kleine Baufelder und Raumstrukturen". Das ist seit längerer Zeit das Vernünftigste, was ich zum Thema gehört habe.
Mich erregt bei dem ganzen Denkmaldebakel besonders, dass sich hier ein paar Leute persönlich profilieren wollen, die zwar angeblich 89 für Demokratie auf der Straße waren aber heute nicht mehr wissen was das eigentlich ist. Sonst würden sie den Bürgerwillen folgen und nicht ihren eigenen verschrobenen Vorstellungen von Erinnerungskultur.

#5 silastischer waffenteufel

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Geschrieben: 19. Oktober 2011, 12:48

Ich kann mir kein wirkliches Bild machen, aber das Gesagte klingt ganz vernünftig.
Was mir gerade noch einfiel und was mich eben auch sehr ärgert. Als ich im Sommer auf dem Brocken stand, war von dem Todesstreifen nichts mehr zu sehen. Niente. Nur irgendwo ein kleines Schildchen, was darauf hinwies, dass hier mal die Grenze durchging. Ich wollte eigentlich Junior genau zeigen: "Schau mal, hier war Deutschland getrennt, niemand durfte hier oben herumklettern, so wie Du es gerade machst." Es gibt natürlich viele, die meinen, dass die Grenze auch ausradiert sein solle und kein sichtbares Zeichen mehr vorhanden sein soll. Ich sehe das anders. Und hätte man eben einen Blumenstreifen gepflanzt oder durch ein Fernglas mit einer Trennlinie oder sonstwas diese Teilung greifbar gemacht. Ich fürchte, dass so die späteren Generationen nur müde abwinken, wenn es um die Teilung Deutschlands geht und gelangweilt herumnörgeln, wie verbissen die Alten das doch alles sehen.
So hockte man dort oben herum und lavierte etwas über: "Hmm, ich glaube dahinten ging es lang oder war es dort?..."

Hab gerade nach alten Bildern gegoogelt. Die Markthalle war wirklich schön.

#6 Spottdrossel

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Geschrieben: 25. Oktober 2011, 21:42

Zumindest die Umbenennung des Leuschnerplatzes ist wohl vom Tisch.
Aus der Dienstberatung des OBM kam die Verlautbarung:

Zitat

Platz wird nicht komplett umbenannt - Wilhelm Leuschners Name bleibt erhalten
Der Name Wilhelm-Leuschner-Platz verschwindet nun doch nicht aus Leipzig. Lediglich die Fläche, auf der das Freiheits- und Einheitsdenkmal stehen soll, wird in Platz der Friedlichen Revolution umbenannt. Das beschloss gestern zumindest die Verwaltungsspitze. Der andere Teil (zwischen Grünewaldstraße und verlängertem Peterssteinweg) heißt also weiterhin Wilhelm-Leuschner-Platz. Das letzte Wort hat der Stadtrat, der auf seiner Sitzung am 17. November darüber befinden wird.
Die Denkmalsfläche soll nach dem Willen der Stadtverwaltung am 9. Oktober 2013 den Namen Platz der Friedlichen Revolution erhalten. Am 9. Oktober erinnert Leipzig mit dem Lichtfest an den Marsch der friedlichen Demonstranten gegen das SED-Regime um den Ring im Jahr 1989. Im Dezember 2013 soll der City-Tunnel fertiggestellt sein. Die entsprechende Haltestelle soll ebenfalls den Namen Platz der Friedlichen Revolution erhalten. Das Denkmal soll 2014 errichtet sein.
Die Rathausspitze um Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hat damit Abstand genommen von Überlegungen, den kompletten Wilhelm-Leuschner-Platz umzubenennen. Das stieß zwar im Stadtrat auf Unterstützung, löste aber in der Öffentlichkeit einen Sturm der Entrüstung aus. Bei der Telefon-Abstimmung der LVZ sprachen sich lediglich sechs Prozent der Anrufer für die Umbenennung aus, 94 Prozent lehnten sie ab. Leuschner war als Sozialdemokrat und Gewerkschafter vor und nach 1933 aktiv im Kampf gegen die Nazis. Quelle: LVZ, 25.10.201







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